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«Super Mario 64» war der erste 3D-Ausflug des Nintendo-Maskottchens.
«Super Mario 64» war der erste 3D-Ausflug des Nintendo-Maskottchens.
bild: zvg
Review

«Super Mario 3D All-Stars» weckt alte Game-Erinnerungen – gute und schlechte

Nintendos Schnauzträger feiert seinen 35. Geburtstag. Zu diesem Anlass werden drei Videospiel-Klassiker nochmals hübsch aufbereitet und in einer Spielesammlung auf den Markt gebracht. Ob sich der Kauf aber auch wirklich lohnt?
17.09.2020, 20:06

Am 13. September 1985 erblickte «Super Mario Bros.» in Japan das Licht der Videospielwelt und war in vielerlei Hinsicht wegweisend für das noch junge Unterhaltungsmedium. Nach der grossen Videospielkrise war dieser eine Titel massgeblich daran beteiligt, dass die Branche einen gewaltigen Schub nach vorne bekam.

Auch nach 35 Jahren hat unser lieber Super Mario nichts von seinem Charme verloren und seine weltweite Fangemeinde regelmässig glücklich gemacht. Nach seinem ersten Jump’n’Run-Ausflug folgten weitere Abenteuer, die wir alle mit positiven Erinnerungen verbinden. Nun ist das Firmen-Maskottchen 35 geworden. Und weil Super Mario-Fans nie genug vom Hüpferich bekommen, gibt es jetzt eine Spielekollektion, die drei unvergessliche 3D-Abenteuer von damals beinhaltet.

«Super Mario 64» kommt im Oldschool-Format 4:3 daher.
«Super Mario 64» kommt im Oldschool-Format 4:3 daher.
bild: zvg

Mario hüpft und rennt wie gewohnt durch knuddelige Levels, darf meistens Prinzessin Peach aus den Fängen von Erzfeind Bowser befreien oder dringt in Welten vor, welche die Spielenden regelmässig verzücken. Alle Spiele wurden für den Birthday-Anlass mit einer höheren Auflösung gesegnet, um unsere Augen zu erfreuen. Während «Super Mario 64» im Oldschool-4:3-Format daherkommt gibt es bei «Super Mario Sunshine» und «Super Mario Galaxy» das 16:9-Verhältnis.

«Super Mario 64» (Nintendo 64, 1997)

Der erste Mario-Ausflug in die 3D-Welt weckt bei vielen nicht nur schöne Videospielerinnerungen aus jüngeren Jahren, sondern funktioniert auch heute noch spielerisch prächtig. Super Mario begibt sich in seiner N64-Version auf Erkundungstour im Peach-Schloss, um die holde Maid wiedermal aus den Klauen von Bowser zu befreien. Dabei werden fleissig goldene Sterne gesammelt, um Türen zu öffnen, die wiederum den Weg in unterschiedliche Levels freigeben. Auf seinem Weg entdeckte man immer neue Sprungvarianten und das frei begehbare Schloss lockte mit seinen Geheimnissen und thematisch unterschiedliche Levels, die man mittels Sprung in ein Gemälde an der Wand erreicht.

Für viele Videospielkinder war die damalige Optik von «Super Mario 64» berauschend.
Für viele Videospielkinder war die damalige Optik von «Super Mario 64» berauschend.
bild: zvg

«Super Mario 64» besitzt den wohl grössten Nostalgie-Bonus in der Kollektion. Die neue Art der Spielbarkeit war revolutionär und wegweisend für die vielen noch kommenden 3D-Jump’n’Runs der Konkurrenz. Für jüngere Spielerinnen und Spieler mag der Look heute sehr verstaubt rüberkommen, doch damals war das für uns Videospielkinder eine Offenbarung.

«Super Mario Sunshine» (Nintendo GameCube, 2002)

Im GameCube-Abenteuer ist für einmal Super Mario der Oberschurke. Jedenfalls für die Bewohner der Isla Delfino. Denn diese sind überzeugt davon, dass der Schnauzträger für die Verschmutzung auf der Insel verantwortlich ist und wird prompt dafür verurteilt. Nun soll er mit dem Dreckweg 08/17, eine mobile Wasserpumpe auf seinem Rücken, das Eiland vom Dreck befreien und gleichzeitig die wahren Hintergründe aufdecken.

