Coronavirus
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epa08557255 A hotel employee walks on the beach in Punta Cana, Dominican Republic, 20 July 2020. The Dominican President declared the national territory in a state of emergency for a period of 45 days from this Monday due to the recent epidemiological evolution of COVID-19 and established the curfew for geographical demarcations, starting tomorrow, based on your situation.  EPA/Orlando Barria

Leere Liegestühle am weissen Sandstrand: Nach Punta Cana kommen in diesem Jahr wegen Corona deutlich weniger Touristen. Bild: keystone

Wie dieses Ferienparadies einen Monat nach der Öffnung an seine Grenzen stösst

Die Dominikanische Republik gilt mit ihren weissen Stränden und dem klaren, karibischen Meer als Ferienparadies. Vor allem Punta Cana erfreut sich auch bei Schweizern grosser Beliebtheit. Nun steigen die Corona-Infektionen stark.



Die Dominikanische Republik ist für Sonnensuchende aus der Schweiz vor allem in der bei uns kälteren Jahreszeit ein beliebtes Reiseziel. Die meisten Feriengäste zieht es auf der karibischen Insel dann nach Punta Cana.

Doch auch während unserem Sommer wird das Land von vielen Touristen besucht. Wie auf vielen karibischen Inseln gehört der Tourismus zu den wichtigsten Einnahmequellen. In der «DomRep» trägt der Sektor fast 20 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei.

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Palmen, weisser Sand, türkisblaues Meer: So lockt Punta Cana Touristen aus aller Welt. bild: shutterstock

So verwundert es auch wenig, dass das Land die Grenzen für den Tourismus schnell wieder öffnen wollte. Am 1. Juli war es so weit. Doch nun steigen die Corona-Infektionen steil an und liegen – bei einer ähnlichen Einwohnerzahl – aktuell rund doppelt so hoch wie in der Schweiz. Wie kam es dazu?

Positiv Getestete in der Dominikanischen Republik seit der ersten Öffnung am 20. Mai

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quelle: who

Die Dominikanische Republik rief am 20. März wegen Corona den nationalen Notstand aus und ging in den Lockdown. Danach verzeichnete das Land mit rund 10 Millionen Einwohnern eine ziemlich flache Kurve mit rund 300 Neuinfektionen täglich.

Die Regierung beschloss daraufhin am 20. Mai erste Lockerungen. Bis am 1. Juli soll das Leben in vier Schritten zurückkehren. Zu dem Zeitpunkt wurden auch die Grenzen geöffnet. Die Touristen mussten sich bei der Ankunft die Temperatur messen lassen, es existierten Sicherheitskonzepte für Hotels, Gastronomie und andere Betriebe.

So durften Hotels mit über 500 Zimmern im Juli nur 30 Prozent ihrer Kapazität nutzen, im August dann 50 und im Dezember 75 Prozent. So weit der Plan.

epa08521705 Travelers are served by workers of the Punta Cana International Airport, in Punta Cana, Dominican Republic, on 01 July 2020, after the Dominican authorities issued the protocol of tourist activities that will come into force today, with the reopening of the hotels, which among other the measures leave adults the option of putting on masks on the beaches and discourages them for children. The reopening in the middle of the coronavirus pandemic, which goes hand in hand with the restart of international flights to and from the country, limits occupancy in hotels with more than 500 rooms to 30% during July, increasing it to  50% in August and 75% in December.  EPA/Francesco Spotorno

Ankunft in Punta Cana: Maskenpflicht gilt unter anderem am Flughafen. Bild: keystone

Doch ab dem 20. Mai stieg die Zahl der neu Infizierten immer weiter an. Am 16. Juni wurden die Öffnungsbemühungen darum gestoppt. Gustavo Montalvo, Direktor der Coronavirus-Kommission des Landes, erklärte, dass man zu unvorsichtig geworden sei. Es gelte weiterhin, sich an das Social Distancing und weitere Vorschriften zu halten.

