DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08937607 Switzerland's Samuel Rothlisberger (L) in action against Austria's Lukas Hutecek (R) during the match between Austria and Switzerland at the 27th Men's Handball World Championship in Cairo, Egypt, 14 January 2021.  EPA/Anne-Christine Poujoulat / POOL

Einer, der zupackt: Samuel Röthlisberger gegen Österreichs Lukas Hutecek. Bild: keystone

Abwehrchef Röthlisberger: Von der Ferienpass-Notlösung an die WM

Trotz der 25:31-Niederlage am Samstagabend gegen Mitfavorit Norwegen befinden sich die Schweizer Handballer an der WM in Ägypten auf Kurs, der Einzug in die Hauptrunde ist nahe. Eine Schlüsselrolle im Team nimmt Abwehrchef Samuel Röthlisberger ein. Auch heute (18 Uhr) gegen Frankreich.



Die Schweizer verfügen in der Offensive nicht über dermassen viel Klasse, dass sie die Gegner auf dem Niveau einer Weltmeisterschaft regelmässig aus der Halle schiessen können. Insofern bekommt die Verteidigung eine noch grössere Bedeutung. Beim 28:25-Sieg im wegweisenden Spiel am Donnerstag gegen Österreich funktionierte diese vorzüglich und machte den Unterschied aus.

Die Schlüsselrolle in der Schweizer Abwehr nimmt der 24-jährige Samuel Röthlisberger ein: 1,98 m gross und 106 kg schwer. «Er ist unsere Hauptsäule, an ihm können sich alle orientieren», sagt Nationaltrainer Michael Suter. «Er ist selber stark und gibt den Spielern rechts und links von ihm enorme Sicherheit.»

abspielen

Der Auftaktsieg der Schweizer Nati. Video: YouTube/Handball Egypt2021

Kein Mann der grossen Worte

Röthlisberger ist in diese Rolle hineingewachsen. Zu Beginn der Karriere war er eher auf die Offensive fokussiert. Dass er nun praktisch nur noch in der Verteidigung eingesetzt wird, damit hat er kein Problem. «Dadurch kann ich mich voll und ganz auf die Defensive fokussieren», führt Röthlisberger im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA aus. «Jeder trägt seinen Teil dazu bei, um erfolgreich zu sein, und das ist mein Part. Es macht mir sehr Spass

Ein Mann der grossen Worte ist Röthlisberger zwar nicht, auf dem Spielfeld kommuniziert er aber immer mehr. Das erwartet und fordert Suter von ihm, denn es gibt ja nicht nur eine Art zu decken. Ob offensiver oder defensiver, «beide Lösungen können funktionieren, dafür müssen aber beide im Innenblock dasselbe machen. Dafür braucht es Kommunikation», so Suter.

Eher zufällig zum Handball gekommen

Dass Röthlisberger Handball spielt, «ist eine lustige Geschichte». Von der Familie übte niemand diesen Sport aus. Der Grossvater war ein Schwinger und hätte es gerne gehabt, wenn sein Enkel ebenfalls einer geworden wäre. Die Postur dazu hätte er auf jeden Fall. Doch es kam anders.

Röthlisberger kommt aus Graben bei Herzogenbuchsee. Im Sommer gab es im Rahmen des Ferienpasses die Möglichkeit, eine Woche eine Sportart auszuüben. Da sie jedoch spät dran waren, war schon fast alles besetzt, und so meldete ihn die Mutter im Handball an. Röthlisberger gefiel es von Anfang an, sodass er sich dem TV Herzogenbuchsee anschloss, ehe er 2011 zum BSV Bern wechselte. Es war also quasi Schicksal? «Das kann man so sagen.»

epa08942668 Switzerland's Michal Svajlen (L) and Samuel Rothlisberger (R) in action against Norway's Sogard Goran Johannessen (C) during the match between Switzerland and Norway at the 27th Men's Handball World Championship in Giza, Egypt, 16 January 2021.  EPA/Anne-Christine Poujoulat / POOL

Röthlisberger (rechts) und Kollege Svajlen können Norwegens Johannessen nicht am Abschluss hindern. Bild: keystone

Nun ist er nicht nur im Nationalteam der Abwehrchef, sondern auch beim Bundesligisten Stuttgart. Für die Schwaben ist er seit 2017 tätig. Er erhielt dort von Anfang an viel Spielzeit, seit dem Abgang von Routinier Manuel Späth im vergangenen Sommer trägt er nun aber noch mehr Verantwortung. Aktuell liegen die Stuttgarter, die zu den «Kleinen» in der Bundesliga gehören, auf dem 10. Tabellenplatz, nachdem sie Ende Oktober mit neun Punkten aus den ersten sechs Spielen Leader gewesen waren.

«Wir sind nicht nur auf dem Feld eine Einheit»

Ging der Schritt in die Bundesliga problemlos vonstatten? «Es brauchte schon etwas Zeit, um anzukommen, jedoch vor allem neben dem Feld», so Röthlisberger. Es habe geholfen, dass er von Anfang an zum Einsatz gekommen sei. «Nun ist es eine völlig andere Situation. Der Kern der Mannschaft spielt seit vier Jahren zusammen.» Sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus, Gespräche über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit haben bereits stattgefunden, noch ist aber nichts definitiv. Klar ist für ihn, dass er einmal für ein Topteam auflaufen möchte.

Zunächst aber gilt der Fokus der Nationalmannschaft, die sich seit der Amtsübernahme von Suter im Jahr 2016 prächtig entwickelt hat. «Wir sind nicht nur auf dem Feld, sondern auch daneben eine Einheit, haben es gut zusammen», sagt Röthlisberger. Gerade solche Erlebnisse wie am Donnerstag, als die Schweizer trotz widrigster Umstände das Schlüsselspiel gegen Österreich für sich entschieden, schweissen das Team selbstredend noch mehr zusammen.

Auch gegen den sechsfachen Weltmeister Frankreich haben die Schweizer wieder wenig zu verlieren und viel zu gewinnen. Ohnehin trauen sie sich mittlerweile gegen jeden Gegner etwas zu. Vielleicht führt ja diese Einstellung zu einem weiteren Coup? (ram/sda)

Mehr Handball:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Hotelzimmer, in denen du bestimmt nicht übernachten möchtest

Der dümmste Paketdieb 2021 ist bereits gekürt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Eismeister Zaugg

Kleiner Name, grosser Fehler: Kyen Sopa zu den ZSC Lions

Der von SCB-Untersportchefin Florence Schelling ausgemusterte Kyen Sopa (20) wird bei den ZSC Lions mit offenen Armen empfangen. Eine weitere Transfer-Peinlichkeit aus der SCB-Sportabteilung.

Kyen Sopa? Noch kein grosser Name. Er hat in unserem Hockey bisher kaum Spuren hinterlassen: In elf Partien für den SCB sind es gerade Mal zwei Assists.

Und doch: Sein Name sagt uns viel über die Zustände bei den ZSC Lions und dem SC Bern aus. Bei den zwei grössten Organisationen unseres Hockeys.

Eine der letzten Amtshandlungen von Sven Leuenberger vor dem Wechsel zu den ZSC Lions im Sommer 2017: Er orchestriert den Wechsel eines in Uzwil ausgebildeten Juniors von den Lakers in die …

Artikel lesen
Link zum Artikel