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Liveticker

UN-Experten sehen Kriegsverbrechen auf beiden Seiten – aber: «Kampf ist extrem ungleich»



Liveticker: Die aktuellsten Entwicklungen in Israel (16.05.)

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20:52
Nahost: UN-Experten sehen Kriegsverbrechen auf beiden Seiten
epa09205646 Smoke rise after an Israeli air strike in Gaza City, 16 May 2021. Thirteen Palestinian were killed and more than 40 others wounded after Israeli air strike in Gaza. In response to days of violent confrontations between Israeli security forces and Palestinians in Jerusalem, various Palestinian militants factions in Gaza launched rocket attacks since 10 May that killed at least six Israelis to date. Gaza Strip's health ministry said that at least 65 Palestinians, including 13 children, were killed in the recent retaliatory Israeli airstrikes. Hamas confirmed the death of Bassem Issa, its Gaza City commander, during an airstrike.  EPA/HAITHAM IMAD
Im eskalierenden Nahost-Konflikt gibt es nach Ansicht von UN-Menschenrechtsexperten starke Anzeichen für Kriegsverbrechen von Israel und bewaffneten Palästinensern. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag solle das Verhalten beider Seiten untersuchen, forderten die Experten in einer Stellungnahme, die am Dienstag in Genf veröffentlicht wurde.

Sie werfen Israel vor, Raketen und Granaten in dicht besiedelte Gebiete im Gazastreifen zu feuern. Diese «willkürlichen und überschiessenden Angriffe» auf Zivilisten «verletzen wahrscheinlich das Kriegsrecht und stellen ein Kriegsverbrechen dar», schrieben die fünf Experten. Sie sind auf die Berichterstattung über willkürlichen Hinrichtungen, Demonstrationen, Anti-Terror-Einsätze, das Recht auf Bildung und die Situation in den Palästinensergebieten spezialisiert.

Bewaffnete palästinensische Gruppen würden auf ähnliche Weise «absichtlich oder rücksichtslos» Raketen auf israelische Stadtgebiete abfeuern. Auch hier könne durchaus ein Kriegsverbrechen vorliegen.

«Dieser Kampf ist extrem ungleich», betonten die Experten. Aus ihrer Sicht herrsche eine der bestgerüsteten Armeen der Welt über die Palästinenser, die das Recht hätten, von der israelischen Besatzung befreit zu werden. (sda/dpa)
17:17
UN-Sicherheitsrat will erneut Eskalation in Nahost thematisieren
Angesichts der zunehmenden Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern will sich der UN-Sicherheitsrat nach drei weitgehend ergebnislosen Sondersitzungen in der vergangenen Woche noch am Dienstag erneut mit dem Konflikt befassen.

Am Rande eines lange geplanten Treffens zum Thema Frieden und Sicherheit in Afrika solle hinter verschlossenen Türen auch der Nahost-Konflikt erneut besprochen werden, hiess es aus Diplomatenkreisen. Norwegen, China und Tunesien hätten das initiiert. Bislang hatte sich der 15-köpfige Rat nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme einigen können.

(sda/dpa)
15:02
Blinken: Ziel im Gaza-Konflikt bleibt schnelles Ende der Gewalt
US Secretary of State Antony Blinken speaks during a joint press conference following meetings with the Icelandic Foreign Minister Gudlaugur Thor Thordarson, at the Harpa Concert Hall in Reykjavik, Iceland, Tuesday, May 18, 2021.  Blinken is touting the Biden administration's abrupt shift in its predecessor's climate policies as he visits Iceland for talks with senior officials from the world's Arctic nations. (Saul Loeb/Pool Photo via AP)
US-Aussenminister Antony Blinken hat versichert, dass die USA unverändert auf diplomatischem Wege einen Stopp der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern anstreben.

«Unser Ziel bleibt es, den momentanen Kreislauf der Gewalt so schnell wie möglich zu beenden», sagte Blinken am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem isländischen Aussenminister Gudlaugur Thór Thórdarson in Reykjavik. Dann müssten die Konfliktparteien zurück an die Arbeit gebracht werden, die dauerhafte Stabilität aufzubauen, die die Palästinenser und die israelische Bevölkerung verdienten.

Blinken ist für das Ministertreffen des Arktischen Rates nach Reykjavik gereist, das Mitte der Woche in der isländischen Hauptstadt stattfindet. Dabei geht der zweijährige Ratsvorsitz am Donnerstag von Island an Russland über.

Auf eine Frage, wie er rechtfertige, dass die USA eine Stellungnahme des UN-Sicherheitsrates blockierten, entgegnete Blinken, dass sich die US-Regierung in «stiller, aber sehr intensiver Diplomatie» befinde. «Wir stehen der Diplomatie nicht im Weg, im Gegenteil. Wir üben sie praktisch ununterbrochen aus.» Die Frage sei, ob ein Schritt oder ein Statement dem Ziel förderlich sei, die Gewalt zu beenden. (sda/dpa)
9:08
Israels Armee fängt Drohne in Richtung Nord-Israel ab
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine Drohne abgefangen, die in Richtung Beit Schean im Norden des Landes flog. Das unbemannte Luftfahrzeug war offenbar von Jordanien aus unterwegs, dies wurde jedoch nicht ausdrücklich mitgeteilt.

Die Drohne wurde nach Armeeangaben abgefangen, nachdem die Luftwaffe sie überwacht hatte. Die Überreste des zerstörten Luftfahrzeugs seien von Sicherheitskräften eingesammelt worden. Ob die Drohne bewaffnet war, wurde nicht erwähnt.

Seit Beginn der jüngsten Eskalation hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben bereits mehrere vom Gazastreifen aus operierte Drohnen abgefangen, die mit Sprengstoff bestückt waren. (sda/dpa)
0:07
Weisses Haus: Biden unterstützt Waffenruhe im Nahost-Konflikt
Im Nahost-Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern hat sich US-Präsident Joe Biden für eine Waffenruhe ausgesprochen. Biden habe in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Montag seine Unterstützung für eine Waffenruhe zum Ausdruck gebracht, teilte das Weisse Haus mit. Der US-Präsident habe mit Netanjahu auch über dahingehende Bemühungen der Vereinigten Staaten gemeinsam mit Ägypten und anderen Partnern diskutiert.

Weiter hiess es in der Mitteilung, Biden habe seine Unterstützung für Israels Recht auf Selbstverteidigung bekräftigt. Zugleich habe er Israel ermutigt, «alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Schutz unschuldiger Zivilisten zu gewährleisten». Es war Bidens drittes Telefonat mit Netanjahu seit dem Wiederaufflammen der Gewalt. Erstmals seit seinem Amtsantritt vor knapp vier Monaten hatte Biden am Samstag auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gesprochen.

Bidens Regierung war in dem Konflikt zunehmend unter Druck geraten und hatte ihr Vorgehen am Montag gegen Kritik verteidigt. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, sagte, die Regierung sei der Ansicht, mit «stiller intensiver Diplomatie» aktuell am meisten erreichen zu können. In der vergangenen Woche hätten Regierungsmitarbeiter von Präsident Biden bis zu unteren Ebenen mehr als 60 Gespräche mit Vertretern Israels, der Palästinenser und vielen Partnern in der Region geführt. Es liefen viele Gespräche «hinter den Kulissen». Nicht zu jedem Aspekt dieser diplomatischen Bemühungen gebe es öffentliche Mitteilungen.

Trotz internationaler Bemühungen um eine Waffenruhe dauert der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen an. Vielerorts waren zuletzt Forderungen laut geworden, dass sich Bidens Regierung stärker um eine Beilegung des Konflikts bemühen sollte. Internationalen Rufen nach einer Waffenruhe hatte sich Biden bislang nicht explizit angeschlossen.

