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epa08634974 People crowd Bondi Beach as warm weather returns to the east coast of Australia in Sydney, Australia, 30 August 2020. Australia has reached another two pandemic milestones, recording its 600th death and over six million virus tests. EPA/DEAN LEWINS AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Eine Aufnahme von Bondi Beach in Sydney am 30. August 2020. Die australische Zeitung «Herald Sun» steht wegen eines anderen Strandbildes in der Kritik, das die Realität verzerre. Bild: EPA AAP

Corona-Strandfoto zeigt viele Leute auf wenig Fläche – doch die Realität ist anders

Eine unabhängige australische Fotografin prangert einen möglichen Manipulationsversuch der grössten Tageszeitung des Landes an.



Die australische Künstlerin Sarah Walker hat am Sonntag bei Twitter eine spezielle Medienkritik veröffentlicht. Sie prangert die Veröffentlichung eines Strandbildes durch die grösste Tageszeitung des Landes an. Und sie versucht, die Leute aufzuklären, wie solche Aufnahmen entstehen.

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«Die ‹Herald Sun› hat gestern dieses Bild des Strandes von Ocean Grove gebracht. Sieht wahnsinnig voll aus, oder? Erschreckend. Nun, Zeit für eine Lektion über die Wirkung von Objektiven auf ein Foto.»

Dumm gelaufen für die «Herald Sun», dass Walker selber am Strand war und den Fotografen beobachtete.

«Ich habe den Fotografen gesehen, der diese Bilder aufgenommen hat. Es ist schwer zu übersehen, wenn ein Mann ein Einbeinstativ und ein Objektiv (Lens) von der Grösse eines Kleinkindes trägt.»

quelle: twitter

Das riesige Tele-Objektiv (gemäss Walkers Schätzung 400 Millimeter) komprimiere den Abstand zwischen den fotografierten Objekten massiv. Durch die Aufnahme am Strand lasse es die Menschen sehr, sehr nah beieinander aussehen.

Ocean Grove sei am Samstag überfüllt gewesen. Aber die Menschen hätten in den meisten Fällen «einen sehr beeindruckenden Job gemacht», um auf Distanz zu bleiben. Die Polizei sei vor Ort gewesen, um alles im Auge zu behalten.

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screenshot: twitter

Sarah Walker kommentiert, dass der Fotograf wohl mit einem klaren Auftrag an den Strand geschickt wurde:

«Aufnahmen (Shots) wie die in der ‹Herald Sun› passieren nicht zufällig. Niemand geht mit einem so grossen Objektiv zum Fotografieren raus, es sei denn, der Fotoredakteur hat ausdrücklich um eine Aufnahme gebeten, die die Leute aufregt. Die Leute sagen, dass die Kamera nicht lügt. Das ist aber nicht wahr.»

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Sarah Walker, Jahrgang 1988, beschreibt sich auf ihrer Website als eine in Melbourne lebende Schriftstellerin, Künstlerin und Fotografin. bild: sarahwalker.work

Das folgende GIF zeige den Einfluss der Linsen-Komprimierung:

Die «Herald Sun» gilt als auflagenstärkste Zeitung und gehört zum Imperium des 89-jährigen Medienmagnaten Rupert Murdoch, ein US-Amerikaner australischer Herkunft.

Sarah Walkers Tweet erreichten bis Montag über 10'000 Interaktionen und ein Twitter-User rief ein bekanntes Zitat des US-Fotografen Lewis Hine (1874-1940) in Erinnerung: «While photographs may not lie, liars may photograph» (Während Fotos nicht lügen dürften, dürfen Lügner fotografieren).

(dsc, via Twitter)

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