DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ab Ende 2019 wird der erste E-Porsche ausgeliefert.
bild: porsche

Porsche enthüllt sein erstes Elektroauto – es ist genau so teuer, wie du befürchtet hast

Mit dem Taycan wagt sich nun auch Porsche aus der Deckung und präsentiert sein erstes reines Elektroauto. Die Investitionen in das Zukunftsprojekt sind immens, die Erwartungen aber auch.
05.09.2019, 10:11

Dass ihre Autos ja eigentlich kein Mensch braucht, ist etwas, mit dem sie gern kokettieren bei Porsche. Braucht keiner, will aber jeder. Das Motto ist schon ziemlich alt, zieht aber immer noch, vor allem wenn es besonders PS-starke und zugleich eher nicht so alltagstaugliche Supersportwagen zu bewerben gilt.

Apropos Marketing: Hier sieht man den Taycan im Speed-Test auf einem Flugzeugträger.

Der Taycan schlägt da womöglich ein bisschen aus der Art. Am Mittwoch hat das erste reine Elektromodell aus Stuttgart-Zuffenhausen seine Weltpremiere gefeiert - gleichzeitig an drei Standorten auf drei Kontinenten. Ab Ende des Jahres wird es ausgeliefert, die USA machen den Anfang, dann folgen Europa und China.

  • Taycan Turbo S: 761 PS, in 2.8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, ab 237'500 Franken
  • Taycan Turbo: 680 PS, in 3.2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, ab 194'900 Franken
  • Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h
  • Nach WLTP gemessene Normreichweite: 412 km (Turbo S) und 450 km (Turbo).
  • 100 km nachladen in fünf Minuten
  • Auf 80% geladen in 22,5 Minuten (bei maximaler Ladeleistung von 270 kW)
  • Akkupakete bis max. 94,4 kWh
  • Pro Achse jeweils ein Elektromotor, zweistufiges Getriebe

«Weil der Taycan erstmals mit einer Bordspannung von 800 statt 400 Volt arbeitet, zapft er den Strom schneller als andere», schreibt Spiegel Online. An der richtigen Säule eingestöpselt, reichen demnach fünf Minuten Ladezeit für 100 Kilometer und etwas mehr als 20 Minuten für einen Ladestand von 80 Prozent.

Bereits 2016 hatte Porsche Konzept-Bilder des Mission E, so der Projektname des Taycan, präsentiert und das erste Ergebnis der Elektro-Offensive für 2019 in Aussicht gestellt. Die Deutschen halten Wort und was Fans besonders freuen dürfte, der Taycan kommt dem Konzept-Auto Mission E ziemlich nahe. «Nach meiner Einschätzung ist dies das erste Auto, das den Namen Tesla-Jäger verdient», sagt der sonst eher kritische Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen gegenüber Spiegel Online.

Der Taycan in Bildern

1 / 23
Porsche lanciert erstes Elektroauto
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Grosse Erwartungen

Die Erwartungen sind gross. Porsche steht, wie die Branche insgesamt, wegen Dieselskandal und der Debatte um Fahrverbote in der Kritik und wird skeptisch beäugt. Der Konzern selbst hat Nachhaltigkeit und Elektromobilität unter Einsatz von Milliardenbeträgen zu Top-Themen gemacht und gar den Beginn einer neuen Ära ausgerufen - und muss nun liefern.

Insofern braucht also vor allem auch die VW-Tochter selbst jetzt den Taycan. Und ob den dann wirklich jeder will - und wer ihn will - muss sich erst zeigen. Da geht es Porsche gerade nicht anders als allen anderen Autobauern, die zum Sprung ins Elektro-Zeitalter ansetzen.

«Der Einstieg in neue Technologien ist nie ohne Risiko zu bewältigen», sagt Porsche-Chef Oliver Blume. Aber ohne den Mut dazu sei in der Zukunft eben auch nichts zu holen.

Porsche enthüllt den Taycan

6 Milliarden für E-Mobilität

Der Konzern nimmt bis 2022 sechs Milliarden Euro in die Hand, um gross in das Geschäft mit der Elektromobilität einzusteigen, stellt 1500 neue Leute eigens dafür ein. Das komplette Werk am Stammsitz in Zuffenhausen wurde in den vergangenen Monaten für den Taycan aus- und umgebaut.