Auch innenpolitisch geriet der Demokrat Biden bei dem Thema unter Druck, zum Teil von Seiten der Republikaner, zum Teil aber auch aus den eigenen Reihen. Am Sonntag hatte eine Gruppe von mehr als zwei Dutzend demokratischen Senatoren in einer gemeinsamen Stellungnahme eine sofortige Waffenruhe verlangt. (sda/dpa)
23:12
Auch aus dem Libanon fliegen Raketen auf Israel
Aus dem Libanon sind nach Angaben des israelischen Militärs sechs Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden. Sie seien aber allesamt auf libanesischen Boden gefallen, teilte die Armee am späten Montagabend mit. Als Reaktion habe das Militär mit Artillerie auf die Angreifer gefeuert. Die Armee machte keine Angaben dazu, welche Gruppierung für den Raketenbeschuss verantwortlich war. Israelischen Medien zufolge wurden Einwohner der Grenzstadt Misgav angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben. Anwohner berichteten demnach auch von Explosionen.



Bei einer Protestkundgebung hatten sich zuvor hunderte Anhänger der Hisbollah und andere Demonstranten in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit den Palästinensern solidarisiert. Die Demonstranten schwenkten Fahnen der Palästinenser und der Hisbollah und riefen unter anderem «Tel Aviv, wir kommen». Am Freitag wurde mindestens ein libanesischer Demonstrant, der auf israelisches Territorium gelangt war, durch israelisches Panzerfeuer getötet. Zudem waren bereits am Donnerstag vergangener Woche drei Raketen aus dem Libanon nach Isreal gefeuert worden.

Die schiitische Hisbollah-Organisation ist eng mit Israels Erzfeind Iran verbündet. Sie kontrolliert mit ihrer Miliz unter anderem den Süden des Libanon und damit die Grenze zu Israel, wo es immer wieder zu Spannungen kommt. Zuletzt hatte es 2006 einen Krieg zwischen der Hisbollah und Israel gegeben. (sda/dpa)
21:34
Erdogan kritisiert USA und Österreich scharf
Vor dem Hintergrund der Eskalation des Nahost-Konfliktes hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan US-Präsident Joe Biden scharf kritisiert. «Mit Ihren blutigen Händen schreiben Sie leider Geschichte. Sie haben uns dazu gezwungen, das zu sagen», sagte Erdogan am Montagabend und bezog sich auf einen angeblich geplanten Waffenverkauf der USA an Israel.

Die «Washington Post» hatte zuvor berichtet, die Biden-Regierung habe kürzlich einen potenziellen Waffenverkauf im Umfang von 735 Millionen US-Dollar genehmigt. Offizielle Angaben gab es dazu zunächst nicht. Der «Boden Palästinas» werde mit «Gräuel, Schmerz und Blut gewaschen. Und Sie unterstützen das», sagte Erdogan.

Trotz internationaler Bemühungen um eine Waffenruhe dauert der Konflikt in Nahost an. Vielerorts waren zuletzt Forderungen laut geworden, dass sich Bidens Regierung stärker um eine Beilegung des Konflikts bemühen sollte. Internationalen Rufen nach einer Waffenruhe hat sich die US-Regierung bislang nicht explizit angeschlossen.

An Österreich gewandt verurteilte Erdogan auch das Hissen der israelischen Flagge auf Gebäuden der Regierung in Wien. «Ich verfluche den österreichischen Staat», so Erdogan.
«Der österreichische Staat versucht wohl die Rechnung für die Juden, die es einem Genozid unterzogen hat, den Muslimen auszustellen.» Als Zeichen der Solidarität mit Israel im Gaza-Konflikt wehte am Freitag eine Flagge mit dem Davidstern auf dem Kanzleramt und dem Aussenministerium.

Erdogan sprach sich für eine «neue Regulierung Jerusalems» aus. Die Stadt müsse «von einer Kommission geführt» werden, die aus Vertretern von Judentum, Christentum und Islam bestehen solle. (sda/dpa)
Turkey's President Recep Tayyip Erdogan speaks during an event in Ankara, Turkey, Saturday, May 8, 2021. In a speech after the breaking of Ramadan fast late Saturday, Erdogan, has strongly condemned violence in Jerusalem. On Friday, more than 200 Palestinians were wounded in clashes at the Al-Aqsa Mosque compound and elsewhere in Jerusalem, drawing condemnations from Israel's Arab allies and calls for calm from the United States, Europe and the United Nations. (Turkish Presidency via AP)
20:51
Anhänger der Hisbollah protestieren in Beirut für Palästinenser
Hunderte Anhänger der Hisbollah und andere Demonstranten haben sich bei einer Protestkundgebung in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit den Palästinensern solidarisiert. «Wir befinden uns mit unseren Brüdern in Palästina in derselben Schlacht und an derselben Front, euer Kampf ist unser Kampf», sagte der hohe Hisbollah-Anführer Haschim Safi al-Din am Montag.

Er sprach sich zugleich gegen jede Normalisierung mit Israel aus. Die Demonstranten schwenkten Fahnen der Palästinenser und der Hisbollah und riefen unter anderem «Tel Aviv, wir kommen.»

Die schiitische Hisbollah-Organisation ist eng mit Israels Erzfeind Iran verbündet. Sie kontrolliert mit ihrer Miliz unter anderem den Süden des Libanon und damit die Grenze zu Israel, wo es immer wieder zu Spannungen kommt. Am Freitag wurde dort mindestens ein Demonstrant durch israelisches Panzerfeuer tödlich verletzt. Zuletzt hatte es 2006 einen Krieg zwischen der Hisbollah und Israel gegeben. (sda/dpa)
Lebanese and Palestinians shout slogans and wave flags, during a rally organized by Lebanon's militant Hezbollah group to express solidarity with the Palestinian people, in the southern suburb of Beirut, Lebanon, Monday, May 17, 2021. Ziad Nakhaleh, the leader of the Palestinian Islamic Jihad group made a rare public appearance in Beirut where he vowed that his group will keep fighting Israel that he described as "weaker than a spider's web." (AP Photo/Hassan Ammar)
20:29
Weisses Haus verteidigt seine Nahost-Bemühungen
Die US-Regierung hat ihr Vorgehen im Nahost-Konflikt gegen Kritik verteidigt. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, sagte am Montag in Washington, die Regierung sei der Ansicht, mit «stiller intensiver Diplomatie» aktuell am meisten erreichen zu können. In der vergangenen Woche hätten Regierungsmitarbeiter, von Präsident Joe Biden bis zu unteren Ebenen, mehr als 60 Gespräche mit Vertretern Israels, der Palästinenser und vielen Partnern in der Region geführt. Es liefen viele Gespräche «hinter den Kulissen». Nicht zu jedem Aspekt dieser diplomatischen Bemühungen gebe es öffentliche Mitteilungen.

Auch innenpolitisch gerät Biden bei dem Thema unter Druck, zum Teil von Seiten der Republikaner, zum Teil aber auch aus den eigenen Reihen. Am Sonntag hatte eine Gruppe von mehr als zwei Dutzend demokratischen Senatoren in einer gemeinsamen Stellungnahme eine sofortige Waffenruhe verlangt.

