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Das Cover zum ersten «Streets of Rage» ist Programm: Intensive Prügelorgie in den Strassen. bild: zvg

Auf die Zwölf! Das sind die 15 besten Prügelspiele aller Zeiten

Von links nach rechts marschieren und böse Buben verhauen: Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre boomten die Sidescrolling-Beat'em-Ups in den Spielhallen und auf den Heimkonsolen. Wir blicken zurück und präsentieren die besten Brawler von früher.



Der geschichtliche Rahmen war meistens überall gleich: Eine Gang macht in einer Metropole Randale und entführt auch noch die Freundin eines der Haudegen. Diese muss natürlich befreit werden und gleichzeitig wird der bösen Truppe auf offener Strasse ordentlich der Marsch geblasen. Mal war es eine Tochter, mal die Schwester oder des Vaters Cousine, die gerettet werden musste.

Nach und nach wurde das Setting ein bisschen verändert, es kamen Monster und Roboter und noch ganz andere abgefahrene Inhalte und Figuren hinzu. Das Spielprinzip war aber stets gleich: Von links nach rechts in der Hülle eines Helden oder einer Heldin durch die Areale wandern, alles weghauen, ab und zu was essen, um die Energieleiste zu füllen, und auch mal Hieb- und Stichwaffen sowie Wurfgegenstände verwenden, um der Horden Herr zu werden.

Unzählige Brawler wurden vor allem Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre auf die Spielgemeinde losgelassen, die vor allem zu zweit jede Menge Spielspass vor dem Bildschirm versprachen. Heute ist das Genre so gut wie tot, möchte man meinen. Doch das Feuer scheint noch nicht ganz erloschen zu sein. Der Indie-Titel «Slaps and Beans» ist ein klassisches Sidescrolling-Beat'em-Up, das vor allem den Nostalgikern gefällt und jüngst erschien. Und vor kurzem wurde der vierte Teil von «Streets of Rage» angekündigt. Die bekannte Sega-Marke verzichtet beim Neuling zwar auf Pixelgrafik, hat aber schon jetzt einen eigenwilligen Charme, wenn man sich den Trailer zu Gemüte führt. Wann und für welche Systeme das Prügelspiel erscheint, ist noch unklar. Aber alleine mit der Ankündigung dürfte bei vielen Retrofans das Herz aufgehen.

Auch bei den folgenden Titeln dürfte die eine oder andere Erinnerung aufflackern. Herkömmliche Beat’em-Ups à la «Street Fighter 2», wo nur Zweikämpfe vorherrschen und innerhalb eines Zeitlimits in einer begrenzten Arena aufs digitale Maul gehauen wird, wurden übrigens nicht berücksichtigt.

«Double Dragon» (1987)

Das erste «Double Dragon» erschien für die Spielhalle und war ein grosser Magnet. Zwei Spieler gleichzeitig übernahmen die Rolle der Brüder Billy und Jimmy Lee, um das Mädchen Marian aus den Händen einer finsteren Gang zu befreien. Der Rest ist Videospielgeschichte. Das Prügelspiel wurde für zahlreiche Videospielkonsolen und Heimcomputer umgesetzt, bekam Fortsetzungen spendiert und sogar einen Kinofilm, über den man aber besser nicht reden sollte. Das erste «Double Dragon» war optisch keine Schönheit und einige Bösewichter hatten ganz üble, hässliche Wasserköpfe. Doch der Spass, den man damals mit seinen Freunden in der Spielhalle und danach mit den Heimversionen hatte, war unbezahlbar.

«Final Fight» (1989)

Capcom hat mit «Final Fight» einen Spielhallenklassiker erschaffen. Im Vergleich zu anderen Genre-Vertretern schienen die Figuren damals riesig auf dem Bildschirm. Auch hier wieder das altbekannte Problem: Eine Stadt versinkt im Sumpf des Verbrechens und Familienmitglieder werden entführt. Der muskuläre Bürgermeister Mike Haggar höchstpersönlich hat die Schnauze voll und zieht mit schicker Latzhose und zwei Kumpels im Schlepptau in den Strassenkrieg. Auch wenn viele Gegner, vor allem bereits erledigte Endgegner, gegen Ende des Spiels immer wieder mehrfach auftauchten und den Schwierigkeitsgrad in die Höhe hoben, der Capcom-Titel hatte eine für damalige Verhältnisse unglaublich detailverliebte Optik und punktete mit abwechslungsreichen Hintergründen und Kampfarealen.

«Golden Axe» (1989)

In den 80er-Jahren waren Barbaren-Filme sehr beliebt. Arnold Schwarzenegger sei Dank. Muskelbepackte, eingeölte Hünen mit langen Schwertern und wehenden Haaren waren total angesagt. «Golden Axe» bot also kein klassisches Stadtszenario, sondern war im Mittelalter oder besser gesagt in einem Fantasy-Setting angesiedelt. Als besonders männlicher Held, knapp bekleidete Kriegerin oder schlagkräftiger Zwerg ging es auf die Jagd nach Monstern und Menschen mit besonders aggressiven Verhaltensweisen. Unvergessen bleibt die Möglichkeit auf den Rücken von Reittieren in die Gegner zu donnern. Natürlich wurde auch hier eine Prinzessin entführt, es gab diverse Fortsetzungen und Portierungen für allerhand Systeme.