«Wir haben uns mit dem Taycan bewusst für ein Segment entschieden, in dem unsere Marke bislang noch nicht vertreten war», sagt Blume. Schaut man auf die Verkaufszahlen, hätte sich das boomende SUV-Segment zum Start auch bei Porsche womöglich eher angeboten – also die sicherere Variante sozusagen, auf die auch Mercedes, Audi, Jaguar, Tesla und viele andere setzen. Der Taycan hingegen ist irgendwo zwischen dem Klassiker 911 und dem viertürigen Panamera zu verorten. Den aktuellen Topseller, den kleinen SUV Macan, soll es zwar auch als reine E-Variante geben - aber erst 2022.

Das Cockpit ist mit grossen Touchscreens gepflastert.
bild: porsche

30'000 Vorbestellungen

Die Frage, ob der Konzern aus der Elektro-Nummer zur Not auch nochmal herauskäme, falls es nicht läuft, stelle sich nicht, meint Blume. «Ich bin fest davon überzeugt, dass die Elektromobilität eine Erfolgsstory für Porsche wird», sagt er. Bauen kann der Konzernchef darauf, dass sich weltweit schon Tausende Menschen in den vergangenen Monaten quasi eine Katze im Sack gekauft haben.

Für jeweils 2500 Euro Anzahlung hat Porsche Vorbestellungen für den Taycan angenommen, von dem bis Mittwoch kaum jemand wusste, wie er in der Serienversion aussieht und wie er sich fährt. Blume wird deshalb auch nicht müde zu betonen, dass auch ein E-Porsche natürlich ein echter Porsche sei.

Offiziell ist seit Monaten von mehr als 20'000 Interessenten die Rede, die schon eine Anzahlung geleistet haben. Produktionschef Albrecht Reimold hat jüngst aber auch schon von mehr als 30'000 gesprochen. Mindestens 20'000 Taycan pro Jahr will Porsche bauen.

Nach oben ist Kapazität, von bis zu 40'000 war schon zu lesen. Auch dazu wollte sich Blume bisher nicht festlegen. Experte Reindl hält es für durchaus möglich, dass mit dem Taycan auch ganz neue Käuferschichten erschlossen werden können. Es sei indes sehr wichtig für Porsche, sagt er, dass sich die einzelnen Segmente nicht kannibalisieren.

781 PS: Porsches ganz eigene Definition von Nachhaltigkeit.
781 PS: Porsches ganz eigene Definition von Nachhaltigkeit.
bild: porsche

Um die weltweit verschiedenen Klimaschutzvorgaben einhalten zu können, plant der Konzern damit, 2025 rund die Hälfte aller Fahrzeuge elektrifiziert oder mit reinem Elektroantrieb zu verkaufen. Beim Panamera etwa gelingt das schon, der wird in Europa schon seit einiger Zeit mehrheitlich als Hybridversion ausgeliefert.

Von seiner Ikone lässt Porsche hingegen die Finger. Der 911er mit Elektromotor kommt dann doch erst einmal nicht in Frage. Porsche will auch die Verbrenner weiterentwickeln, wobei sich das im Fall der Stuttgarter auf Benzinmotoren beschränkt. Neue Diesel gibt es bei Porsche nicht mehr.

Eine Hybridversion des 911ers kann sich der Chef zwar prinzipiell vorstellen, machbar wäre es auch, konkret geplant ist es bisher aber nicht. Der 911er sei eine feste Grösse in der Produktpalette, sagt Blume. «Er wird noch lange mit einem Verbrennungsmotor unterwegs sein.»

Welches Auto würdest du – das nötige Kleingeld vorausgesetzt – eher kaufen?

(oli/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese crazy Porsche-Sammlung wird am 28.9.2019 versteigert

1 / 15
Diese crazy Porsche-Sammlung wird am 28.9.2019 versteigert
quelle: rmsothebys.com / rmsothebys.com
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Autofahrer sind recht mühsam»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mobility setzt auf Elektroautos und drückt beim Bau von E-Ladestationen aufs Pedal

Das Carsharing-Unternehmen Mobility setzt in Zukunft ganz auf die Elektromobilität und baut dazu ein eigenes Netz von Ladestationen auf. In spätestens drei Jahren sollen die ersten 300 E-Ladestationen im Einsatz sein, wie Mobility am Donnerstag schreibt.

Bis im Jahr 2030 will Mobility die gesamte Fahrzeugflotte mit den rund 3'000 Autos an den über 1'500 Standorten elektrifizieren. Das hatte das Unternehmen bereits vergangenen Sommer angekündigt. Die höchste Hürde auf dem Weg dahin sei der …

Artikel lesen
Link zum Artikel