Auf die Nachfrage, warum die US-Regierung nicht ebenfalls öffentlich einen solchen Schritt verlange, betonte Psaki, vorrangiges Ziel sei, zu deeskalieren und die Gewalt zu beenden. Der konstruktivste Ansatz dazu sei aus Sicht der US-Regierung momentan, hinter den Kulissen Gespräche zu führen und die «stille Diplomatie» voranzutreiben. (sda/dpa)
14:40
Israels Armee: Bislang 100 Kilometer Hamas-Tunnelanlagen zerstört
epa06306173 Hamas security forces search for the bodies of missing Islamic Jihad fighters in the tunnel which was destroyed by an Israeli air strike in the southern Gaza Strip, 03 November 2017. Reports state 15 Palestinian fighters were killed in a tunnel after Israeli air strike in the east of Khan Younis town, southern Gaza Strip. Five bodies of Islamic Jihad fighters are still trapped in the destroyed tunnel.  EPA/MOHAMMED SABER
Das israelische Militär schätzt, dass bei seinen Angriffen im Gazastreifen bislang Tunnelanlagen in einer Länge von rund 100 Kilometern der dort herrschenden Hamas zerstört wurden. Dies sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Montag in einer Video-Konferenz mit Reportern.

Das Militär hatte in der Nacht erneut das Tunnelsystem angegriffen. 54 Kampfflugzeuge hätten rund 35 Ziele im Laufe der Nacht beschossen, hatte es zuvor mitgeteilt.

Nach Angaben der Armee hatte die Hamas das Tunnelsystem über Jahre aufgebaut. Einem Armeevertreter zufolge hat es eine Länge von Hunderten Kilometern. Es werde unter anderem dafür benutzt, um innerhalb des Gazastreifens Kämpfer, Munition und Lebensmittel zu bewegen, teils auch mit Fahrzeugen.

Zuletzt beschossen worden seien zuletzt strategisch wichtige Orte des Netzes wie etwa Knotenpunkte. Die «Metro» liegt zu grossen Teilen unter der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens. Conricus bezeichnete sie unlängst als «Stadt unter der Stadt». (sda/dpa)
13:48
Berlin nennt antisemitische Ausfälle bei Demos "beschämend"
People attend a protest rally in solidarity with Palestinians in Berlin, Germany, Saturday, May 15, 2021. (AP Photo/Michael Sohn)
Die deutsche Regierung hat antisemitische Ausfälle bei Demonstrationen gegen den Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen scharf kritisiert.

«Was in den letzten Tagen an Judenhass, an antisemitischen Beschimpfungen zu hören war, ist beschämend», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Man könne von jedem Demonstranten verlangen, zu trennen zwischen Kritik an der Politik des Staates Israel, die jeder äussern dürfe, und «dem, was wir auf keinen Fall hinnehmen können», nämlich Hass und Aggression gegen Juden und gegen das israelische Volk.

Angesichts der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der palästinensischen Hamas waren am Wochenende Tausende Menschen in deutschen Städten auf die Strasse gegangen, vor allem um ihre Solidarität mit den Palästinensern zu bekunden.

Weiterer Anlass für Demonstrationen war der jährliche Gedenktag am 15. Mai, an dem Palästinenser an die Flucht und Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern aus dem Gebiet des späteren Israels im Jahr 1948 erinnern. Bei mehreren Demonstrationen kam es zu Zwischenfällen und Ausschreitungen, die schwersten Krawalle gab es in Berlin. (sda/dpa)
13:04
Israel tötet gezielt Militärkommandeur des Islamischen Dschihad
Israels Armee hat am Montag nach eigenen Angaben einen ranghohen Militärkommandeur der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen getötet.

Der Angriff galt den Angaben zufolge Hasem Abu Harbid, Leiter des nördlichen Kommandos der militanten Organisation. Er sei für mehrere Anschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten sowie für Raketenangriffe auf Israel verantwortlich.
A Palestinian man stands next to a car that was hit by an Israeli airstrike, near the beach in Gaza City, Monday, May 17, 2021. (AP Photo/Khalil Hamra)
Nach Medienberichten wurden bei einem anderen gezielten Luftangriff Israels auf ein Auto im Gazastreifen drei Palästinenser getötet. Ein Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht. Militante Palästinenser beschossen nach den beiden Zwischenfällen an den Gazastreifen grenzende Gebiete sowie die Städte Beerscheva, Aschkelon und Aschdod. Ein Einwohner von Aschdod berichtete von einer heftigen Explosion in der Stadt. Nach Polizeiangaben wurde dabei ein Haus direkt getroffen. Mehrere Menschen seien leicht verletzt worden.

2019 hatte Israel gezielt den Dschihad-Militärchef Baha Abu Al Ata getötet.
Darauf folgten damals massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelische Orte und Gegenangriffe der israelischen Luftwaffe in dem Küstenstreifen. Nach einigen Tagen konnte mit Hilfe von Unterhändlern Ägyptens und der Vereinten Nationen eine Waffenruhe vereinbart werden. (sda/dpa)
9:49
Israels Militär: Rund 3150 Raketen aus Gazastreifen abgefeuert
epa09205445 Palestinian civil defense search for people between the rubble of a destroyed houses after an Israeli air strike in Gaza City on, 16 May 2021. Thirteen Palestinian were killed and more than 40 others wounded after an Israeli air strike in Gaza. In response to days of violent confrontations between Israeli security forces and Palestinians in Jerusalem, various Palestinian militants factions in Gaza launched rocket attacks since 10 May that killed at least nine Israelis to date. According to the Palestinian Ministry of Health, at least 139 Palestinians, including 39 children, were killed in the recent retaliatory Israeli airstrikes.  EPA/MOHAMMED SABER  EPA-EFE/MOHAMMED SABER
Fast eine Woche nach Beginn des Beschusses haben militante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee rund 3150 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert.

Etwa 460 der abgeschossenen Raketen seien noch in dem Küstengebiet selbst niedergegangen, teilte das Militär am Montagmorgen mit. Das Abwehrsystem Eisenkuppel («Iron Dome») habe eine Abfangquote von etwa 90 Prozent. Die Angaben galten bis Montagmorgen um 7.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MESZ).

Zum Vergleich: Während des 51-tägigen Gaza-Krieges im Jahr 2014 wurden insgesamt 4481 Raketen auf Israel abgefeuert. Zur Zahl der Angriffe Israels im Gazastreifen gab es am Morgen zunächst keine aktuellen Zahlen.

Militantante Palästinenser im Gazastreifen hatten Montagabend vor einer Woche um kurz nach 18.00 Uhr Ortszeit damit begonnen, Raketen auf Israel abzufeuern. Die Angriffe dauerten bis zum Morgen an.

Israels Armee reagiert darauf mit massiven Angriffen auf Ziele in dem Küstengebiet. Israel macht die im Gazastreifen herrschende, islamistische Hamas für alle Angriffe aus dem Gazastreifen verantwortlich. Die Palästinensergruppe wird von Israel und der EU als Terrororganisation eingestuft. (sda/dpa)
9:25
Mehr als 38 000 Palästinenser in Gaza fliehen in UN-Schulen
epa09192503 A protester carries his son on his shoulders during a pro-palestinian demonstration in front of the Consulate General of Israel in Los Angeles, California, USA, 11 May 2021. The recent clashes between Palestine and Israel have prompted international calls for calm and raised fears that the situation could ignite into a wider conflict. In response to days of violent confrontations between Israeli security forces and Palestinians in Jerusalem, various Palestinian militants factions in Gaza launched rocket attacks on 10 and 11 May that killed three Israelis. Israel Defense Forces (IDF) said they hit over 100 targets in Gaza Strip during retaliatory overnight strikes on 10 May and Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu said on 11 May that they will increase the rate and intensity of the strikes. The Health Ministry of Gaza strip said that at least 26 Palestinian, including nine children, were killed from the recent Israeli airstrikes to date.  EPA/ETIENNE LAURENT
Rund 38 000 Palästinenser im Gazastreifen haben wegen der massiven Luftangriffe Israels auf das Küstengebiet ihre Häuser verlassen. Nach UN-Angaben vom Sonntag suchten sie Schutz in 48 Schulen des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) im Gazastreifen.

