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Bundesrat Alain Berset spricht waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus, am Mittwoch, 24. Februar 2021, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Alain Berset hat klare Vorstellungen davon, wie die epidemiologische Situation bei einer Öffnung aussehen soll. Bild: keystone

Die Öffnungskriterien des Bundesrats sind nicht erfüllt – und besser wird es kaum

Der Nationalrat hat sich für Öffnungen am 22. März ausgesprochen und will damit ein Datum im Gesetz verankern. Der Bundesrat möchte die Öffnungen von der epidemiologischen Situation abhängig machen – zurzeit wären die erforderlichen Kriterien allerdings nicht erfüllt.



Am 1. März sind die ersten Lockerungen in Kraft getreten. Läden sind wieder geöffnet, Freizeitanlagen im Aussenbereich dürfen wieder besucht werden.

Ein Fahrplan für die nächsten Öffnungsschritte steht. Als nächster Termin ist der 22. März festgelegt worden. Der Bundesrat hat diesen allerdings an einige Bedingungen geknüpft. Ob es also wirklich schon Ende März zu den nächsten Lockerungen kommt, ist eng mit diesen Kriterien verknüpft.

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Ob es wirklich zu einer Öffnung kommt und wie diese aussehen soll, entscheidet der Bundesrat am 19. März.

Positivitätsrate

Als erstes Kriterium hat der Bundesrat eine Test-Positivitätsrate von unter fünf Prozent genannt. Dies entspricht der von der Weltgesundheitsorganisation geforderten Obergrenze, um die Entwicklung einer Pandemie seriös verfolgen zu können.

Im Februar fielen zeitweise weniger als fünf Prozent aller in der Schweiz durchgeführten Covid-Tests positiv aus. Inzwischen ist der Wert allerdings auf 6,1 Prozent angestiegen, so dass das Kriterium zur Öffnung zurzeit nicht erfüllt wäre.

Belegung Intensivstationen

Beim zweiten Kriterium sieht die Situation besser aus. Der Bundesrat fordert, dass weniger als 250 Intensivpflegebetten schweizweit von Patienten mit Covid-19 belegt sein dürfen.

Insgesamt stehen in der Schweiz zurzeit 981 IPS-Betten zur Verfügung. Davon sind aktuell 184 durch Covid-19-Patienten belegt. Der vorgegebene Zielwert wird also deutlich unterschritten und das Kriterium wäre somit erfüllt.

R-Wert

Die durchschnittliche Reproduktionszahl der letzten 7 Tage muss für eine Öffnung unter 1 liegen. Jede infizierte Person soll also weniger als eine weitere Person anstecken.

Seit Mitte Dezember bewegt sich der R-Wert in der Schweiz knapp unter 1. Die aktuellsten Berechnungen für den 19. Februar belaufen sich allerdings auf rund 1,06 – damit wäre eine Öffnung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

14-Tage-Inzidenz

Als letztes Kriterium fordert der Bundesrat eine tiefere 14-Tage-Inzidenz als am 1. März, wo diese bei rund 164 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner lag. Der relevante Stichtag ist dabei der 17. März, also zwei Tage vor der entscheidenden Bundesratssitzung. Somit werden möglichst viele verspätete Meldungen über positive Tests berücksichtigt.

Da der 1. März noch nicht weit zurück liegt, ist seither kaum eine verlässliche Tendenz auszumachen. Allerdings lassen die Fallzahlen der letzten Woche eher vermuten, dass die 14-Tage-Inzidenz wieder ansteigen wird. Somit wäre dieses Kriterium, also eine Senkung der Zahlen, aktuell nicht erfüllt.

Prognose

In zwei Wochen muss der Bundesrat über die Öffnungsschritte entscheiden. Bereits jetzt stehen drei der vier Kriterien auf Rot und die Zahlen sind in den letzten Tagen in der Tendenz nicht mehr gesunken.

Wegen Nachmeldungen ist zu vermuten, dass die Zahlen der letzten Tage sogar nochmals etwas nach oben korrigiert werden. Weitere Unsicherheit bringen die Lockerungen vom Montag: Ihre Auswirkungen dürften erst mit leichter Verzögerung zu sehen sein und sich in den aktuellen Statistiken noch kaum zeigen.

Hält der Bundesrat also tatsächlich an seinen Kriterien fest, wird es mit einer Lockerung vor Ostern eng. Schliesslich haben die steigenden Fallzahlen sowohl direkten Einfluss auf den R-Wert, als auch die 14-Tage-Inzidenz und die Positivitätsrate.

Einzig die Situation auf den Intensivstationen dürfte in naher Zukunft keine Sorgen bereiten – schliesslich ist man vom kritischen Grenzwert momentan deutlich entfernt und die Risikogruppe dürfte dank dem Impffortschritt immer besser geschützt sein.

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