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People sit at setup tables outside a pub in Soho, in London, on the day some of England's third coronavirus lockdown restrictions were eased by the British government, Monday, April 12, 2021.  Pubs, shops and hairdressers have opened as lockdown restrictions are eased Monday. (AP Photo/Alberto Pezzali)

In London feiern die Menschen die seit Mitte April geöffneten Terrassen der Pubs. Bild: keystone

Erstmals keine Covid-Toten, aber eine aggressive Mutante – was in Grossbritannien los ist

Am 9. Mai 2021 starb in ganz England keine Person an Covid-19 – ein weiteres Zeichen für den Erfolg der britischen Impfstrategie. Doch jetzt bereitet die indische Mutation Sorgen.



Good News aus England: Am vergangenen Samstag wurde im gesamten Land kein einziger Todesfall wegen Covid-19 dokumentiert. Das war zum letzten Mal am 7. März 2020 der Fall, also vor über 14 Monaten.

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Nach mehreren Tagen mit Fallzahlen im einstelligen Bereich im letzten Sommer wurde England im darauf folgenden Winter von einer zweiten und dritten Welle überrollt. Zeitweise starben über 800 Personen innert 24 Stunden.

Auch die Fallzahlen sind seit einigen Wochen konstant tief. Im Pro-Kopf-Vergleich bewegt sich England (hier in der Grafik zusammen mit den restlichen Regionen von Grossbritannien) deutlich unter dem Schweizer und dem weltweiten Schnitt.

Allerdings bereitet die schnelle Verbreitung der indischen Mutation den Experten Sorge. Besonders die etwas gefährlicher einzustufende Untervariante B.1.617.2 hat inzwischen einen Anteil von über 10 Prozent an allen Neuinfektionen erreicht – und das in gerade mal vier Wochen.

Lokal scheint die indische Variante sogar noch höhere Anteile zu erreichen. Professorin Christina Pagel vom University College London weist darauf hin, dass die weitverbreitete britische Variante in London aktuell auf «nur noch» 50 Prozent kommt. Sie vermutet, dass B.1.617.2 für den Grossteil der restlichen Infektionen verantwortlich ist.

Anteil an Varianten bei britischen Neuinfektionen

Anteil Varianten an britischen Neuinfektionen

Bild: watson/FT

Weil sie sich so rasant ausbreitet, wurde die indische Variante schon letzte Woche von den britischen Behörden als «Variant of Concern», also als besorgniserregende Variante, eingestuft. Am Dienstag dieser Woche folgte auch die Weltgesundheitsorganisation diesem Schritt. Als besorgniserregende Varianten galten bisher erst die Mutationen aus Brasilien, Grossbritannien und Südafrika.

Laut den englischen Gesundheitsbehörden sei die indische Variante im Minimum so leicht übertragbar wie die bisher in England dominante britische Variante B.1.1.7. So sind beispielsweise nur 38 Prozent der Fälle bei Reisenden festgestellt worden, die restlichen Infektionen fanden lokal statt. Ob sie auch schwerere Verläufe fordert oder ob es eine Immunflucht geben könnte, ist noch unklar, dafür ist die Variante zu jung.

Die Situation erinnert an Mitte November, wo die «neue» Variante B.1.1.7 in einem vergleichbaren Zeitraum einen gleich hohen Anteil erreichte – und in den kommenden Monaten für Rekord-hohe Zahlen im ganzen Land sorgte (siehe Grafik im folgenden Tweet). Es folgte eine schwierige Zeit für das Gesundheitswesen und ein erneuter Lockdown.

Allerdings gibt es einen ganz entscheidenden Unterschied: Inzwischen ist ein grosser Teil der Menschen in Grossbritannien mindestens einmal geimpft. Mit einer Situation wie in Indien mit überfüllten Spitälern und vielen Todesfällen wird Grossbritannien laut Pagel denn auch nicht rechnen müssen: «Dafür sind unsere Impfquoten zu hoch. Die Impfung wird helfen, selbst wenn es eine gewisse Immunflucht gäbe (wofür es zurzeit kaum Anzeichen gibt).» Trotzdem ist ihr Fazit: «Aber gut ist das, was hier passiert, trotzdem nicht.»

«Trotzdem werden wir nicht mit einer Situation wie in Indien enden. Unsere hohen Impfquoten werden helfen. Aber gut ist das trotzdem nicht.»

Professor Christina Pagel, University College London

Rund ein Viertel der Bevölkerung in England ist vollständig geimpft. Bemerkenswert hoch ist dabei die Impfquote bei den Personen ab 60 Jahren. Inzwischen sind auch Personen ab 40 Jahren zur Impfung zugelassen.

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