«Robo Army» (1991)

Dieses Prügelspiel erschien vorerst nur in der Spielhalle und machte mit seinem aussergewöhnlichen Setting auf sich aufmerksam. Als Cyborg haute man diverse Blechkameraden kaputt und sorgte dafür, dass die Schrauben nur so durch die Luft flogen. Auch technische Hilfsmittel und die kurze Anwendung von Gadgets waren in diesem Zukunftsszenario möglich. «Robo Army» war eine willkommen Genre-Abwechslung, die vor allem optisch einen anderen Weg ging. Der SNK-Titel erschien später auch für die Heimkonsole Neo Geo und Neo Geo CD und besitzt heute einen zeitlosen Trash-Charme.

«The Simpsons Arcade Game» (1991)

Dieses Spiel war einfach eine Mordsgaudi und vor allem für Fans der TV-Serie ein Genuss. Es gab unzählige Anspielungen, Auftritte von bekannten Figuren aus Springfield und mit der Optik hatte man das Gefühl gleich selber in einer Folge mitzuspielen. Als Homer, Marge, Bart oder Lisa prügelte man sich durch die bunte Kleinstadt. Natürlich ist auch hier eine Entführung der Auslöser für eine dramatische Handlung: Die kleine Maggie hat einen Diamanten verschluckt und der gierige Smithers hat das jüngste Simpsons-Kind gleich mitentführt. Mit «The Simpsons Arcade Game» hat Konami ein kunterbuntes, sehr unterhaltsames Prügelspiel abgeliefert, das auch heute noch bestens unterhält.

«Turtles in Time» (1991)

Dieses Prügelspiel für den Super Nintendo mit den allseits bekannten und sehr beliebten Turtles ist für viele heute das beste Sidescrolling-Beat'em-Up aller Zeiten. Kein Wunder, denn dieser Brawler war beinahe perfekt. Die Stages waren abwechslungsreich, man reiste durch die Zeit, es gab kleine Fahr- und Flug-Missionen, einen treibenden Soundtrack und eine bunte Comicoptik, die der Franchise gerecht wurde. Vor allem im Zweispielermodus wurde «Turtles in Time» zur riesigen Spassgranate. Unvergessen bleibt der Moment, als man zum ersten Mal einen Gegner packte und in die Richtung der Kamera werfen konnte. Cowabunga!

«Streets of Rage 2» (1992)

Der zweite Teil der Sega-Klopperei ist schlicht ein Meisterwerk. Er übertraf den schon sehr guten Erstling mit abwechslungsreichen Levels, unterschiedlichen Gegnern, abgefahrenen Endgegnern und einem Wahnsinns-Soundtrack von Yuzo Koshiro. Verbrecherboss Mr. X hatte wiedermal die gesamte Stadt im Würgegriff und sage und schreibe vier unterschiedliche Spielfiguren standen zur Auswahl, um sich die Metropole zurückzuerobern. Auch dieser Titel war in der Spielhalle konsumierbar, wurde aber später hauptsächlich auf dem Sega Mega Drive gespielt und galt vor allem für erwachsene Gamer als Vorzeigetitel. Ihr wollt wiedermal einen intensiven Brawler erleben, dann spielt bitte diesen.  

«X-Men Arcade Game» (1992)

In meinen Erinnerungen gibt es einige Marvel-Versoftungen, wo unterschiedliche Heldinnen und Helden aus dem Comic-Kosmos die Fäuste schwangen. Doch dieser Ableger blieb am intensivsten haften. Sechs Teammitglieder standen zur Verfügung: Wolverine, Storm, Nightcrawler, Cyclops, Colossus oder Dazzler konnten ausgewählt werden. Es galt natürlich den Oberschurken Magneto zu verhauen, weil der halt wiedermal Böses im Schilde führte. Auf dem Weg zum Obermotz stellten sich auch andere bekannte Bösewichte in den Weg. Kurz: Für Marvelfans war dieses Spiel ein Genuss. Man schlüpfte nicht nur in die Rolle seines Lieblingshelden, sondern traf eben halt auch auf die coolen Antagonisten. Team Wolverine!

«Mutation Nation» (1992)

Dieser Brawler schickte die Spielerinnen und Spieler in die Zukunft. Im Jahr 2050 lief irgendetwas schief. Ein Virus hatte diverse Menschen in Monster verwandelt, die nun eine ganze Stadt ins Chaos stürzten. Bevor diese Kreaturen die ganze Welt überrennen, musste die City natürlich gesäubert werden. Die Hauptfiguren hatten aufladbare Spezialfähigkeiten, das Setting war schön schmutzig und heruntergekommen und überhaupt war Mutation Nation etwas ganz anderes als der Einheitsbrei, der in den Spielhallen vorherrschte. Beim Science-Fiction-Artdesgin war zudem schön zu erkennen, wie der erste Alien-Film die Macher beeinflusste. Wer das nötige Kleingeld hatte konnte sich die Heimversion für Neo Geo kaufen. Später gab es auch eine günstigere Version für Neo Geo CD.

