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epaselect epa08340379 Priest Jose Luis Hernandez conducts a mass via internet through the social media while he looks at pictures sent by neighbors to fight loneliness in Quel, La Rioja, Spain, 03 April 2020. According to Jose Luis, he used to give the mass via Facebook Live from the church's Facebook page, but has now switched to Youtube because it has 'a better quality'. Nevertheless, he is also studying other alternatives.  Countries around the world are taking increased measures to stem the widespread of the SARS-CoV-2 coronavirus which causes the Covid-19 disease.  EPA/RAQUEL MANZANARES

Predigen übers Internet in Pandemiezeiten. Bild: EPA

Kommentar

Coronavirus und 5G: YouTube verliert den Kampf gegen die Verschwörungstheorien

In Grossbritannien werden Handy-Masten angezündet. Fehlt eigentlich nur noch, dass von Social Media in die Irre geleitete, «besorgte Bürger» wieder mit der Hexenverfolgung anfangen.



YouTube geht angeblich verstärkt gegen Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus und 5G-Strahlung vor. Dies nachdem es in Grossbritannien innert 24 Stunden vier Attacken auf Mobilfunk-Antennen gegeben hat.

Die Google-Tochter wolle aktiv Videos entfernen, die gegen die Nutzungs-Richtlinien verstossen, wie der «Guardian» am Sonntag berichtete. Weiterhin erlaubt seien Inhalte, die sich nur «konspirativ» ums Thema 5G-Mobilfunknetze drehten, ohne dabei das Coronavirus zu erwähnen.

Die Weigerung von YouTube, Videos mit völlig falschen Informationen über 5G zu entfernen, könnte das Unternehmen auf Kollisionskurs mit der britischen Regierung bringen. Der Kulturminister werde intensive Gespräche führen mit Vertretern von Facebook, YouTube und Twitter. Er werde ihnen die Haltung seiner Regierung verdeutlichen, dass die Verbreitung von 5G-Falschinformationen nicht akzeptabel sei.

Brandanschläge auf Masten

Laut «Guardian» hatte der britische Mobilfunk-Provider Vodafone darüber informiert, dass zwei seiner eigenen Masten und zwei, die man mit der Konkurrentin O2 teile, ins Visier genommen wurden. Auf drei weitere Masten seien in der vergangenen Woche Brandanschläge verübt worden.

Der Vodafone-Chef:

«Es ist kaum zu glauben, dass einige Leute genau die Netzwerke schädigen wollen, die während dieser Sperrzeit die wesentlichen Verbindungen zu den Notfalldiensten, dem NHS [National Health Service] und dem Rest des Landes bereitstellen.»

quelle: guardian.com

Zur Verbreitung der als falsch entlarvten Verschwörungstheorie via Instagram trugen laut «Guardian» bekannte Persönlichkeiten bei, wie der britische Profixboxer Amir Khan. Aber auch die Schauspieler Woody Harrelson und Amanda Holden hätten den «gefährlichen Unsinn» weiterverbreitet.

Ein Video zeigte laut «Guardian» einen Mann, der behauptete, ein ehemaliger leitender Angestellter eines britischen Providers zu sein. Der Mann habe fälschlicherweise behauptet, dass Coronavirus-Tests tatsächlich zur Verbreitung des Virus verwendet würden und dass die Pandemie geschaffen wurde, um Todesfälle wegen 5G-Strahlung zu verbergen.

Der Generaldirektor der Branchenverbandes der Mobilfunkindustrie (GSMA) sah sich zu einer Stellungnahme veranlasst. Es sei bedauerlich, dass kritische Infrastrukturen auf der Grundlage abstruser Unwahrheiten angegriffen werde.

«Wir fordern alle auf, den Gesundheitsbehörden zu vertrauen und darauf zu vertrauen, dass die Kommunikationstechnologie sicher ist. Es gibt keine Verbindung zwischen 5G und Covid-19.»

theguardian.com

YouTube erklärte, man habe seit Februar tausende Videos, die gefährliche oder irreführende Coronavirus-Informationen verbreiteten, manuell überprüft und entfernt.

Die Meinung des Digital-Redaktors

Schon 2018 kommentierte der Digital-Redaktor: Die populärste Video-Plattform der Welt, die auch von watson genutzt wird, ist eine treibende Kraft bei der Verbreitung von Verschwörungstheorien und Hassbotschaften. Ein Tummelplatz für Extremisten und Psychopathen, der ideale Nährboden für alle Feinde von Demokratie und Aufklärung.

Auslöser damals war ein Highschool-Massaker.

Seither hat YouTube ein bisschen aufgerüstet beim Personal, um gewisse Inhalte etwas schneller zu löschen. Doch das Grundproblem bleibt: Das Unternehmen profitiert von der Verbreitung von Unwahrheiten und Lügen.

Die Empfehlungs-Algorithmen sind darauf ausgerichtet, eine möglichst hohe Aufmerksamkeit, bzw. viele Klicks, zu erzeugen. Ob aus Sensationsgier oder anderen Motiven: Wir sollten aufhören, unser wertvollstes Gut, die Zeit, dafür zu vergeuden.

«Verschwörungstheorien sind fast so ansteckend wie das Coronavirus.»

Hugo Stamm

Empfehlungs-Algorithmen sind auch bei Facebook verheerend:

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«Hate Speech» bei Facebook – was toleriert wird, und was nicht

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