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Berns PostFinance Topscorer Berns Dustin Jeffrey, rechts,  im Duell mit Zugs PostFinance Topscorer Jan Kovar im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Dienstag, 9. Maerz 2021, in der PostFinance Arena in Bern. (POSTFINANCE/KEYSTONE/Peter Schneider).

Dustin Jeffrey (r.) und Jan Kovar treffen mit ihren Teams im Viertelfinale der Playoffs aufeinander. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

«Clash of the Titans» und wer wird Meister? – Eismeister Zaugg tippt die Playoffs

Nur ein Viertelfinal ist eine klare Sache: Zug gegen Bern. Es ist der wichtigste Viertelfinal des Jahrhunderts. Und wird, wie die drei anderen Serien, durch die Torhüter geprägt.



Es gibt grosse Spiele oder dramatische Playoffserien, die den Lauf der Geschichte nicht verändern. Und es gibt Spiele oder dramatische Playoffserien, die wir im Rückblick als historische Ereignisse, als eine Zeitenwende, wahrnehmen.

Zwei Beispiele: Deutschland besiegt im WM-Final 1954 in Bern Ungarn 3:2. Zu diesem Zeitpunkt gilt die ungarische Nationalmannschaft als die beste der Welt. Sie erholt sich von dieser Niederlage nie mehr. Dafür ist es der Anfang der Weltgeltung des deutschen Fussballs.

ARCHIV - ZU DEN RUECKBLICKEN AUF DIE WM 1950, 1954 UND 1958 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG – Nach dem WM-Finalspiel am 4. Juli 1954 in Bern werden der deutsche Captain Fritz Walter, Mitte, und Trainer Sepp Herberger, rechts, im Triumph auf den Schultern von begeisterten Anhaengern vom Spielfeld getragen. Fritz Walter haelt dabei den Rimet-Pokal in der Hand, den er mit seiner Mannschaft errungen hat. Mit einem 3:2-Sieg ueber Ungarn im Endspiel der Fussball-Weltmeisterschaft von 1954 gewinnt Deutschland vor 56'000 Zuschauern - darunter 5000 Deutsche -  im Berner Wankdorf-Stadion den Titel. Den entscheidenden Treffer gegen den Olympiasieger schoss Rahn fuer die deutsche Elf fuenf Minuten vor Abpfiff. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/STR)

Der Triumph der Deutschen bei der WM 1954 bedeutete eine Wachablösung in der Fussballwelt. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV,

1984 besiegen die Edmonton Oilers im Stanley Cup-Final die New York Islanders (4:1). Sie stürzen eine Dynastie. Viermal in Serie hatten die Islanders den Cup geholt – 1983 noch mit einem 4:0 im Final gegen die Oilers.

Dieser Final von 1984 markiert eine Zeitenwende. Die Islanders verschwinden von der Landkarte der Stanley Cup-Sieger. Nun prägen die Oilers um Wayne Gretzky jahrelang die NHL. Es sind die Jahre des wilden Offensivspiels («Firewagon Hockey»). Die Oilers holen den Cup auch 1985, 1987, 1988 und 1990, den letzten sogar ohne Wayne Gretzky.

Eine detaillierte statistische Analyse der Viertelfinalserien gibt es hier

EV Zug (1.) – SC Bern (8.)

Und nun also Zug gegen Bern. Kein Final. Aber ein Viertelfinal, der eine Dynastie stürzen und eine neue Ära einleiten kann wie der Stanley Cup-Final von 1984. Ein Viertelfinal, der auf Jahre hinaus Bern aus der Spitzengruppe der Liga verbannen und der Anfang einer meisterlichen EVZ-Dynastie sein kann.

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Wird die Serie auch so deutlich? Im Februar besiegte der EVZ die Berner mit 7:1. Video: YouTube/MySports

Der SCB, im Stil durchaus mit den Islanders von 1984 vergleichbar, gegen den EV Zug mit einer ähnlichen spielerischen DNA wie damals die Oilers. Nur ohne Gretzky. Der SCB, der noch im letzten Final den Herausforderer demontiert hatte wie die Islanders 1983 die Oilers. Der SCB, eine Dynastie mit den Meisterschaften von 2016, 2017 und 2019, die nun zum letzten Hurra antritt, um den Titel zu verteidigen wie die Islanders 1984. Oft wird vergessen: Der SCB ist als Meister von 2019 nach wie vor Titelverteidiger.

Zug gegen Bern also als Viertelfinal des Jahrhunderts. Und zugleich die einzige der vier Serien, deren Ausgang klar ist. Die Frage ist nur, wie viele Spiele der EVZ benötigt: vier, fünf oder sechs? Oder noch anders gesagt: wenn die Zuger nach 2017 und 2019 schon wieder eine Playoffserie gegen den SCB verlieren, dann wird ihre Hockey-Kultur in den Grundfesten erschüttert.

