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Corona-Mutanten aufgetaucht: WEF in Singapur wird abgesagt

CH Media hat aus Insiderkreisen erfahren: Das Jahrestreffen 2021 in Singapur findet nun doch nicht statt. Die neuen Indien-Mutanten, die im bislang «coronafreien» Inselstaat aufgetaucht sind, durchkreuzen die Pläne. Was aber heisst das für die Zentralschweiz und Davos?

Patrik Müller / ch media



epa08966365 German Klaus Schwab, Founder and Executive Chairman of the World Economic Forum, WEF, waits prior a videoconference with German Chancellor Merkel at the Davos Agenda, in Cologny near Geneva, Switzerland, 26 January 2021. The Davos Agenda is taking place from 25 to 29 January 2021 as an online edition due to the coronavirus disease (COVID-19) pandemic.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

WEF-Gründer Schwab. Bild: keystone

Er rechne fest mit einer physischen Durchführung des WEF-Jahrestreffens in Singapur, sagte der Geschäftsführer des Weltwirtschatsforums, Alois Zwinggi, noch Anfang April im Interview mit der «Schweiz am Wochenende». Zwinggi wusste aber auch, dass die Coronapandemie immer für böse Überraschungen gut ist. «Eine Garantie gibt es in dieser Zeit nie», sagte er, «weder wir als Organisatoren noch Singapur als Durchführungsort haben ein Interesse daran, dass unser Jahrestreffen zu einem Super-Spreader-Event wird».

Das Treffen 2021 wurde von Davos zuerst in die Zentralschweiz und dann nach Singapur verlegt, wobei der Singapur-Termin bereits nach hinten geschoben werden musste.

Hochansteckende Mutante taucht auf Inselstaat auf

Doch in den vergangenen Tagen sind in Singapur, das für seine äusserst restriktive Coronapolitik bekannt ist, die neuen Indien-Mutanten aufgetaucht, die das Land bislang erfolgreich fernhalten konnte. Diese sind stark ansteckend.

Die Regierung, die zuletzt mit Fallzahlen von nur gerade 10 Infektionen pro Woche glänzen konnte, vermeldete eine plötzliche Verfünffachung der Inzidenz. Sofort handelte sie: Die Quarantäne für einreisende Ausländer wurde auf 21 Tage verlängert.

Andere Länder in Asien mit ebenfalls strikter Politik, wie etwa Malaysia, reagierten und verfügten für Einreisende aus Singapur eine 14-Tage-Quarantäne. Der Flugverkehr ist in den vergangenen Tagen deshalb stark eingebrochen.

Nun hat das WEF reagiert. Gründer Klaus Schwab und andere WEF-Manager haben wichtige Entscheidungsträger vorinformiert: Das für 17. bis 20. August geplante Jahrestreffen wird abgesagt. Zu fragil ist die Lage. Dies hat CH Media aus gut informierten Kreisen erfahren.

Bereits vergangene Woche berichtete dieses Portal, dass eine Verkleinerung von 1000 (wie es im April noch hiess) auf nur noch 250 bis 500 Teilnehmern vorgesehen sei. Ein echtes Jahrestreffen wäre das nicht mehr gewesen.

«Enorme Anzahl von Teilnahmeanträgen»

Interessant ist, dass Singapur auf grosses Interesse stiess. Letzte Woche sagte Samuel Werthmüller vom WEF: «Wir werden nicht in der Lage sein, die enorme Anzahl von Teilnahmeanträgen zu berücksichtigen.» Die Lust, wieder mal an ein physisches Treffen zu gehen, war offenbar riesig - nur verbietet es nun die zugespitzte Coronalage in Singapur, den Anlass wie verkündet durchzuführen.

Im Nachhinein ist man immer klüger - aber weil die Corona-Entwicklung in der Schweiz in die richtige Richtung geht, wäre für August ein Treffen in der Zentralschweiz wohl doch möglich gewesen.

Zwar sind die Fallzahlen in der Schweiz nach wie vor viel höher als in Singapur, aber die steigende Impfquote - bis zum WEF im August sollte in der Schweiz die Herdenimmunität erreicht sein - würde eine Durchführung nach aktueller Einschätzung möglich machen. Ein erneutes Umschwenken von Singapur in die Schweiz ist beim WEF aber nicht vorgesehen.

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