In «Super Mario Sunshine» hüpft und spritzt unser Hüpferich auf einer Insel herum.
In «Super Mario Sunshine» hüpft und spritzt unser Hüpferich auf einer Insel herum.
bild: zvg

«Sunshine» ist zwar immer noch ein gutes Mario-Abenteuer, zeigt aber schnell, warum dieses Videospiel bei vielen Nintendo-Jüngern nicht so gut ankam. Ein wasserspritzender Super Mario, der sich mehr im Abenteuer-Genre tummelte, statt auf ein traditionelles Jump’n’Run setzte, war zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig. Nach dem «Super Mario 64»-Hit waren die Erwartungen aber auch sehr hoch, ein neues Meisterstück kreiert zu bekommen. Auch die immer noch teils fummelige Steuerung und wirre Kameraperspektiven machen erneut klar, warum dieser Titel nicht der ganz grosse Wurf wurde, den man sich normalerweise von Nintendo gewohnt war.

«Super Mario Galaxy» (Wii, 2007)

«Galaxy» war ein Fest und Meilenstein in der Spielreihe. Super Mario überwand die Schwerkraft, oben war plötzlich unten und er hüpfte von Planet zu Planet, um die Spuren von Bowser zu verfolgen, der wiedermal die Prinzessin Peach entführt hatte. Jedes Level überzeugte dabei mit innovativen Spielideen und der Wow-Effekt war permanent vorhanden.

In «Super Mario Galaxy» überwand Mario die Schwerkraft.
In «Super Mario Galaxy» überwand Mario die Schwerkraft.
bild: zvg

Damals dachte man, dass ein solches Videospiel nicht mehr getoppt werden konnte. Und dann erschien später «Super Mario Galaxy 2» und zeigte, dass Nintendo nochmals eine Schippe drauf legen konnte. Beim Nachfolger kam man aus dem Staunen schlicht nicht mehr heraus. Kein Spielabschnitt, kein Level fühlte sich wie das andere an und alles wurde mit so viel Detailliebe versehen, dass ein Glücksmoment auf den nächsten folgte. Leider fehlt der famose Nachfolger in der Spielekollektion. Ob dieser eventuell später noch digital nachgereicht wird, wissen wohl nur die Nintendo-Götter.

Nette Musik und kuriose Verkaufspolitik

In der Spielekollektion befinden sich auch über 170 Tracks aus den oben genannten Videospielen, die sogar konsumiert werden können, wenn der Switch-Bildschirm ausgeschaltet ist. Eine nette Idee. Doch auch wenn es sich dabei um limitierte Videospielalben von damals handelt, sind so gut wie alle Tracks bereits heute in irgendeiner Form erhältlich. Und der Nintendo-Hardcore-Fan ist sowieso bereits im Besitz dieser legendären Scheiben.

Trotz tollem Inhalt, die Verkaufspolitik dieser jüngsten Spielekollektion sorgt für Stirnfalten: Die physische Version ist nur in begrenzter Auflage erhältlich und die digitale Version wird nur bis Ende März 2021 im Nintendo eShop erhältlich sein. Das alles sorgt für einen faden Beigeschmack und wirkt nicht so Nintendo-like, wo Kundenfreundlichkeit stets ein wichtiges Gut ist. Eine solch kuriose Verkaufspolitik, die im Vorfeld bei nervösen Fans viel Unruhe stiftete, hätte der Traditionshersteller aus Japan nicht nötig gehabt.

Eine individuelle Entscheidung

Fazit: Dass jeder und jede mit Super Mario viele persönliche Videospiel-Erinnerungen besitzt, ist offensichtlich. Wie gross der Drang ist dieses oder jenes Abenteuer nochmals durchzuspielen und wie intensiv dabei die Nostalgie getriggert wird, ist sehr individuell.

Bei mir war der Impact bei «Super Mario 64» am grössten, weil dieses Abenteuer damals für mich optisch und spieltechnisch ein gewaltiger Schritt nach vorne war und mich dieses eine Spiel im wahrsten Sinne des Wortes in ein neues Level hievte. Mit «Sunshine» kann ich heute immer noch wenig anfangen, während mir «Galaxy» wieder gezeigt hat, wie bahnbrechend und frisch dieser Titel war und immer noch ist. Gleichzeitig vermisse ich jedoch schmerzlich den Nachfolger, der den Erstling nochmals toppen konnte.

Befremdlich bleibt die Verkaufspolitik von Nintendo, die bei vielen Fans im Vorfeld das Blut zum kochen brachte. Gerade Nintendo sollte wissen, wie gerne viele Franchise-Fans und Sammler zur physischen Version greifen anstatt sie digital zu erwerben und dass eine strikte Limitierung auf negative Reaktionen stossen wird. Eine kuriose Entscheidung, die so gar nicht zum Unternehmensbild passen will und bei einem 35. Maskottchen-Geburtstag nicht nötig gewesen wäre.

«Super Mario 3D All-Stars» ist ab dem 18. September erhältlich für Nintendo Switch und freigegeben ab 7 Jahren.

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