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«Warum?» – 17-Jährige wegen Mobbing im Netz bei Paris getötet



Erneut erschüttert ein brutales Verbrechen unter Jugendlichen in einer Pariser Vorstadt Frankreich: Eine 17-Jährige ist mutmasslich von einem Teenager mit einem Messer getötet worden. Hintergrund ist ersten Erkenntnissen nach eine Auseinandersetzung in sozialen Netzwerken. Der etwa 14 Jahre alte Tatverdächtige ist nach einer kurzen Flucht von der Polizei gefasst worden. In den vergangenen Monaten hatte es rund um Paris immer wieder tödliche Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen gegeben.

Die Tat ereignete sich am Freitagnachmittag in einer Hochhaussiedlung in Ivry-sur-Seine – nur wenige Kilometer von Paris entfernt. Die 17-jährige Marjorie habe ihre Schwester vor Angriffen im Netz verteidigen wollen, berichteten französische Medien. Marjorie habe zwischen dem mutmasslichen Täter und ihrer Schwester vermitteln wollen. Das Treffen der beiden endete jedoch tödlich, der etwa 14-Jährige stach mit einem Messer zu. «Die Klinge muss zwanzig Zentimeter lang gewesen sein», zitierte die Zeitung «Le Parisien» einen Zeugen.

Die Mutter des Opfers äusserte sich aufgewühlt vor Fernsehkameras. Es habe sich nicht um einen Streit um Drogen gehandelt, sagte sie vor Fernsehkameras. Sie habe nur ihre Schwester retten wollen – mit Worten. Sie betont: «Meine Tochter war keine Kriminelle, sie war eine fleissige Schülerin, sie wollte bald ihr Abitur machen.» Sie habe ihre Tochter noch auf dem Boden liegen sehen, überall sei Blut gewesen.

Ersten Erkenntnissen nach gab es in sozialen Netzwerken Streit und Mobbing im Zusammenhang mit der Schwester des Opfers. Diese sei bei Snapchat angegriffen worden, berichteten Medien. Marjorie habe den Jungen zur Rede stellen wollen. Marjories Mutter sieht für derartige Verbrechen auch die Eltern der Jugendlichen in der Verantwortung, die ihre Kinder im Stich lassen würden. Immer wieder fragt sie: «Warum?»

Das Opfer und der mutmassliche Täter stammten aus derselben Nachbarschaft. Das Verbrechen ereignete sich in der Hochhaussiedlung Pierre et Marie Curie in Ivry-sur-Seine. Sie wurde wie so viele dieser Siedlungen rund um Paris in den 1960er Jahren gebaut, um Wohnraum zu schaffen. Etliche dieser Viertel haben sich mittlerweile zu Brennpunkten entwickelt.

In den vergangenen Monaten war es in den Pariser Vorstädten immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen gekommen – dabei gab es auch Todesopfer. Es handelte sich aber nicht nur um Konflikte zwischen Banden. Im März war eine 14-Jährige möglicherweise aus Eifersucht von zwei Jugendlichen in einen Hinterhalt gelockt worden. Das Mädchen wurde geschlagen und in die Seine geworfen – Ermittler konnten nur noch seine Leiche bergen. (sda/dpa)

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