Christian Stucki, oben, jubelt nach seinem Sieg im Schlussgang gegen Joel Wicki am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Sonntag, 25. August 2019. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Christian Stucki jubelt nach seinem Sieg gegen Joel Wicki beim Eidgenössischen Schwingfest 2019 in Zug. Bild: KEYSTONE

Es wäre ein Scheitern, wie es die Innerschweizer Sporthistorie erst zweimal erlebt hat. 1989 verliert der Innerschweizer Eugen Hasler im Schlussgang des Eidgenössischen in Stans gegen den Berner Adrian Käser. 2019 unterliegt der Innerschweizer Joel Wicki im eidgenössischen Schlussgang gleich hinter dem Zuger Hockeytempel dem Berner Christian Stucki.

Ein Scheitern der Zuger im Viertelfinal hätte mindestens die Dimensionen dieser beiden Schwinger-Dramen. Für Trainer Dan Tangnes gilt: «Always remember 1989 and 2019!»

Zugs Torhueter Leonardo Genoni im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Freitag, 26. Februar 2021 in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Zug-Goalie Leonardo Genoni wurde 2017 und 2019 noch mit dem SC Bern Meister. Bild: keystone

Der Blick in die Historie zeigt uns die Bedeutung dieses Zusammenpralls der Titanen («Clash of the Titans»). Die Gegenwart, dass es eine klare Sache ist. Adrian Käser hielt 1989 den wilden Attacken Geni Haslers stand und konterte ihn schliesslich aus. Aber der SCB wird der offensiven Feuerkraft der Zuger auf Dauer nicht standhalten können.

Christian Stucki überraschte Joel Wicki mit einem wuchtigen ersten Angriff. Eine Überraschung im ersten Spiel ist auch für den SCB möglich. Aber Christian Stucki benötigte nur ein gültiges Resultat. Der SCB braucht vier Siege.

Und wir wissen ja: am Ende hängt alles von den Torhütern ab. Berns Tomi Karhunen mag auf dem Kopf stehen und fast alles halten wie damals Billy Smith bei den Islanders. Zug aber hat Leonardo Genoni, den SCB-Meisterhelden von 2017 und 2019 als letzten Mann. Es wäre die grösste Schmach in der gesamten Historie der Innerschweiz, wenn Zug mit Leonardo Genoni gegen den SCB aus den Playoffs fliegen sollte.

Tipp: Zug gewinnt die Serie 4:1.

Die Zuger mit Justin Abdelkader, 2. von rechts, feiern ein Tor beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Ambri Piotta vom Dienstag, 2. Maerz 2021 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Sehen wir die Zuger am Ende der Serie auch Jubeln? Wenn es nach Eismeister Zaugg geht, dann schon. Bild: keystone

HC Lugano (2.) – SCRJ Lakers (7.)

Lugano ist schon einmal spektakulär auf Rang 2 an einem Aussenseiter gescheitert: Im Frühjahr 1992 kippte der ZSC mit Arno Del Curto an der Bande Lugano mit 3:1 aus dem Wettbewerb.

Es war das Ende des «Grande Lugano» und kostete dem vierfachen Meistertrainer John Slettvoll den Job.

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Mit dem Sieg gegen Biel sicherten sich die Lakers den Platz in den Playoffs. Video: YouTube/MySports

Serge Pelletier ist nicht John Slettvoll und Jeff Tomlinson nicht Arno Del Curto. Und doch mahnt uns diese Serie ein wenig an 1992: Die Lakers sind ein Aussenseiter auf einer Mission wie damals die Zürcher. Entschieden wird dieser Viertelfinal durch die Torhüter. Melvin Nyffeler, Aufstiegs- und Cupsieger-Held kann nun auch ein Playoff-Titan werden.

Lugano kann den Halbfinal nur erreichen, wenn Niklas Schlegel oder Sandro Zurkirchen alle Lügen strafen, die sie als Lottergoalies bezeichnet haben.

Tipp: Rapperswil-Jona gewinnt die Serie 4:2.

Rapperswils Dominik Egli, links, jubelt nach seinem Tor zum Sieg in der Verlaengerung mit seinen Teamkollegen, im ersten Spiel der Eishockey Pre-Playoff Serie der National League zwischen dem EHC Biel und SC Rapperswil-Jona Lakers, am Mittwoch, 7. April 2021, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der Eismeister traut den Lakers aus Rapperswil-Jona eine weitere Überraschung zu. Bild: keystone

HC Fribourg-Gottéron (3.) – HC Genf-Servette (6.)

Mit Chris DiDomenico erreichte Langnau 2019 auf Platz 6 den Viertelfinal. Nun landeten die Langnauer ohne Chris DiDomenico auf dem letzten Platz. Dafür hat sich Gottéron mit dem Kanadier vom 7. auf den 3. Platz verbessert. Ist er gar ein meisterlicher Leitwolf? Nein. Wenn es mit Slawa Bykow und Andrej Chomutow nicht gereicht hat, dann reicht es auch mit Chris DiDomenico nicht zum Titel. Aber zum Viertelfinal-Triumph müsste es reichen.

