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Das sind die berühmten Battletoads und sie haben mächtig Lust auf Randale.
Das sind die berühmten Battletoads und sie haben mächtig Lust auf Randale.
bild: zvg
Review

Zwischen Wutausbruch und Nostalgieflash: Das neue «Battletoads» weckt Emotionen

Die legendären Kampfkröten sind zurück und haben eine grosse Portion Videospielspass im Gepäck. Leider braucht aber auch diese neue Version wie früher viele Nerven.
30.08.2020, 19:03

Anfang der 90er-Jahre waren die «Teenage Mutant Ninja Turtles» bei uns ganz gross und die neuen Helden im Kinderzimmer. Trickfilme, Actionfiguren und natürlich auch Videospiele prasselten auf uns herunter und machten uns glücklich. Schon damals galt in der Populärkultur, was erfolgreich ist, kann in der Regel mit ein paar witzigen Einfällen einfach kopiert und auf die Masse losgelassen werden.

So erblickten schliesslich die «Battletoads» das Licht der Unterhaltungswelt und bekamen natürlich auch ihr eigenes Videospiel serviert, das 1991 erschien und zwei Jahre danach auch in unseren Breitengraden konsumiert werden durfte und später auch mit weiteren Umsetzungen gesegnet wurde.

So sah das damals auf dem NES aus ...

Wutausbrüche im Jugendzimmer

Dieses Prügelspiel schrieb schliesslich Videospielgeschichte. Nicht aber weil es besonders originell war, sondern weil es durch seinen sehr hohen Schwierigkeitsgrad für Aufmerksamkeit und für immensen Frust in den Jugendzimmern sorgte. Das Ding war einfach stellenweise hammerhart, unfair und sorgte für ganz viele Wutausbrüche.

Und das sah dann so aus:

Dieser Racingabschnitt mit den Hoverbikes war damals eine echte Qual.

Nun sind die drei Super-Kröten wieder zurück und ballern mit ihrem absurden Humor, ihrer extravaganter Optik und mit grosser Portion Nostalgie aus allen Rohren. Und ja, auch diese jüngste Version braucht verdammt viele Nerven ...

Wohin wandern die Battletoads und warum? Spielt keine Rolle, denn die Geschichte ist komplett egal.
Wohin wandern die Battletoads und warum? Spielt keine Rolle, denn die Geschichte ist komplett egal.
bild: zvg

Sinnlose Hintergrundgeschichte

Die Kampfkröten Zitz, Rash und Pimple befinden sich im Alltagsstress und langweilen sich gewaltig bei ihren stupiden Jobs. Die Flucht in Tagträume reicht den drei Helden von damals aber nicht mehr aus und so kommt es, dass sie irgendwie ein Wiedersehen mit einer alten Rivalin feiern, irgendwie dann auf böse Aliens treffen und irgendwie einer Geschichte nachgehen, die überhaupt keinen Sinn macht und die sehr, sehr schnell in den Hintergrund wandert.

Die Story ist für dieses etwa fünfstündige Kurzfutter aber auch komplett egal, denn das Prügel-Gameplay soll schliesslich für den wahren Spielspass sorgen. Und das tut es auch. Klassisch von links nach rechts wandert man durch bunte, abgespacete Levels und gibt diversen Monstern und Fantasiekreaturen auf die Nase.

Dabei kann jederzeit im Einspielermodus zwischen den drei Kröten gewechselt und ihr individuelles Schlagrepertoire ausgenutzt werden. Hat ein Mitglied des Trios keine Energie mehr, kommt automatisch die nächste Spielfigur auf die Gasse geflogen und kämpft weiter. Im Koop-Modus können dann bis zu drei Mitspieler gleichzeitig austeilen und eine feine Offline-Prügel-Party erleben.

Es wird bunt und oft chaotisch in der Prügelwelt der Kampfkröten.
Es wird bunt und oft chaotisch in der Prügelwelt der Kampfkröten.
Bild: zvg

Animationsfest mit überdrehter Comicoptik

Die Bedienung der aggressiven Zeitgenossen ist simpel und schnell können knutschbunte und oft auch ziemlich übertriebene Specialmoves und Kombos auf die Alien-Horden losgelassen werden. Oft folgt ein Animationsfest mit überdrehter Comicoptik nach dem anderen, wo schon mal der Überblick verloren gehen kann. Button-Mashing Ahoi!

Standardgegner vom Fliessband, Zwischenbosse und klassische Endgegner wollen auf dem Weg zum Ziel weggehauen werden. Dazwischen gibt es immer wieder mal einen netten Spruch zum Fremdschämen und noch eine übertriebene Comicsequenz oben drauf, wo schon mal mit den Augen gerollt werden kann.

Warum nicht einfach mal mit einem Waschbecken eins über den Schädel ziehen?
Warum nicht einfach mal mit einem Waschbecken eins über den Schädel ziehen?
bild: zvg

Hass-Levels mit ganz hohem Frustfaktor

Die Prügelabschnitte werden immer wieder durch diverse Minispiele unterbrochen, die dann u.a. für echtes Nervenflattern sorgen. Während die Haudrauf-Sequenzen oder die klassischen Hüpfabschnitte für viel Spass und vor allem für eine grosse Portion Nostalgie sorgen, sind die Racingabschnitte mit den Hoverbikes eine echte Qual.

Hier müssen Hindernisse auf der Strasse blitzschnell umfahren und über Abgründe hinweggesprungen werden. Und während diesen Passagen verliert jede noch so ruhige Spielerseele die Fassung. Nur wer ultraschnelle Reflexe hat oder gleich die gesamte Fahrbahn auswendig lernt, hat eine Chance, das Levelende zu erleben. Selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad sind diese sauschweren Abschnitte nur mit viel Energie, Aufwand und Geduld zu meistern. Diese Hass-Levels sorgen für einen massiven Spielspasseinbruch und die geschundene 90er-Jahre-Spieleseele fragt sich, warum man sich sowas in der Gegenwart überhaupt noch antut.

Hass-Level: Die Spielabschnitte mit den Hoverbikes brauchen ganz viel Nerven.
Hass-Level: Die Spielabschnitte mit den Hoverbikes brauchen ganz viel Nerven.
bild: zvg

Kurzweiliger Prügelspass mit Frustpotential

Fazit: Das neue «Battletoads» ist ein kurzweiliger, überdrehter Prügelspass mit knalliger Comicoptik, Haudrauf-Humor und antreibendem Soundtrack.

Abwechslung wird durch die Platzierung von diversen Minispielen geboten, wobei aber gerade die Hoverbike-Abschnitte unnötig schwer und unfair ausfallen. Dadurch wird der Flow mit den Füssen getreten und ein Weiter- respektive Durchspielen wird erschwert.

Wer den kompletten Spielspass erleben möchte, holt sich Verstärkung auf das Sofa, um eine kleine aber feine Offline-Prügelpartie wie damals zu erleben.

«Battletoads» ist erhältlich für Xbox One und PC. Freigegeben ab 7 Jahren.

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