Mehr als 2500 Menschen sind nach der Zerstörung ihrer Häuser obdachlos geworden. Die Angriffe, mit denen Israels auf massive Raketenangriffe militanter Kämpfer aus dem Palästinensergebiet reagiert, dauerten auch in der Nacht auf Montag an.

Israels Armee betont, man greife in dem Küstenstreifen nur Ziele der dort herrschenden Hamas an. Diese liegen teilweise mitten in Wohngebieten. Nach Angaben der Luftwaffe unternimmt diese alles, um Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. (sda/dpa)
7:46
Israels Armee beschiesst erneut Tunnelsystem im Gazastreifen
An Israeli artillery unit fires toward targets in the Gaza Strip, at the Israeli-Gaza border, Sunday, May 16, 2021. (AP Photo/Heidi Levine)
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben erneut das Tunnelsystem der islamistischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. 54 Kampfflugzeuge hätten rund 35 Ziele im Laufe der Nacht beschossen, teilte die Armee am Montagmorgen mit. Dabei seien etwa 15 Kilometer des sogenannten Metro-Systems attackiert worden. Es handelte sich demnach um die dritte Angriffswelle, die gegen das Tunnelnetz gerichtet war.

Nach Angaben der Armee hatte die Hamas das System über Jahre aufgebaut. Es dient unter anderem dem Schutz von Kämpfern und deren schneller Verlegung. Die «Metro» liegt zu grossen Teilen unter der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens. Ein Sprecher bezeichnete sie als «Stadt unter der Stadt».

Ein Ziel der Israel Defence Forces (IDF) in dem jüngsten Konflikt ist es, wichtige Infrastruktureinrichtungen der im Gazastreifen herrschenden Hamas zu zerstören. In der vergangenen Nacht wurden zudem erneut Wohnorte von wichtigen Hamas-Vertretern beschossen. Militante Palästinenser im Gazastreifen setzten den Raketenbeschuss auf Israel fort. In mehreren Orten ertönten in der Nacht nach Angaben der Armee Warnsirenen. (sda/dpa)
4:36
Israel will Einsatz mit «voller Wucht» fortsetzen
Trotz internationaler Bemühungen um eine Waffenruhe dauert der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen an. Auch in der Nacht auf Montag griff Israels Militär nach eigenen Angaben grossflächig Ziele in dem Küstengebiet an. Aus Gaza flogen Raketen auf angrenzende Gebiete in Israel.

«Unsere Kampagne gegen die Terrororganisationen wird mit voller Wucht fortgesetzt», sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag. Die Armee habe bislang mehr als 1500 Ziele im Gazastreifen attackiert. Der Einsatz «werde noch einige Zeit dauern». Von palästinensischer Seite hiess es, es seien die bisher schwersten Luftangriffe in dem dicht besiedelten Küstengebiet gewesen.

Die Versuche internationaler Vermittler, eine Waffenruhe zu erzielen, blieben bislang erfolglos. UN-Generalsekretär António Guterres warnte bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York vor unkontrollierbaren Folgen des Konflikts für den gesamten Nahen Osten.

Israels Luftwaffe zerstörte am Wochenende auch ein Hochhaus mit Büros von Medienunternehmen im Gazastreifen. Berichten zufolge waren die Bewohner zuvor telefonisch gewarnt worden. Die von dem Vorfall betroffene Nachrichtenagentur AP zeigte sich entsetzt, Journalistenverbände protestierten.
3:24
Reporter ohne Grenzen ruft Strafgerichtshof an
Nach dem israelischen Raketenangriff auf ein Gebäude im Gazastreifen mit Medienbüros hat die Organisation Reporter ohne Grenzen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angerufen.

Der absichtliche Angriff auf Medienbüros stelle ein Kriegsverbrechen dar, erklärte am Sonntag der Generalsekretär der Organisation, Christophe Deloire.

Dadurch werde nicht nur inakzeptabler materieller Schaden angerichtet. Auch werde durch diese Angriffe die Beichterstattung der Medien über einen Konflikt erschwert, der direkt die Zivilbevölkerung betreffe.
People inspect the rubble of a building that was destroyed by an Israeli airstrike on Saturday that housed The Associated Press, broadcaster Al-Jazeera and other media outlets, in Gaza City, Sunday, May 16, 2021. (AP Photo/Adel Hana)
Das 13-stöckige Gebäude im Gazastreifen, in dem die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) sowie der katarische Fernsehsender Al-Jazeera ihre Büros hatten, war von den israelischen Raketen in Trümmer gelegt worden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete das Gebäude in einem Interview des US-Senders CBS News als «perfekt legitimes Ziel».

Die israelische Armee begründete den Angriff auf das Gebäude damit, dass sich dort auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der radikalislamischen Hamas befunden hätten. Der Eigentümer des Hauses war nach eigenen Angaben eine Stunde vor dem Angriff vom israelischen Geheimdienst gewarnt und zur Evakuierung des Gebäudes aufgefordert worden.

Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen wurden bei den israelischen Luftangriffen die Büros auch anderer Medienorganisationen zerstört. Die Örtlichkeiten von insgesamt 23 lokalen und internationalen Medien seien getroffen worden. (sda/afp)
20:49
Israels Militär: Rund 3100 Raketen aus Gazastreifen abgefeuert
Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben des israelischen Militärs bislang rund 3100 Raketen auf Israel abgefeuert. Das Abwehrsystem Eisenkuppel («Iron Dome») fing etwa 1210 Raketen ab, wie die Armee am Sonntagabend bei Twitter mitteilte. Rund 450 der abgefeuerten Raketen seien noch im Gazastreifen selbst niedergegangen.

Das Eisenkuppel-System erkennt mittels eines Radargeräts anfliegende Geschosse und startet eine Abfangrakete, um das feindliche Geschoss möglichst vor dem Einschlag noch in der Luft zu zerstören. Nach Medienberichten hat das israelische Militär strikte Order, Abfangraketen nur zu starten, wenn bei einem Angriff bewohnte Gebiete bedroht sind. Der Einsatz einer Abfangrakete kostet nach Medienberichten umgerechnet rund 66'000 Euro.

Israels Armee reagiert auf den Beschuss, der vergangenen Montagabend begonnen hatte, mit massiven Angriffen auf Ziele im Gazastreifen, vor allem durch die Luftwaffe. Die Zahl der Angriffe wurde zuletzt mit etwa 650 beziffert. Israel macht die im Gazastreifen herrschende, islamistische Hamas für alle Angriffe aus dem Gazastreifen verantwortlich. Die Palästinensergruppe wird von Israel und der EU als Terrororganisation eingestuft. (sda/dpa)
20:21
Grosse Empörung über antisemitische Gewaltaufrufe in London
Ein im Internet kursierendes Video mit Gewaltaufrufen gegen Juden hat am Sonntag grosse Empörung bei britischen Politikern ausgelöst. In dem 13-sekündigen Clip ist ein pro-palästinensischer Autokorso in London zu sehen, bei dem antisemitische Parolen zu hören sind.

Premierminister Boris Johnson verurteilte den Vorfall scharf. «Es gibt keinen Platz für Antisemitismus in unserer Gesellschaft. Ich stehe an der Seite der britischen Juden, die einen solch schändlichen Rassismus, wie wir ihn heute gesehen haben, nicht zu ertragen haben sollten», schrieb der konservative Politiker auf Twitter.

Oppositionschef Keir Starmer von der Labour-Partei nannte den Vorfall absolut widerlich. «Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Hass haben keinen Platz auf unseren Strassen und in unserer Gesellschaft. Das muss Konsequenzen haben», so Starmer ebenfalls auf Twitter.

