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Warum sich ein Apple-Leaker die Augenbrauen abrasieren muss

Jon Prosser verdient sein Geld mit Tech-Gerüchten und Insider-Informationen zu neuen iPhones und anderen Gadgets. Dann schlägt Apple zurück.



1. Akt – Auftritt des, äh, Helden

Dürfen wir vorstellen: Jon Prosser.

Berüchtigter Apple-Leaker, grossmäuliger YouTuber und stolzer Träger eines Paars Augenbrauen.

Noch-Träger, muss man anfügen.

Bild

Wurde auch schon als «der Leaker, der noch nie danebenlag», bezeichnet. Tempi passati. screenshot: twitter

Anfang März lässt Prosser bei Twitter verlauten:

«Ich rasiere mir die Augenbrauen ab, wenn es nicht am 23. stattfindet.»

Er meint das Datum für den nächsten Apple-Event.

Eine «sehr zuverlässige Quelle» habe ihm das Datum bestätigt, versichert Prosser gewohnt selbstsicher.

Zahlreiche Blogger und Online-Medien greifen (wie üblich) das Gerücht auf und verbreiten es um den Globus.

2. Akt – das Drama nimmt seinen Lauf

Am Dienstag diese Woche fragt die bekannte Tech-Journalistin Joanna Stern den Apple-Leaker via Twitter:

«An wen willst du deine Augenbrauenhaare schicken?»

Joanna Stern, «Wall Street Journal»

Wir alle liegen mal falsch. Kann passieren.

Apple-Leaker Jon Prosser erkannte spätestens am Dienstag, dass etwas nicht stimmte mit seiner Prognose für den 23. März. Denn Apple verschickt die Einladungen an die Presse jeweils immer eine Woche vor dem Event.

Bei dem (aus Prossers Sicht) verhängnisvollen Irrtum zum ersten Apple-Event des Jahres 2021 ist jedoch etwas Spezielles passiert. Und das treibt viele Beobachter um.

Was das Gerücht vom 23. März so interessant mache, sei die Art und Weise, wie mehrere Leute gleichzeitig darauf hereinfielen, konstatiert der US-Techblog iMore.

Die Tatsache, dass das gleiche Datum in mehreren Twitter-Feeds innerhalb weniger Stunden aufgetaucht sei, werfe Fragen auf bezüglich der Quelle.

«Benutzen diese Apple-Leaker vielleicht alle die gleiche(n) Quelle(n)?»

Oliver Haslam, Tech-Journalist

3. Akt – Apples Anti-Leak-Team und brennende Fragen

Prosser prognostiziert nun, dass die Apple-Show stattdessen nächsten Monat (April) stattfinden werde. Und er will anscheinend in einem seiner nächsten YouTube-Videos auf die Hintergründe zu der Fehlinformation eingehen.

Das dürfte auch Apples Anti-Leak-Team gespannt verfolgen. Der US-Konzern kämpft mit eigenen Ermittlern und einem Heer von Anwälten gegen die Weitergabe von Insider-Informationen. Denn diese können schlimmstenfalls Geschäftsgeheimnisse beinhalten und sind börsenrelevant.

Oder hat gar das Anti-Leak-Team selbst die Fehlinformation gestreut, um diejenigen zu entlarven, die Informationen an Blogger und die Presse weitergeben?

Prosser selbst scheint sich dessen nicht sicher. Er twitterte am Donnerstag, es sei absolut unglaublich, wie es Apple geschafft habe, gleichzeitig mehrere (ansonsten) zuverlässige Leaker zu täuschen.

Tweet des Apple-Leakers Jon Prosser.

Screenshot: Twitter

Eine offizielle Bestätigung dafür wird es seitens des verschwiegensten Techkonzerns der Welt nicht geben.

Dafür wissen wir, dass Prosser die Niederlage mit Humor nimmt und seine Wettschuld begleichen will.

Gestern twitterte er eine Fake-Einladung zum 23. März, die das Apple-Logo trägt, begleitet von «See you hair».

Tweet des Apple-Leakers Jon Prosser

Screenshot: Twitter

4. Akt – das grosse Finale

Prosser haben wir es zu verdanken, dass nun die gesamte Tech-Bubble und alle anderen, die mit ihm ein Hühnchen zu rupfen haben, gespannt warten. Auf den 23. März. Den Tag, an dem Apple ziemlich sicher überhaupt nichts vorstellen wird.

Bild

screenshot: twitter

PS: Selbstverständlich wird watson über den weiteren Verlauf der haarigen Geschichte berichten. Und natürlich auch über die neuen Apple-Produkte, die im April kommen. 😉

Update 1: Hat er es bereits getan? Am Donnerstagmittag twitterte Prosser:

Update 2: Das Video ist bei YouTube verfügbar

abspielen

Video: YouTube/FRONT PAGE TECH

Wer bis hierhin gelesen hat, kann zur Kenntnis nehmen, dass Jon Prosser mehr als einen PR-Stunt macht, wenn er sich in einem kommenden Video die Augenbrauen rasiert. Er werde die Werbeeinnahmen an eine Hilfsorganisation spenden, die kranken Kindern hilft, verspricht der Apple-Leaker.

Quellen

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