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 Benoit Paire TENNIS : Rolex Monte Carlo Masters - 11/04/2021 AntoineCouvercelle/Panoramic PUBLICATIONxNOTxINxFRAxITAxBEL

Benoît Paire erhitzt die Gemüter im Tennis-Zirkus. Bild: www.imago-images.de

Benoît Paire spuckt, feiert und verliert – trotzdem verdient er sich eine goldene Nase

Seit Monaten reist Benoît Paire von Turnier zu Turnier, schenkt Spiele ab, beleidigt Schiedsrichter, holt sein Preisgeld ab, feiert danach, als gäbe es kein Morgen mehr und ergötzt sich an seinem Reichtum.

simon häring / ch media



Benoît Paire ist offenbar alles egal – die Pandemie, die Reaktionen auf sein Verhalten, sein Sport, das Tennis, sowieso. Seine jüngste Entgleisung ereignete sich am Montag in Barcelona. Nach einer Diskussion mit dem Schiedsrichter spuckte Paire in dessen Richtung und wurde verwarnt.

Ob er gewinnt oder verliert, ist dem Franzosen schon lange egal. Seit der Tennis-Zirkus im August seinen Betrieb nach dem pandemiebedingten Unterbruch wieder aufgenommen hat, gewann Paire nur zwei Partien.

Paire musste einem fast leid tun. Er war bei den US Open der erste, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war und musste sich in einem bescheiden kleinen Hotelzimmer isolieren, überall lagen Essensresten und schmutzige Wäsche herum. Es ging nicht lange, da platzte ihm der Kragen, und er wetterte gegen die «Fake Bubble». Kaum war er aus der Isolation entlassen, wurde Paire in Rom erneut positiv getestet. Die Folge: Isolation.

Paire: «Tennis-Zirkus ist traurig, langweilig und lächerlich»

Er verlor den Spass am Tennis, es sei «traurig, langweilig und lächerlich» geworden. Er wisse, dass ihm nun alle vorhalten würden, wie glücklich er sich schätzen könne, noch spielen zu dürfen, «aber in verlassenen Stadien ohne Atmosphäre anzutreten, ist nicht der Grund, warum ich Tennis spiele.» Es sei für ihn zu einem belanglosen Beruf geworden, der keinen Spass bereite. «Tennis ist momentan nicht meine Priorität. Aus der Blase herauszukommen, ist das einzige Ziel, das ich bei jedem Turnier habe. Als er verdächtigt wurde, gegen die Regeln verstossen zu haben, reagiert er mit einem Video, wie er Aires feiert, als gäbe es kein Morgen mehr.

Das ist nicht besonders taktvoll, aber auch nicht verboten. Viel schlimmer ist, wie sich Benoît Paire schon seit Monaten auf dem Tennisplatz verhält. Denn schon im März in Buenos Aires hatte er nach einer Diskussion mit dem Schiedsrichter angewidert auf den Platz gespuckt. Das Spiel schenkt er mit mehreren Doppelfehlern ab. Danach prahlte er mit einem in den sozialen Medien mit einem Screenshot seines Karrierepreisgelds (über 8,5 Millionen Dollar) und schrieb: «Am Ende lohnt es sich, schlecht zu sein.»

Paire hat lieber Spass als Erfolg

Benoît Paire war einmal die Nummer 18 der Welt, gewann drei Turniere, war mit seinem kreativen Spiel eine Bereicherung. Ein Paradiesvogel, der den Tennis-Zirkus bereichert. Ambitionen, herauszufinden, was für ihn möglich wäre, wenn zum unbestrittenen Talent auch noch Arbeitsethos und Disziplin kommt, hatte er nie. Paire sagt: «Ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, war nie meine Motivation. Ich stehe lieber in den Top 30 und geniesse das Leben, spiele Golf und trinke eine Schorle, wenn ich Lust darauf habe. Ich verdiene Geld, ich habe Spass, reise viel, und ich bin der glücklichste Typ auf der Welt. Ich habe eine wunderbare Karriere.»

epa08668993 Benoit Paire of France reacts during his men's singles first round match against Jannik Sinner of Italy at the Italian Open tennis tournament in Rome, Italy, 14 September 2020.  EPA/Clive Brunskill / POOL

Benoît Paire: Viel Talent, nur wenig daraus gemacht. Bild: keystone

Paire gefällt sich offenbar in der Rolle des Enfant Terrible. Nichts scheint ihn von diesem Pfad abbringen zu können - keine Geldbusse (in Buenos Aires musste er 5500 der 8300 Euro Preisgeld abgeben), und auch nicht ein Rüffel der Ethikkommission des französischen Tennisverbands, der schrieb, das Verhalten des 31-Jährigen entspreche nicht den Werten des Sports. Paire entschuldigte sich per Mail, eine Strafe erhielt er nicht.

Und so reist Benoît Paire an die nächsten Turniere. Er spuckt auf Plätze, beschimpft Schiedsrichter, verliert, verlässt die Blase, feiert und führt ein Leben wie Gott in Frankreich. Für die Niederlage in der ersten Runde von Barcelona erhielt er immerhin noch 8'700 Euro Preisgeld. Seit letztem August hat Paire 375'000 Dollar Preisgeld erhalten. Mit zwei Siegen.

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