«Cadillacs and Dinosaurs» (1992)

Diesen Spieltitel von Capcom muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das Prügelspiel basierte auf einem Comic und wurde gleichzeitig zu einer Animationsserie in die Spielhalle gebracht. Obwohl es der Titel suggerierte, wurden hier keine Dinosaurier regelmässig verprügelt. Dennoch tauchten aber ab und zu die grossen Tiere als versklavte Handlanger auf. Denn in der fernen Zukunft ist eine böse Gesellschaft in den Besitz von Dinosauriern gekommen und terrorisiert damit jetzt die Menschheit. So oder ähnlich. Das alles wurde mit ganz viel Charme inszeniert und könnte trashiger nicht sein. Leider erschien das Spiel nur in der Spielhalle. Warum es keine Heimumsetzung gab, bleibt ein Rätsel.

«Batman Returns» (1992)

Als die ersten Screenshots dieser Filmversoftung auftauchten, traute man seinen Augen kaum. Denn «Batman Returns» für das Super NES sah unglaublich gut aus. Detaillierter Batman, detaillierte Gegner, detailliert Kulisse. Dieser Prügeltitel war ein Fest für die Augen und gab die Stimmung des zweiten düsteren Batman-Streifens von Tim Burton perfekt wieder. Grosser Pluspunkt: Das Spiel vermittelte damals das Gefühl, dass man wirklich in die Rolle von Batman schlüpfen würde und es mit der gesamten Verbrecherstadt aufnehmen könnte. «Batman Returns» ist auch heute noch hervorragend spielbar und sehr kurzweilig. Einen Zweispielermodus gab es nicht. Das war aber nicht schlimm. Denn wer brauchte schon einen Robin?

«Rival Turf!» (1992)

Dieser Brawler für das Super NES ist eigentlich Software-Trash, der mittlerweile zu einem Kultspiel in der Genre-Fangemeinde wurde. Alleine das Cover war zum Fremdschämen und der Inhalt machte vieles einfach nicht richtig. Die Geschichte war zwar nicht weniger originell als bei der Konkurrenz (jemand wurde entführt!), aber die Optik mochte so gar nicht überzeugen, war detailarm und hatte diesen ausgewaschenen Look. Die Steuerung der Figur wurde oft zum Krampf und die Dudelmusik war eine Strafe für die Ohren. Ein Genre-Tiefpunkt aber mit den heutigen Augen eine wundervolle Trash-Perle, wo sich eine Runde immer noch lohnt. Gutes darf auch mal schlecht sein.

«Mighty Morphin Power Rangers» (1994)

Sind wir ehrlich: Dieses Spiel haben wir uns damals nur gekauft, weil wir die TV-Serie verschlungen haben. Auch wenn dieses Prügelspiel ein paar unfaire Stellen hatte, die Optik so gar nicht schön war und die Konkurrenz eigentlich viel mehr zu bieten hatte, haben wir es geliebt. Denn das Spiel gab uns die Möglichkeit auf dem Super Nintendo oder auf dem Mega Drive in die Rolle unserer TV-Helden zu schlüpfen und ein eigenes Abenteuer zu erleben. Und das Intro ist auch bei diesem Videospiel einfach Kult: Go Go Power Rangers!

«Comix Zone» (1995)

Dieses Mega Drive-Spiel ging inhaltlich als auch optisch ganz neue Wege. Man bewegte sich in einem Comiclayout und kämpfte sich von Bild zu Bild. Hauptfigur Turner war quasi in seinem eigenen Comic gefangen und musste sich nun Seite für Seite herauskämpfen. Unvergessen bleibt der Moment, wo eine imaginäre Hand neue Gegner und Objekte direkt in den Comic hineinzeichnete und damit die vierte Wand durchbrach. Obwohl die Fachpresse damals den Titel abfeierte, bekam er auf dem Markt nie die Anerkennung, die dieses Videospiel eigentlich verdient hätte.

«Asterix & Obelix» (1995)

Wenn man es genauer betrachtet ist dieses Spiel für das Super NES und andere Spielkonsolen kein klassisches Sidescrolling-Beat'em-Up. Zwar wurde auch hier ordentlich geprügelt, so wie es sich für die berühmten Gallier gehört, aber es gab auch diverse Hüpfpassagen und die stringente Laufrichtung von links nach rechts auf einer Ebene war ebenfalls nicht immer vorhanden. Aber wenn man mit den beiden Kumpels den Römern ordentlich auf die Mütze geben konnte, wollen wir mal beide Augen zudrücken. Die spinnen halt, die Römer!

Haben wir ein wichtiges Spiel vergessen? Rein damit in die Kommentarspalte!

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Video: watson/nico franzoni

Bilder aus einer Zeit, als man sich auf die Nerds noch verlassen konnte

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