In dem Videoclip, der auf Twitter bis zum Abend mindestens über 1,5 Millionen Mal angeschaut wurde, sind mehrere Fahrzeuge zu sehen, aus denen Palästina-Fahnen geschwenkt werden. Gleichzeitig ist eine Männerstimme zu hören, die unter anderem zur Vergewaltigung von jüdischen Frauen aufruft. Scotland Yard teilte am Abend mit, das betreffende Auto sei identifiziert worden. Es werde nun ermittelt, wo sich die Insassen aufhalten. (sda/dpa)
19:48
Russland: Blutvergiessen im Gaza-Konflikt sofort beenden
Russland hat ein sofortiges Ende der Gewalt im Nahost-Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern gefordert. «Vorrangige Aufgabe ist es, das Blutvergiessen zu beenden», schrieb der Vize-Aussenminister Sergej Werschinin am Sonntag bei Twitter. Alle Parteien müssten sich an das Völkerrecht halten, um Schäden für Zivilisten sowie die von Medien genutzte Infrastruktur zu verhindern. «Wir verurteilen nachdrücklich die Anwendung von Gewalt.» Die eskalierende Lage gebe Anlass zu grosser Sorge, erklärte der Diplomat.

Er führte die Entwicklung auf fehlende Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien zurück. Es gebe «keine Alternative zu einer politischen Beilegung bestehender Differenzen». Für eine Deeskalation der Lage halte es Russland für wichtig, dringend ein Treffen des Nahost-Quartetts einzuberufen, schrieb Werschinin. Die Gruppe besteht aus den USA, Russland, den Vereinten Nationen und der EU.

Der alte Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern war zuletzt erneut auf gefährliche Weise eskaliert. Seit vergangenem Montagabend wurden laut Israel mindestens 2900 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Israels Armee unternahm demnach mindestens 650 Angriffe in dem dicht besiedelten Küstengebiet. (sda/dpa)
A firefighter and others inspect the rubble of a residential building that was hit by an Israeli airstrike, in Gaza City, Sunday, May 16, 2021. (AP Photo/Adel Hana)
18:10
Netanjahu erklärt Angriffe
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Kritik wegen des Luftangriffs auf ein Hochhaus mit Medienbüros im Gazastreifen zurückgewiesen. In dem Gebäude sei «ein Geheimdienstbüro der palästinensischen Terrororganisation» Hamas untergebracht gewesen, das Angriffe auf israelische Zivilisten organisiert habe, sagte Netanjahu dem US-Sender CBS am Sonntag. Es sei also «ein völlig legitimes Ziel» gewesen.

Anwesende in dem Gebäude seien von Israel vorgewarnt worden. Netanjanu warf der Hamas vor, Zivilisten im Gazastreifen als «menschliche Schutzschilde» zu missbrauchen. «Wir tun unser Bestes, um zivile Opfer zu vermeiden.» Das Gebäude war am Samstagnachmittag zerstört worden.

Die Zahl der Toten nach Angriffen Israels in der Nacht auf Sonntag in dem Küstengebiet stieg derweil nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums auf 42. Darunter seien 16 Frauen und 10 Kinder, 50 Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Netanjahu wies Vorwürfe zurück, wonach Israel bei den Angriffen im Gazastreifen Kinder nicht schütze. «Das ist einfach falsch», sagte er. «Der Grund, warum wir diese Opfer haben, ist, weil die Hamas uns kriminellerweise aus zivilen Vierteln angreift, aus Schulen, aus Häusern, aus Bürogebäuden.» Israel versuche, «mit grosser Präzision» gegen Hamas zurückzuschlagen. «Leider gibt es gelegentlich zivile Opfer, die wir bedauern.» Netanjahu sagte, wenn die internationale Gemeinschaft Israel angreife, ermutige sie damit die Hamas und trage zur Eskalation des Konflikts bei.

Netanjahu verwahrte sich auch gegen Vorwürfe, dass er den Konflikt dazu nutze, um trotz Ermittlungen gegen seine Person im Amt zu bleiben. «Das ist absurd», sagte der Ministerpräsident. Er würde die Sicherheit der Bürger niemals politischen Interessen unterordnen. (sda/dpa)

17:29
Polizisten bei Rammattacke mit Auto in Jerusalem verletzt
Am Eingang des Viertels Scheich Dscharrah im Osten Jerusalems hat es nach Angaben der Polizei eine mutmassliche Rammattacke mit einem Auto gegeben. Sechs Polizisten seien verletzt worden, zwei von ihnen schwerer, teilte der für ausländische Medien zuständige Sprecher Micky Rosenfeld am Sonntag mit. Zur Identität des Fahrers machte die Polizei zunächst keine Angaben, er sei «neutralisiert» worden. Die Gegend sei abgesperrt worden, es herrschten weiterhin erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.

Scheich Dscharrah
liegt im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems nördlich der Altstadt. Das Viertel steht seit Jahrzehnten wegen Eigentumsstreitigkeiten im Fokus. Sowohl israelische Siedler als auch Palästinenser erheben dort Besitzansprüche. Zwangsräumungen von Häusern von Palästinensern hatten in den vergangenen Jahren wiederholt Proteste nach sich gezogen, teils auch gewaltsame.

Die Streitigkeiten um das Viertel gelten als Mitauslöser für die aktuellen schweren Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern. Das israelische Aussenministerium hatte der Palästinenserführung vorgeworfen, den Streit politisch zu missbrauchen. (sda/dpa)
16:46
UN-Generalsekretär zum Sicherheitsrat: Gewalt in Nahost muss enden
UN-Generalsekretär António Guterres hat mit eindringlichen Worten ein Ende der zusehends eskalierenden Gewalt in Nahost gefordert. «Dieser sinnlose Kreislauf aus Blutvergiessen, Terror und Zerstörung muss sofort aufhören», sagte Guterres am Sonntag zu Beginn der dritten Sitzung des UN-Sicherheitsrats binnen einer Woche.

«Ich bin entsetzt über die immer grössere Zahl palästinensischer Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, die durch israelische Luftangriffe in Gaza getötet wurden. Ich bedaure auch die Todesfälle Israels durch Raketen, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden», so der UN-Chef weiter.

Die Sitzung des Sicherheitsrates am Sonntagmorgen (Ortszeit) in New York war mit Spannung erwartet worden - viele Mitglieder des 15-köpfigen, mächtigsten UN-Gremiums kündigten Reden ihrer Aussenminister an. (sda/dpa)
16:11
Ägypten öffnet Grenzübergang nach Gaza einen Tag eher als geplant
Ägypten hat seinen Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen wegen des dortigen Konflikts einen Tag eher für den Personenverkehr geöffnet als geplant. Durch die einseitige Öffnung am Sonntag können gestrandete Palästinenser und Verletzte nach Ägypten einreisen, teilte ein Sprecher der palästinensischen Botschaft in Ägypten mit. Der Übergang war seit Donnerstag wegen der muslimischen Feiertage zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan geschlossen und sollte eigentlich erst am Montag wieder öffnen. Wegen des Feiertags war dort am Sonntag nur die Hälfte der üblichen Zahl an Mitarbeiter im Einsatz.

Berichten zufolge unternahmen ägyptische Behörden den «aussergewöhnlichen» Schritt, um verletzte Palästinenser zur Behandlung in ägyptische Krankenhäuser zu lassen. Dabei war von einer «Geste der Solidarität» mit den Palästinensern die Rede. Bisher seien aber keine Verletzten der israelischen Bombardements im Gazastreifen eingetroffen, hiess es aus der palästinensischen Botschaft. Es seien auch keine ägyptischen Krankenwagen nach Gaza gefahren, um Verletzte aufzunehmen.

Israel und Ägypten halten den Gazastreifen seit mehr als einem Jahrzehnt aus Sicherheitsgründen unter Blockade. Sie begründen dies mit Sicherheitserwägungen.