Trotzdem nahm der politische Druck zu. Das hatte mehrere Gründe: So fanden am 5. Juli die Präsidentschaftswahlen statt. Zudem wurden aus dem Tourismusbereich Stimmen laut, die sagten: «Wenn wir am 1. Juli nicht öffnen, werden wir in dieser Saison von den anderen Karibikländern abgehängt.»

epa08534748 The President-elect of the Dominican Republic Luis Abinader (L) greets current President Danilo Medina during a meeting at the National Palace, in Santo Domingo, Dominican Republic, 08 July 2020.The President-elect of the Dominican Republic, Luis Abinader, visited this Wednesday current president, Danilo Medina, in the National Palace to start the transfer of power, which will be effective on 16 August.  EPA/Juan Valenzuela

Der Neue grüsst den Alten: Präsident Danilo Medina (r.) verlor die Präsidentschaftswahl anfangs Juli. Am 16. August muss er sein Amt an Luis Abinader (l.) abgeben. Bild: keystone

So blieb die Grenzöffnung bestehen. Es galt, 1,5 Meter Distanz zu wahren, sowie eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden wie Supermärkten oder Banken. Die Öffnung wurde von verschiedenen Seiten kritisiert, so auch von Dr. Santos Ramirez, dem ehemaligen Präsidenten der Dominikanischen Medizin-Gesellschaft. Die Kritiker sollten Recht behalten.

Die Corona-Fallzahlen entwickelten sich weiter nach oben. Seit einigen Wochen gehört die Dominikanische Republik bei den Neuinfektionen im Schnitt der letzten 7 Tage zu den 15 Ländern mit den höchsten Zahlen.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Am 20. Juli trat Präsident Danilo Medina auf die Bremse und rief zum zweiten Mal in diesem Jahr den Notstand aus. Seither gilt wieder eine Ausgangssperre von 19 bis 5 Uhr unter der Woche und 17 bis 5 Uhr an den Wochenenden. Der Notstand gelte vorerst für 45 Tage, nach 20 Tagen wolle man aber neu entscheiden.

Auch für Feriengäste wurden die Massnahmen angepasst. Touristen können seit dem 30. Juli nur noch mit einem negativen, maximal fünf Tage alten, Test einreisen. Zudem muss im Hotel bei der Ankunft ebenfalls die Temperatur gemessen werden.

epa08577877 A man tries to repair his home damaged by Hurricane Isaias in Hato Mayor, Dominican Republic, 31 July 2020. Hundreds of Dominicans were struggling this Friday to recover their belongings in the mud, a day after a strong flood caused by storm Isaias destroyed their houses in Hato Mayor, the most affected city. Isaias, which had not yet become a hurricane on its way through Dominican territory, forced the evacuation of 5,210 people across the country.  EPA/Orlando Barría

Auch das noch: Hurrikan Isaias traf die Karibikinsel am 30. Juli und sorgte dafür, dass über 5000 Personen evakuiert werden mussten. Bild: keystone

Doch das Hauptproblem in den letzten Tagen waren die Spitäler. In der Hauptstadt Santo Domingo stiessen diese an ihre Kapazitätsgrenzen, in anderen Gebieten lag die Belegung in den letzten Julitagen bei rund 75 Prozent, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Mit ein Grund dafür ist, dass Spitäler in ländlicheren Gebieten gar nicht für Corona-Patienten gerüstet waren und die Patienten in die Hauptstadt gebracht wurden. Wie CNN berichtet, gab es Patienten, die drei Tage auf ein Bett warteten.

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Patienten warten auf ein Bett in einem Spital der Dominikanischen Republik. screenshot: cnn en español

Gesundheitsminister Rafael Sanchez Cardenas versuchte, die Lage zu beruhigen. Es würden täglich neue Stationen für Corona-Patienten geschaffen und das Gesundheitssystem kollabiere nicht.

