Tennis
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Rafael Nadal, left, jumps the net while Roger Federer watches on during their exhibition tennis match held at the Cape Town Stadium in Cape Town, South Africa, Friday Feb. 7, 2020. (AP Photo/Halden Krog)

Letztmals stand Roger Federer im Februar beim Match for Africa in Südafrika vor Publikum auf einem Tennisplatz. Bild: AP

Weil die Weltrangliste eingefroren wurde, geht Federer als Mitfavorit ans Australian Open

Obwohl er seit zehn Monaten kein Spiel mehr bestritten hat, beendet Roger Federer die Tennis-Saison auf Rang 5 der Weltrangliste. Der 39-jährige Schweizer ist der Profiteur der eingefrorenen Weltrangliste.

Simon Häring / ch media



Echte Gewinner gibt es in der Corona-Pandemie keine, auch nicht im Tennis, wo zwar seit dem Sommer wieder gespielt wird, aber eben fast ohne Zuschauer. Am Sonntag endete die Saison mit dem Final der acht Jahresbesten in der Londoner O2-Arena. In einer Halle, die bis zu 17'500 Zuschauern Platz bieten würde und deren Akustik unerreicht ist, weil sie ursprünglich für Konzerte konzipiert wurde. Im hochklassigen Final setzte sich der Russe Daniil Medwedew (ATP 4) gegen den Österreicher Dominic Thiem (ATP 3) durch und gewann damit seinen bisher wichtigsten Titel. In Jubel brach er deshalb nicht aus. «Nicht zu feiern, ist mein Ding», sagte er.

Medwedew ist der Mann der Stunde und überholte mit den Turniersiegen in Paris-Bercy und nun in London Roger Federer in der Weltrangliste. Der Schweizer beendet das Jahr, in dem er ein Turnier bestritt und im Januar bei den Australian Open die Halbfinals erreicht hatte, wo er dem späteren Sieger Novak Djokovic unterlegen war, auf dem fünften Platz. Noch vor Alexander Zverev, der wie Federer in Melbourne in den Halbfinals stand, bei den US Open und in Paris-Bercy den Final erreichte und in Köln zwei Turniere gewinnen konnte. Auch vor dem Russen Andrei Rublew, der 2020 die meisten Turniere (5) gewann und die meisten Siege (wie Djokovic 41) holte.

epa08829414 Andrey Rublev of Russia in action during his group stage match against Dominic Thiem of Austria at the ATP Finals tennis tournament in London, Britain, 19 November 2020.  EPA/ANDY RAIN

Andrei Rublew ist sowas wie der Spieler des Jahres. Bild: keystone

Schutz für gut klassierte Spieler

Federer profitiert davon, dass die Profi-Organisation ATP bereits im April entschieden hat, die Weltrangliste einzufrieren. Seither gilt die Regelung, dass die 18 besten Resultate aus dem Zeitraum zwischen März 2019 und März 2020 gelten. Davor fielen Punkte spätestens nach 52 Wochen aus der Wertung, nun geschieht das spätestens nach zwei Jahren. De facto wurde also eine Weltrangliste eingeführt, welche die besten Resultate aus zwei Jahren berücksichtigt. Ein Lösung, die Rafael Nadal seit Jahren propagiert und ihm erlaubt hat, in diesem Jahr als Titelverteidiger auf die US Open zu verzichten, ohne dass ihm die 2000 Punkte aus der Wertung gefallen sind.

epa08834977 Rafael Nadal of Spain in action against Daniil Medvedev of Russia during their semi final match at the ATP World Tour Finals tennis tournament in London, Britain, 21 November 2020.  EPA/ANDY RAIN

Rafael Nadal war an den ATP Finals dabei, auf das US Open jedoch verzichtete er. Bild: keystone

Allerdings hat die Regelung einen Haken: Die 18 Resultate, die in die Wertung einfliessen, müssen bei 18 verschiedenen Turnieren gesammelt worden sein. Heisst: Wer bei jenen Turnieren, die in diesem Jahr noch stattfinden konnten, schlechter abschnitt als im Vorjahr, bei dem bleibt das Resultat aus dem Vorjahr in der Wertung. Konkret bedeutet dies, das kein Spieler Ende des Jahres weniger Punkte in der Wertung hat als am 16. März, als die Weltrangliste eingefroren wurde. Die neue Regelung belohnt also einerseits Spieler, die in diesem speziellen Jahr erfolgreich waren (wie zum Beispiel Andrei Rublew), andererseits schützt sie die besser klassierten.

Bild

Wie die ATP-Weltrangliste aussehen würde, wenn nur Resultate aus dem Jahr 2020 berücksichtigt würden. screenshot: openerarankings.com

Italiener Musetti und Sinner als grosse Verlierer

Grösster Profiteur ist Roger Federer, der sich im Januar und im Sommer jeweils einer Operation am Knie unterziehen musste und im Januar bei den Australian Open in den Tennis-Zirkus zurückkehren will. Er erreichte im Vorjahr in Wimbledon den Final (1200 Punkte), bei den French Open die Halbfinals (720 Punkte) und bei den US Open die Viertelfinals (360 Punkte). In der Wertung blieben auch die 1000 Punkte, die er 2019 für seinen Sieg in Miami erhielt und die 600 Punkte für den Finaleinzug in Indian Wells. Gleiches gilt für die Turniersiege in Halle und die vor der Absage stehenden Swiss Indoors Basel, die ihm je 500 Punkte brachten und die 400 Punkte für die beiden Gruppensiege bei den ATP Finals 2019.

In der bereinigten Weltrangliste, die nur Resultate aus diesem Jahr berücksichtigt, würde Federer Rang 28 belegen. Als er ab 2016 ein halbes Jahr pausiert hatte, fiel er auf Rang 17 zurück, ehe er bei den Australian Open 2017 seinen 18. Grand-Slam-Sieg feierte. Zu den Profiteuren zählen auch der Italiener Matteo Berrettini (ATP 10), der in der Jahreswertung nur Rang 38 belegt, oder Nick Kyrgios (ATP 45 statt 90).

Grösster Verlierer ist der Italiener Lorenzo Musetti (ATP 127), der in der Weltrangliste 66 Plätze schlechter klassiert ist, in der Jahreswertung wird er im 61. Rang geführt. Gleiches gilt für Landsmann Jannik Sinner (ATP 37 statt 20), und den Südafrikaner Kevin Anderson (ATP 81 statt 50). Stan Wawrinka beendet das Jahr auf Position 18 (+1 gegenüber der Jahreswertung).

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