Die Lebensbedingungen in dem schmalen Küstenstreifen mit rund zwei Millionen Einwohnern sind nach Angaben von Hilfsorganisationen sehr schlecht. In den vergangenen Jahren hat Ägypten den Grenzübergang von Zeit zu Zeit geöffnet, jeweils für einen oder mehrere Tage. Es durften nur Kranke oder Menschen mit einer besonderen Genehmigung passieren. Im Februar öffnete Ägypten den Übergang erstmals seit Jahren auf unbestimmte Zeit. (sda/dpa)
epa08980250 Palestinians wait to cross into Egypt through the Rafah border crossing between Gaza Strip and Egypt after its closure from March 2020 as a precautionary measure against the spread of the coronavirus disease (COVID-19) pandemic, in Rafah, southern Gaza Strip, 01 February 2020. Egyptian Authorities reopened Rafah crossing for four days for the Fifth time since March 2020 for humanitarian cases, including the allowance of crossing the border for people needing medical treatment unavailable in Gaza as well as students enrolled at Egyptian universities and Gazans with jobs abroad.  EPA/MOHAMMED SABER
13:37
Papst Franziskus: Waffen im Nahen Osten müssen schweigen
Papst Franziskus hat zum zweiten Mal in Folge bei seinem Sonntagsgebet das Schweigen der Waffen im Nahen Osten gefordert. Israelis und Palästinenser müssten «gemeinsam an den Tisch der Verhandlungen» zurückkehren, sagte das katholische Kirchenoberhaupt bei seiner Ansprache am Fenster des Apostolischen Palastes. «Hass und Vergeltung können nicht das Ziel sein.» Der Papst forderte am Sonntag auch die internationale Gemeinschaft auf, Friedensbemühungen zu unterstützen. (sda/dpa)
13:07
Journalistenverband erhebt schwere Vorwürfe
Der Journalistenverband Foreign Press Association (FPA) in Israel und den Palästinensergebieten erhebt nach der Zerstörung eines Hochhauses mit Medienbüros im Gazastreifen schwere Vorwürfe gegen Israel.

Die Entscheidung, das Gebäude zu zerstören, werfe die Frage auf, ob Israel bereit sei, die Pressefreiheit zu beeinträchtigen. «Wir stellen fest, dass Israel keine Beweise vorgelegt hat, um seine Behauptung zu untermauern, dass das Gebäude von der Hamas genutzt wurde», hiess es in einem Schreiben des Verbands von Sonntag. Man habe wegen des Vorfalls um ein Treffen mit israelischen Beamten gebeten. Die FPA hat nach eigenen Angaben 480 Mitglieder, die für internationale Medien arbeiten.

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilte den Angriff auf das Hochhaus. Er sei trotz der Aktivitäten der Hamas darin nicht gerechtfertigt gewesen. «Medienbüros zu Kriegszielen zu erklären ist ein Kriegsverbrechen», sagte Geschäftsführer Christian Mihr.

Bei dem Angriff der israelischen Luftwaffe auf das Gebäude wurden am Samstag unter anderem Büros der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und des katarischen TV-Senders Al-Dschasira (Al-Jazeera) zerstört. Berichten zufolge waren die Bewohner zuvor gewarnt worden. Die AP reagierte entsetzt. Die israelische Armee begründete den Angriff unter anderem damit, dass auch der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas das Gebäude genutzt habe. (sda/dpa)

11:31
Sondersitzung der EU-Aussenminister am Dienstag
Angesichts eines eskalierenden Konflikts zwischen Israel und militanten Palästinenser im Gazastreifen treffen sich die Aussenminister der EU-Länder am Dienstag zu einer ausserordentlichen Videokonferenz. Das teilte der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell am Sonntag auf Twitter mit.

Borrell verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine inakzeptable Zahl ziviler Opfer. Man werde sich abstimmten, wie die EU am besten dazu beitragen könnte, dass die Gewalt ein Ende nehme, so der EU-Chefdiplomat.

8:23
Israels bestätigt Angrff auf Haus von Hamas-Chef Al-Sinwar
Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe dort das Haus des Hamas-Chefs Jihia al-Sinwar beschossen. Das Gebäude in Chan Junis im Süden des Küstengebiets habe als «militärische Infrastruktur der Terrororganisation Hamas» gedient, teilte die israelische Armee am Sonntag mit. Auch das Haus von Al-Sinwars Bruder Mohammed, ebenfalls ein ranghohes Mitglied der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas, sei angegriffen worden.

Nach Angaben der Armee wurden weitere Büros und Häuser wichtiger Hamas-Mitglieder attackiert. Als Teil der fortwährenden Angriffe auf das unterirdische Tunnelnetzwerk der Hamas, der sogenannten Metro, seien 30 weitere Ziele bombardiert worden. Ausserdem habe die Luftwaffe Dutzende Waffenlager und Raketenabschussrampen beschossen. Binnen 24 Stunden habe die Luftwaffe 90 Ziele militanter Palästinenser attackiert. Nach palästinensischen Angaben waren es die bisher schwersten Luftangriffe im Gazastreifen. In der Stadt Gaza wurden nach Augenzeugenberichten fünf Häuser zerstört. Man befürchte viele Tote und Verschüttete unter den Trümmern.

6:39
Israel attackiert Haus des Hamas-Chefs
An Israeli artillery unit fires toward targets in Gaza Strip, at the Israeli Gaza border, Wednesday, May 12, 2021. (AP Photo/Yonatan Sindel)
Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe dort nach Medienberichten das Haus des Hamas-Chefs Jihia al-Sinwar beschossen. In dem Gebäude in Chan Junis im Süden des Küstengebiets habe sich auch das Büro des Hamas-Chefs befunden, berichteten israelische Medien am Sonntagmorgen. Auch das Haus von Al-Sinwars Bruder Mohammed, ebenfalls ein ranghohes Mitglied der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas, sei angegriffen worden.

Mehr als 150 Ziele seien in der Nacht in dem Palästinensergebiet angegriffen worden, berichtete die «Jerusalem Post». Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte.

Militante Palästinenser hatten in der Nacht den Grossraum Tel Aviv sowie weitere israelische Ortschaften erneut massiv mit Raketen beschossen.

Israels Luftwaffe hatte am Samstag bereits das Haus eines anderen ranghohen Führers der Hamas bombardiert. Das Haus von Chalil al-Haja, Vize-Chef des Hamas-Politbüros, habe als «Terror-Infrastruktur» gedient. Die Armee veröffentlichte ein Video des Angriffs. Nach palästinensischen Angaben hielt Al-Haja sich aber zur Zeit des Angriffs nicht in dem Haus auf. (sda/dpa)
3:59
Mehr als 2300 Raketen abgefeuert
Rockets are launched from the Gaza Strip toward Israel, Monday, May. 10, 2021. (AP Photo/Khalil Hamra)
In der Nacht feuerte die Palästinenserorganisation Hamas nach Angaben des israelischen Militärs weitere Raketen auf Israel ab. Ein «schwerer Hagel von Raketen» sei vom Gazastreifen aus auf die Mitte und den Süden Israels abgeschossen worden, twitterte die Armee. Zuvor hatte ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms gedroht, von Mitternacht an erneut Raketen auf Tel Aviv zu feuern.

