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Mangelnder Jugendschutz: Italien will Zugang zu Tiktok sperren

Die Betreiberfirma muss laut italienischen Behörden eine funktionierende Alterskontrolle sicherstellen. Auslöser ist der Tod eines 10-jährigen Mädchens.



Für viele Internetnutzer in Italien soll Tiktok nicht mehr erreichbar sein. Der Grund seien nicht etwa technische Probleme, vielmehr handle es sich um die Folgen einer behördlichen Anordnung, berichtete derstandard.at am Sonntagabend, unter Berufung auf andere Medien.

Die italienische Datenschutzbehörde hatte am Freitag entschieden, den bei jungen Leuten beliebten Social-Media-Dienst temporär sperren zu lassen. Bis zum 15. Februar müsse der Zugang für alle User blockiert werden, deren Alter nicht verlässlich ermittelt werden kann. Sprich: Es seien praktisch alle TikTok-Nutzer betroffen, denn bis anhin gibt es keine verlässliche Alterskontrolle beim Anmelden.

Damit solle laut den Behörden dafür gesorgt werden, dass das von dem Videodienst selbst genannte Mindestalter von 13 Jahren von den Usern auch eingehalten werde.

10-Jährige nach «Challenge» gestorben

Auslöser war der Tod eines zehnjährigen Mädchens: In Palermo war die Zehnjährige nach einer TikTok-«Challenge» gestorben. Das Mädchen hatte sich bei der Mutprobe mit einem Gürtel bewusstlos gewürgt. Ärzte stellten später dessen Hirntod fest. Bei der Aktion strangulieren sich Teilnehmer und filmen sich dabei mit dem Handy.

Über die Medien haben Psychologen und Jugendexperten bereits am Freitag gefordert, gesetzliche Verschärfungen zum Umgang von Kindern mit Handys und sozialen Netzwerken zu erwägen. Es gebe seit Jahren im Netz und in vielen Ländern «Challenges». Diese Herausforderungen seien manchmal lustig, manchmal extrem gefährlich.

Italiens Datenschutzbehörde hatte bereits im Dezember eine Klage gegen TikTok eingereicht, der Betreiberfirma «mangelnde Aufmerksamkeit für den Jugendschutz» vorgeworfen und die Leichtigkeit kritisiert, mit der sich sehr junge Kinder bei der Kurzvideo-App-Plattform anmelden konnten.

Tiktok wird vom chinesischen Unternehmen ByteDance betrieben und hiess früher «musical.ly». Das Unternehmen gelte aufgrund von Bedenken hinsichtlich Daten- und Jugendschutz sowie Spionage und Zensur zugunsten der chinesischen Regierung als umstritten, weiss Wikipedia.

Quellen

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

(dsc)

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