Tägliche Neuinfektionen in der Dominikanischen Republik seit dem 20. Mai

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Was ihm Mut machen dürfte: Die täglichen Neuinfektionen gingen in den letzten Tagen tatsächlich wieder etwas zurück. Erst wurde der Höhepunkt im August erwartet, jetzt könnte sich die Situation früher beruhigen. Der nationale Notstand dürfte aber mindestens für die angekündigten 45 Tage gelten.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mareko 09.08.2020 06:44
    Highlight Highlight Weltweit alle Feriendestistinationen und Inselparadiese leiden wirtschaftlich massivst unter Covid-19, da ist die Dom. Republik keine Ausnahme. "Mein" Inselstaat im Südpazifik, wir sind hier nach wie vor Corona-Virus-frei, will selbst eigene Landsleute, welche hauptsächlich als Saison-Erntehelfer in Australien "gestrandet" sind, gegenwärtig nicht einreisen lassen. Zu gross ist die Angst der Regierung, Covid-19 könnte mit diesen Heimkehrern, trotz aller Quarantäne-Massnahmen mit abschliessenden Tests in Australien und nochmals hier, dennoch ins Land eingeschleppt werden. Nachricht von heute.
  • Satzpunkt 08.08.2020 19:09
    Highlight Highlight Das traurigste daran ist das viele dort lebende auf den tourismus angewissen sind. Ohne geld gibt es dort auch keine behandlung. Sie lassen einem einfach sterben. Ich verstehe gut warum sie so schnell wieder öffnen wollen und ich verstehe nicht warum viele noch nicht merken das in gewissen ländern schliessungen mehr todesopfer zur folge hätten als ohne schliessung (als beispiel ist afrika sicher sehr gut über das bereits so berichtet wurde). Ich bekamm sogar bereits von einem dort lebenden eine nachrichten und es ist bereits eine zeit her als wir dort wahren. Man stelle sich die notlage vor.
  • ricardo 08.08.2020 17:45
    Highlight Highlight Leider gibt es auch dort nicht wenige Ignoranten und andere Covidioten. Nicht gerade hilfreich ist auch der Umstand, dass die Insel jeden Tag von mehreren Flugzeugen aus den USA angesteuert wird. Dass jetzt bei Ankunft ein Covid-19-Testresultat vorgewiesen werden muss, kann sicher helfen, doch braucht es unbedingt mehr Selbstdisziplin bei der Bevölkerung.
  • Pana 08.08.2020 17:39
    Highlight Highlight Ironischerweise hat #1 bei den "Ländern mit den meisten Neuinfektionen" einen kompletten Lockdown, seit bald 5 Monaten.
    • Kritisch Hinterfragen 08.08.2020 19:01
      Highlight Highlight Denkst du etwas.... Nein, das kann nicht sein. Ein harter lockdown ist der einzige richtige Weg. Alles andere ist Verschwörung und so etwas :-)
    • PlayaGua 08.08.2020 21:15
      Highlight Highlight Das zeigt, dass solche Extremlockdowns oft als einzige Wirkung die Zerstörung der Wirtschaft und des Soziallebens haben. In Panama dürfen an einem Wochentag Frauen, am anderen Männer raus.
    • Waseli 08.08.2020 22:54
      Highlight Highlight @kritisch h.:
      Weil wir in der Schweiz ja einen richtigen Lockdown hatten 🙃. Mit Einkaufen, spazieren, Joggen, Zugfahren etc. ...
      Italien, Spanien hatten um einiges höhere Fallzahlen und überforderte Spitäler. Das erforderte eine möglichst schnelle Reduktion der Ansteckungen welches halt mit Lockdown am schnellsten sein kann.
      Mildere Massnahmen kann man ergreifen, wenn man genug Wissen über das Virus hat und die Fälle sich noch in Grenzen halten.
      Oder was wäre denn dein Vorschlag?
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  • blubber69 08.08.2020 17:05
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Bundschu 08.08.2020 21:32
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • MeinSenf 08.08.2020 23:23
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Thomas G. 08.08.2020 15:53
    Highlight Highlight Man Merle: Sie waren Ende Mai da wir wir heute sind.
  • Garp 08.08.2020 15:48
    Highlight Highlight Und die beiden Präsidenten tragen beide eine Maske mit Ventil, denken also nur an sich und nicht an andere.
    • MasterPain 08.08.2020 16:32
      Highlight Highlight Woran siehst du, dass ein Ventil und kein Filter ist?
    • ursus3000 08.08.2020 19:56
      Highlight Highlight @MasterPain Hast Du auch schon eine Maske mit Ventil von nahem gesehen ?
      @ Garp Wenn Du nicht krank bist , musst Du dich und nicht andere schützen .Wenn ich zu Masken gezwungen werde trage ich auch FFP2 mit Ventil , ist viel bequemer
    • Waseli 08.08.2020 22:59
      Highlight Highlight @ursus:
      Und woher weisst du, dass du nicht krank bist? Könntest den Virus symptomfrei durch die Gegend tragen.
      Was ja das grosse Problem von Covid19 ist
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