Die Hamas hat nach Angaben eines israelischen Luftwaffenoffiziers seit Montag mehr als 2300 Raketen auf Israel abgefeuert. Israel habe im gleichen Zeitraum mehr als 650 Ziele im Gazastreifen angegriffen. (dpa/sda)
1:11
UN-Generalsekretär bestürzt über Eskalation
epa09194929 U.N. Secretary-General Antonio Guterres attends a news conference following talks with Russian Foreign Minister Sergei Lavrov in Moscow, Russia, 12 May 2021. U.N. Secretary-General Guterres is on a working visit in Moscow.  EPA/MAXIM SHEMETOV / POOL
UN-Generalsekretär António Guterres ist bestürzt über die Eskalation im Gaza-Konflikt und ruft die Konfliktparteien zur Besonnenheit auf. Sein Sprecher Stephane Dujarric teilte am Samstag in New York mit, Guterres sei «zutiefst beunruhigt über die Zerstörung eines Hochhauses in Gaza-Stadt durch einen israelischen Luftangriff, in dem sich die Büros mehrerer internationaler Medienorganisationen sowie Wohnungen befanden».

Er sei bestürzt über die steigende Zahl von zivilen Opfern, einschliesslich des Todes von zehn Mitgliedern einer Familie, darunter Kinder, nach einem israelischen Luftangriff auf das Flüchtlingslager Schati im Westen von Gaza.

Guterres erinnere alle Seiten daran, jeder willkürliche Angriff auf zivile und mediale Strukturen verstosse gegen das Völkerrecht und müsse um jeden Preis vermieden werden. (sda/dpa)
21:24
Israel Militär droht Hamas-Führungsriege mit gezielter Tötung
Israels Militär hat der Führungsriege der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas mit gezielter Tötung gedroht. Armeesprecher Hidai Zilberman sagte dem israelischen Fernsehen am Samstagabend, man werde in der Nacht weiter wichtige Einrichtungen der Hamas und des Islamischen Dschihads überall im Gazastreifen angreifen. Dies gelte auch für die höchste Führungsriege der Hamas.

Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms drohte, seine Organisation werde von Mitternacht an erneut Raketen auf Tel Aviv feuern.
21:04
Netanjahu und Biden sprechen über Gaza-Konflikt
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach eigenen Angaben mit US-Präsident Joe Biden über den Gaza-Konflikt gesprochen. Er habe Biden am Telefon über Entwicklungen und Massnahmen informiert, die Israel ergriffen habe und noch ergreifen wolle, teilte der israelische Regierungschef am Samstag auf Twitter mit. Er dankte dem amerikanischen Präsidenten zudem für die «bedingungslose Unterstützung» der USA, wenn es um Israels Recht auf Selbstverteidigung gehe. Das Gespräch zwischen Netanjahu und Biden war das zweite offizielle seit Beginn des Konflikts.
19:36
Proteste in London, Berlin und Paris
People gather outside Downing Street to protest against Israeli attacks on Palestinians in Gaza, in London, Saturday, May 15, 2021. (AP Photo/Alberto Pezzali)
Tausende Menschen haben am Samstag in London gegen die Luftangriffe der israelischen Armee auf Gaza demonstriert. Organisiert wurde der Protestmarsch durch den Hyde-Park in der Londoner Innenstadt von verschiedenen pro-palästinensischen Organisationen wie der «Palestine Solidarity Campaign», «Friends of Al-Aqsa», der «Stop The War Coalition» und der «Muslim Association of Britain». Viele Teilnehmer trugen Palästina-Fahnen und «Free Palestine»-Banner. Ein Sprecher der Gruppe forderte die britische Regierung auf, ihre militärische, diplomatische und finanzielle Unterstützung für Israel umgehend einzustellen. Als Redner trat unter anderen der ehemalige Chef der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, auf.
epa09202460 Protesters hold the Palestinian flags amid tear gas from riot police during clashes as part of a rally organized by several associations in support of the Palestinian people, in Paris, France, 15 May 2021. The protest was not allowed by the Police Prefecture of Paris but several calls on social networks asked people to gather despite the ban.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON
Trotz Verbots haben sich auch in Paris zahlreiche Menschen zu einer pro-palästinensischen Demonstration versammelt. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um zu versuchen, die ersten Gruppen von Demonstranten zu zerstreuen, wie der Sender Franceinfo am Samstagnachmittag berichtete. Rund 4200 Polizisten waren in der französischen Hauptstadt demnach im Einsatz. Bis 19.00 Uhr wurden dort nach Angaben der Polizei 44 Menschen festgenommen, ein Polizist wurde verletzt. Die Menschen demonstrierten in der Hauptstadt vor allem im 18. Arrondissement von Paris - dort hatte die Polizei zuvor Ladeninhaber angewiesen, ihre Geschäfte zu schliessen. Im ganzen Land gingen Tausende auf die Strasse - auch in Städten wie Bordeaux, Lille, Lyon oder Strassburg gab es Demonstrationen.
People attend a protest rally in solidarity with Palestinians in Berlin, Germany, Saturday, May 15, 2021. (AP Photo/Michael Sohn)
In Berlin schlugen Demonstranten auf Polizeibeamte ein und bewarfen sie mit Steinen und Flaschen. Auch Feuerwerkskörper wurden geschleudert. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Nach ihren Angaben gab es Verletzte und Festnahmen, konkrete Zahlen lagen zunächst nicht vor. Die Berliner Polizei hatte die Protestaktion zunächst wegen Verstössen gegen die Corona-Hygieneregeln für aufgelöst erklärt. Da sich Demonstrationsteilnehmer aber nicht an die Anordnung hielten, gingen die Beamten im Stadtteil Neukölln gegen sie vor. Aus der Menge heraus wurden Rufe wie «Kindermörder Israel», «Frauenmörder Israel» und «Free Palestine» laut. Insgesamt waren am Samstag drei pro-palästinensische Demonstrationen in Berlin angemeldet. Am Nachmittag zogen nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen vom Oranienplatz zum Hermannplatz. Eine Demonstration mit rund 120 Teilnehmern am Mittag vom Hermannplatz zum Rathaus Neukölln war friedlich verlaufen. Im Laufe des Nachmittags verstärkte die Polizei ihre Einsatzkräfte von 360 auf 600 Beamte.
18:07
Ein Toter bei Raketeneinschlag in Tel Aviv
In Tel Avivs Nachbarstadt Ramat Gan starb nach Angaben von Sanitätern ein etwa 50 Jahre alter Mann beim Einschlag einer Rakete. Immer wieder waren heulende Warnsirenen sowie Explosionen zu hören. Insgesamt acht Angriffswellen erlebte der Grossraum Tel Aviv nun seit Dienstagabend.
17:46
Israels Luftwaffe greift Haus eines Hamas-Führers in Gaza an
Israels Luftwaffe hat nach eigenen Angaben das Haus eines ranghohen Führers der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas bombardiert. Man habe das Haus von Chalil al-Haja angegriffen, Vize-Chef des Hamas-Politbüros, teilte die israelische Armee am Samstag bei Twitter mit. Das Haus habe als «Terror-Infrastruktur» gedient. Die Arme veröffentlichte ein Video des Angriffs. Nach palästinensischen Angaben hielt Al-Haja sich aber zur Zeit des Angriffs nicht in dem Haus auf. Militante Palästinenser im Gazastreifen hatten zuvor am Samstag die Küstenmetropole Tel Aviv drei Mal mit Raketen angegriffen. Dabei wurde einem Tel Aviver Vorort ein Mensch getötet. Es waren die bisher intensivsten Angriffe auf den Grossraum Tel Aviv. (sda/dpa)
17:43
Anti-Israel-Demonstration in Berlin
17:07
Nachrichtenagentur AP "schockiert" über Luftangriff auf Büro in Gaza
A view of a 11-story building housing AP office and other media in Gaza City is seen moments after Israeli warplanes demolished it, Saturday, May 15, 2021. (AP Photo/Hatem Moussa)
Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hat entsetzt auf die Zerstörung eines Hochhauses mit ihrem Büro im Gazastreifen bei einem israelischen Luftangriff reagiert. «Das ist eine unglaublich beunruhigende Entwicklung», teilte AP-Präsident Gary Pruitt am Samstag in New York mit. «Wir sind nur knapp einem schrecklichen Verlust von Menschenleben entgangen.» Die Nachrichtenagentur sei vorab über den Luftschlag auf das Hochhaus mit den Medienbüros informiert worden. Ein Dutzend AP-Journalisten und freie Mitarbeiter seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden.

