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5 einmalige Naturphänomene und was dahintersteckt



Die Natur beeindruckt uns immer wieder mit atemberaubenden Phänomenen, die wie Wunder erscheinen. Wir erklären euch fünf Naturphänomene.

Lichtsäulen

Lichtsäule in Russland.

Lichtsäulen, aufgenommen in Russland. Bild: Reddit

Was aussieht, als würden sich Aliens Nachschub für ihre Menschenexperimente besorgen, ist tatsächlich ein Naturphänomen, wird aber oft durch menschlichen Einfluss verstärkt. Die sogenannten Lichtsäulen haben dabei nichts mit Nordlichtern zu tun und werden um einiges seltener beobachtet als diese.

Lichtsäulen

Lichtsäulen, aufgenommen in Kanada. Bild: Wikimedia/Timmyjoeelzinga

Damit die Lichtsäulen zustande kommen, braucht es mehrere Voraussetzungen. Vor allem extreme Kälte ist nötig, wodurch in der Luft schwebender Wasserdampf zu sechseckigen Kristallen gefriert. Ist es dann windstill, sinken diese Kristalle nur sehr langsam zu Boden. Fällt nun Licht auf die Kristalle, wird es von diesen reflektiert. Die säulenartige Form entsteht, weil die Kristalle in unterschiedlicher Höhe schweben.

Lichtsäulen

Lichtsäulen, aufgenommen in den USA. Bild: Shutterstock

Oft wird dabei künstliches Licht reflektiert, weshalb Lichtsäulen oft über Zivilisationen auftauchen. Auch das Licht der aufgehenden Sonne und des Mondes wird reflektiert, allerdings nicht so stark wie künstliche Lichtquellen. Als wäre das nicht schon alles genug kompliziert, muss man auch noch in der richtigen Distanz zum Phänomen stehen, um es überhaupt sehen zu können.

Blue Tears

Dass ein Naturphänomen auch einen besorgniserregenden Hintergrund haben kann, zeigen die sogenannten Blue Tears. Den Namen hat das blau leuchtende Wasser von chinesischen Tourist:innen erhalten, unter denen das Phänomen ein Hit ist. Vorkommen tut dieses an Taiwans Küsten, grösstenteils um die Matsu-Inseln. Was wohl die wenigsten unter ihnen wissen: Das leuchtend blaue Wasser kündigt wohl eine Umweltkatastrophe an.

Die Blue Tears werden durch leuchtfähige Einzeller verursacht, sogenannte Dinoflagellaten. Bei diesem bestimmten Organismus hier handelt es sich um Noctiluca scintillans, auch Meeresleuchttierchen genannt. Während der Meeresblüte leuchten diese blau. Der Organismus selbst ist ungefährlich, allerdings ernährt er sich von giftigen Algen. Je mehr dieser Tierchen also auftauchen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass im Gleichgewicht des Meeres-Ökosystems etwas nicht stimmt.

Blue Tears in Taiwan

Bild: Shutterstock

In diesem Fall wird vermutet, dass das Ostchinesische Meer durch den grössten chinesischen Fluss, den Jangtse, verschmutzt worden ist. Dies legt eine chinesisch-amerikanische Studie nahe. Die Studie vermutet, dass durch die moderne Landwirtschaft viel Kunstdünger in den Fluss gelangt, was die giftigen Algen im Meer schneller wachsen lässt.

Unter anderem wurden Satellitenbilder aus den vergangenen 19 Jahren ausgewertet, auf denen zu sehen ist, dass die Meerestierchen nicht nur mehr wurden, sondern in immer tiefere Meeresschichten vordrangen. Einzig in den Jahren 2000 – 2003 ging die Masse der Tierchen zurück. In dieser Zeit wurde in China der Drei-Schluchten-Staudamm gebaut, wodurch weniger Wasser aus dem Jangtse ins Ostchinesische Meer gelangte.

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Video: YouTube/AGU

Der Anstieg dieser Einzeller stellt das Ökosystem des Ostchinesischen Meeres vor grosse Probleme: Das Meerestierchen produziert durch seinen Stoffwechsel Ammoniak und entzieht dem Wasser gleichzeitig Sauerstoff. Dadurch wird das Wasser für Fische und Meeresschildkröten zu einer ernsthaften Gefahr. Im Extremfall kann das Wasser sogar für Menschen schädlich werden.