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In der Regular Season war Genf im Duell der Westschweizer meist siegreich, wird es in den Playoffs anders? Video: YouTube/MySports

2021 spielt Servette als welsche Antwort auf den HCD spektakulär wie nie und hat mit Gauthier Descloux den besten frankofonen Torhüter seit Olivier Anken, Biels Meistergoalie von 1978, 1981 und 1983. Er ist gut genug, um seine Mannschaft in den Halbfinal zu hexen. Das Problem ist bloss: bei Gottéron steht mit Reto Berra ein Titan im Tor, der die Schweiz 2013 in den WM-Final geführt hat.

Tipp: Fribourg gewinnt die Serie 4:3.

Gotterons Viktor Stalberg, 2. von links, jubelt nach seinem entscheidenden Tor zum 7-6 mit seinen Teamkollegen, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem HC Fribourg Gotteron und dem HC Davos, am Dienstag, 12. Januar 2021, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Wenn Eismeister Zaugg mit seiner Prognose richtig liegt, können sich die Freiburger nach sieben Spielen über den Halbfinaleinzug freuen. Bild: keystone

HC Lausanne (4.) – ZSC Lions (5.)

Hockey-Hollywood finden wir schon lange nicht mehr im Zürcher Hallenstadion. Inzwischen ist Lausanne Hockey-Hollywood. Die Geschichte ist verbürgt: General Manager Petr Svoboda hat John Fust, den Assistenten von Craig MacTavish ins Büro bestellt und angewiesen, sich für eine Kommando-Übernahme bereitzumachen.

Der Lausanner Trainer Craig Mactavish (CAN) hinter der Bande bei seinem Time Out, im Eishockey-Qualifikationsspiel der National League zwischen dem HC Davos und dem Lausanne HC, am Montag, 29. Maerz 2021, im Eisstadion Davos in Davos (KEYSTONE/Juergen Staiger).

Craig MacTavish (m.) steht seit Februar 2020 an der Bande vom HC Lausanne. Bild: keystone

Spätestens nach der zweiten Niederlage gegen die ZSC Lions wird Cheftrainer Craig MacTavish gefeuert und durch John Fust ersetzt. Aber in diesem Falle würde auch ein Trainerwechsel nichts mehr nützen. Entscheidend sind auch hier die Torhüter.

Lukas Flüeler ist inzwischen zwar kein Meistergoalie mehr und Ludovic Waeber ist noch kein Meistergoalie. Aber die Mannschaft ist so ausgeglichen besetzt, defensiv so gut organisiert, wird so vortrefflich gecoacht und Sven Andrighetto ist ein so charismatischer Leitwolf, dass der Viertelfinal gegen Lausanne auch mit durchschnittlichen Torhüterleistungen gewonnen werden kann.

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Die Saisonserie war insgesamt ausgeglichen. Hier gewannen die Zürcher mit 4:2. Video: YouTube/MySports

Es sei denn, Lausannes Tobias Stephan spielt so wie zuletzt im Frühjahr 2001, als er die Schweiz in den Final der U18-WM hexte, zum besten Torhüter des Turniers und ins All-Star-Team gewählt wurde.

Tipp: Die Lions gewinnen die Serie 4:3.

Der Zuercher Sven Andrighetto, Mitte, mit Patrick Geering links und Phil Baltisberger, rechts, nach dem zweiten Tor fuer die Lions beim Eishockeyspiel der National League ZSC Lions gegen den EV Zug im Hallenstadion in Zuerich am Samstag, 27. Maerz 2021. (PostFinance/KEYSTONE/Walter Bieri)

Schiesst der Toptorschütze der Liga Sven Andrighetto (m.) die Lions in den Halbfinal? Bild: keystone

Halbfinalserien

EV Zug – SCRJ Lakers 4:0

Jubel bei den Spielern des EV Zug nach dem Tor zum 4-3 neben Rapperswils Goalie Noel Bader, rechts, im Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und den Rapperswil-Jona Lakers am Samstag, 14. November 2020, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Die mögliche Halbfinalserie zwischen Zug und «Rappi» könnte von kurzer Dauer sein. Bild: keystone

HC Fribourg-Gottéron – ZSC Lions 4:3

La joie de le defenseur fribourgeois Ryan Gunderson, gauche, l'attaquant fribourgeois David Desharnais (buteur), centre, et l'attaquant fribourgeois Daniel Brodin, droite, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le HC Fribourg Gotteron et le ZSC Lions, ce dimanche, 7 fevrier 2021, a la patinoire BCF Arena de Fribourg. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Die Fribourger folgen den Zugern im Szenario vom Eismeister ins Finale. Bild: keystone

Finale

EV Zug – HC Fribourg-Gottéron 4:2

EV Zug Verteidiger Raphael Diaz stemmt den Pokal nach dem Sieg im Final des Swiss Ice Hockey Cups 2018/19 zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und dem EV Zug am Sonntag, 3. Februar 2019, in Rapperswil-Jona. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Können die Zuger nach dem Cupsieg 2019 nun auch den Meistertitel feiern? Bild: KEYSTONE

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