Pruitt zeigte sich «schockiert» darüber, dass das israelische Militär ein Gebäude mit Medienbüros zerstörte. Die Welt werde nun weniger darüber erfahren, was in Gaza passiert. Der Armee sei bekannt gewesen, dass das AP-Büro in dem Gebäude untergebracht war. «Wir bemühen uns um Informationen von der israelischen Regierung und sind mit dem US-Aussenministerium in Kontakt.»

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, schrieb am Samstag auf Twitter: «Wir haben den Israelis direkt mitgeteilt, dass die Gewährleistung der Sicherheit von Journalisten und unabhängigen Medien eine vorrangige Verantwortung ist.»

Der katarische TV-Sender Al-Dschasira teilte mit, auch er habe sein Büro in dem Gebäude gehabt. Der Sender zitierte seine Korrespondentin Youmna al-Sayed mit den Worten, dass die Armee dem Besitzer des Hochhauses eine Stunde für die Evakuierung eingeräumt habe. Der Besitzer habe erfolglos um mehr Zeit gebeten. «Die Zerstörung ist gewaltig», sagte sie. «Kein Ort in Gaza scheint jetzt sicher zu sein.»

Die israelische Armee teilte bei Twitter mit, Kampfjets hätten am Samstag ein Hochhaus angegriffen, in dem der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas über «militärische Ressourcen» verfügt habe. «In dem Gebäude liegen Büros ziviler Medien, hinter denen die Terrororganisation Hamas sich versteckt und die es als menschliche Schutzschilde missbraucht.» Die Hamas positioniere ihre militärischen Mittel absichtlich im Herzen dicht besiedelter Wohngebiete im Gazastreifen. Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms sagte nach der Zerstörung des Gebäudes, Tel Aviv solle sich auf eine «Antwort vorbereiten, die die Erde erschüttern lässt». (sda/dpa)
15:29
Israels Luftwaffe zerstört Hochhaus mit Medienbüros in Gaza
Israels Luftwaffe hat am Samstag nach Medienberichten ein 14-stöckiges Hochhaus im Gazastreifen zerstört, in dem Medienunternehmen wie Associated Press ihre Büros hatten. Berichten zufolge wurden die Bewohner zuvor aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Es ist das fünfte Hochhaus, das Israels Armee seit Beginn der jüngsten Eskalation am Montag zum Einsturz bringt. Den Angaben zufolge hatte auch der katarische TV-Sender Al-Dschasira ein Büro in dem zuletzt zerstörten Gebäude.

Die israelische Armee teilte bei Twitter mit, Kampfjets hätten ein Hochhaus angegriffen, in dem der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas über «militärische Ressourcen» verfügt habe. «In dem Gebäude liegen Büros ziviler Medien, hinter denen die Terrororganisation Hamas sich versteckt und die es als menschliche Schutzschilde missbraucht.» Die Hamas positioniere ihre militärischen Mittel absichtlich im Herzen dicht besiedelter Wohngebiete im Gazastreifen.

Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms sagte nach der Zerstörung des Gebäudes, Tel Aviv solle sich auf eine «Antwort vorbereiten, die die Erde erschüttern lässt».

Militante Palästinenser hatten die Küstenmetropole zuvor am Samstag bereits drei Mal mit Raketen angegriffen. Dabei wurde in dem Tel Aviver Vorort ein Mensch getötet, es gab beträchtlichen Sachschaden. Es waren die bisher intensivsten Angriffe auf den Grossraum Tel Aviv. (sda/dpa)
14:50
500 Tonnen Bomben auf Hamas-Tunnelsystem geworfen
A member of Israeli bomb squad looks at burning cars that were set on fire by a missile fired from the Gaza Strip, in the southern Israeli town of Ashkelon, Tuesday, May 11, 2021. (AP Photo/Ariel Schalit)
Bei einem massiven Angriff auf ein breites Tunnelsystem der im Gazastreifen herrschenden Hamas hat Israels Luftwaffe nach eigenen Angaben rund 500 Tonnen Munition eingesetzt. An dem Angriff auf das sogenannte Metro-System in der Nacht zum Freitag seien 160 Flugzeuge des Typs F-16 und F-35 beteiligt gewesen, sagte ein ranghoher Offizier der israelischen Luftwaffe am Samstag. Es sei noch unklar, ob und wie viele Hamas-Kämpfer dabei getötet worden seien. «Potenziell sind es aber Hunderte», sagte er.

Ausländische Medien hatten der israelischen Armee vorgeworfen, sie mit einem Tweet kurz vor dem Angriff absichtlich manipuliert zu haben. «Luft- und Bodentruppen greifen gegenwärtig im Gazastreifen an», hiess es darin in der Nacht zum Freitag, als mit einer Bodenoffensive Israels gerechnet wurde. Dies hatte nach Medienberichten zahlreiche Hamas-Kämpfer dazu bewegt, in das unterirdische Metro-System abzutauchen. Nachdem sie so in die Falle gegangen seien, habe Israels Luftwaffe das Tunnelnetz rund 40 Minuten lang bombardiert. Die Armee dementierte eine gezielte Manipulation der ausländischen Medien und sprach von einem Kommunikationsfehler. Es befinde sich kein israelischer Soldat im Gazastreifen.

Hamas hat nach Angaben des Luftwaffenoffiziers seit Montag mehr als 2300 Raketen auf Israel abgefeuert. Die Angriffe aus dem Gazastreifen auf Israel seien so intensiv wie nie zuvor. Etwa 20 Prozent der abgefeuerten Raketen schlugen noch in dem Palästinensergebiet selbst ein. Dabei seien auch Kinder getötet worden.

Die Raketenabwehr Eisenkuppel schaffe es in rund 90 Prozent aller Versuche, die Raketen abzufangen, die bewohnte Gebiete in Israel bedrohen. In der bisher heftigsten Salve seien 140 Raketen gleichzeitig aus dem Gazastreifen abgefeuert worden.

Israel habe seit Montag mehr als 650 Ziele im Gazastreifen angegriffen, sagte der Repräsentant. Es seien insgesamt 31 Raketenwerkstätten von Hamas und dem Islamischen Dschihad zerstört worden. Hamas habe daher gegenwärtig nicht mehr die Fähigkeit, neue Raketen herzustellen.

Ziel der Operation sei es, gegenüber der Hamas die Abschreckung wiederherzustellen, sagte der Offizier. «Es ist sehr schwierig, Ziele inmitten eines bewohnten Gebiets anzugreifen. Aber es ist der einzige Weg, Hamas abzuschrecken.» Es dürfe keine einzige Rakete mehr aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert werden. Bei den Angriffen bemühe die Luftwaffe sich stark, zivile Opfer möglichst zu vermeiden. Ein Ende sei vorerst nicht abzusehen. «Wir sind mitten in einer sehr intensiven Operation.» (sda/dpa)
13:10
Wieder Raketenalarm in Tel Aviv
In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist am Samstag zum dritten Mal kurz hintereinander Raketenalarm ausgelöst worden. Es waren heulende Warnsirenen in der Stadt zu hören. Dies war die achte Angriffswelle seit Dienstagabend. Zuvor hatte es am Samstag bereits zwei Mal Alarm und Explosionen im Süden der Stadt gegen. Die Küstenmetropole – Israels Wirtschaftszentrum – war in der Nacht zum Mittwoch so heftig mit Raketen beschossen wie nie zuvor. (sda/dpa)
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