Cueva de los Cristales

In der Kleinstadt Naica in Mexiko, im Bundesstaat Chihuahua, gibt es diese unglaubliche Höhle der Kristalle. Die Umgebung liefert dabei ein Bild ab, wie man es wohl nur im Roman «Reise zum Mittelpunkt der Erde» erwarten würde: Kristalle, die bis zu 14 Meter lang sind, lassen die Menschen dazwischen wie Zwerge erscheinen.

Entdeckt wurde diese wundersame Höhle im Jahr 2000 in einer Mine durch die dortigen Bergleute. Die Gipskristalle, die sich darin befinden, sind die grössten Exemplare, die bisher entdeckt wurden. Die Untersuchung der Höhle ist dabei nicht leicht, denn die Umweltbedingungen darin sind nicht sehr angenehm. Zum Vergleich: Wer die Masoala-Halle im Zürcher Zoo kennt, weiss, wie schwül es dort ist. Im künstlichen Ökosystem bewegt sich die Temperatur laut der offiziellen Website zwischen 20 – 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit liegt bei circa 80 Prozent. In der Kristallhöhle herrschen dagegen Temperaturen von bis zu 50 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent.

Kristallhöhle in Naica.

Bild: Wikimedia/Alexander Van Driessche

Entstanden ist diese Kristallwunderwelt vor schätzungsweise ein bis zwei Millionen Jahre. Durch Verschiebungen der Erdkruste entstanden diverse sehr heisse Hohlräume, darunter auch die Cueva de los Cristals. Nach und nach füllte Wasser die Höhle und löste Kalzium und Sulfat-Ionen aus dem Erdreich. Als die Temperatur langsam sank, verbanden sich Kalzium und Sulfat-Ionen in ihrem Wasserbad zu Selenitkristallen und anderen Gipsformationen. Erst Anfang dieses Jahrtausend endete dieser Prozess, als die Minengesellschaft durch Pumpen den Grundwasserspiegel absenkte und Bergleute kurze Zeit darauf die entleerte Höhle fanden.

Synchrone Glühwürmchen

Smokey Mountain

Ausblick auf den Great Smoky Mountains Nationalpark. Bild: Shutterstock

Glühwürmchen gibt es mehr oder weniger auf der ganzen Welt. Auch in der Schweiz erhascht man ab und an einen Blick auf die leuchtenden Insekten. Ein wahres Naturphänomen bilden diese aber in den USA. Dort versammeln sich einmal pro Jahr Abertausende Glühwürmchen und erhellen die Nacht im Great Smoky Mountains Nationalpark. Klingt gar nicht so spektakulär? Nun, diese Glühwürmchen haben etwas ganz Besonderes drauf: Sie leuchten synchron. Und zwar alle.

Mit diesem Phänomen stellen die Käfer die Wissenschaft vor ein Rätsel. Zwar ist bekannt, dass gewisse Glühwürmchenarten fähig sind, ihre Leuchtsignale zu synchronisieren, aber wie und weshalb sie das tun, ist noch nicht abschliessend geklärt.

Smokey Mountain

Auf Fotos ist das Schauspiel eher schwierig einzufangen. Bild: Shutterstock

Was man weiss: Die Leuchtmuster werden für die Paarung gebraucht und helfen den Männchen, die Weibchen zu erkennen. Die Männchen fliegen herum und lassen ihr Licht blinken, während die Weibchen am Boden sitzen und darauf mit einem Lichtblitz antworten. So entsteht ein wahrer Schlagabtausch der Lichter – und wie gesagt: alles perfekt synchron, als würde jemand alle Käfer per Knopfdruck ein- und ausschalten.

Vinicunca (Regenbogenberg)

Bild

Bild: Shutterstock

Wer öfter in den sozialen Medien, vor allem auf Instagram, unterwegs ist, kennt diesen Berg höchstwahrscheinlich. Allerdings sieht er auf den Insta-Fotos oft eher so aus, als hätte ein Einhorn darüber gereiert.

Vinicunca

Einmal Sättigung & Kontrast auf Maximum, bitte. Bild: Shutterstock

Doch auch ohne HDR-Filter sieht der Berg noch immer beeindruckend aus. Die verschiedenen Farben kommen dabei durch überlagerte Mineralien zustande:

Schliesslich brauchte es nur noch etwas Plattentektonik, die über Jahrmillionen alles zu einem Berg zusammengedrückt hat. Den Vinicunca sollte man übrigens nicht mit dem Palccoyo verwechseln, der auch in Peru liegt und so aussieht:

Palccoyo

Bild: Shutterstock

Mehr Naturphänomene:

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