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Tyler trifft nach vielen Jahren seine Zwillingsschwester wieder, um gemeinsam die Vergangenheit aufzuarbeiten. bild: zvg

Review

«Tell Me Why» ist ein bewegendes Videospiel-Drama, das unter die Haut geht

Die «Life is Strange»-Macher Dontnod haben ein neues Videospiel-Drama erschaffen, das in drei Teilen veröffentlicht wird. Wir haben die Geschichte bereits komplett durchgespielt und verraten, ob sich die Reise lohnt.



Die Zwillinge Alyson und Tyler haben eine bewegende Kindheit hinter sich. Nach zehn Jahren treffen sich die beiden endlich wieder, um gemeinsam ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.

Nach dem Tod ihrer Mutter sind die beiden gezwungen das Haus in Alaska, in dem sie aufgewachsen sind, zu räumen und zu verkaufen. Dabei werden sie mit unterschiedlichen Erinnerungen konfrontiert, die nacheinander aufzeigen, wie genau ihre Mutter starb und welch düsteres Geheimnis sie mit ins Grab nahm. Die Spurensuche bringt ein Wiedersehen mit alten Charakteren und Örtlichkeiten, die Schritt für Schritt Licht ins Dunkel bringen. Das Seelenheil der beiden wird schliesslich immer mehr erschüttert und das Familiendrama wird mehr und mehr zu einem Kriminalfall.

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Endlich wieder vereint: Die Zwillinge Tyler und Alyson machen sich auf die Reise zu ihrem Elternhaus. bild: zvg

Im falschen Körper geboren

Während Alyson zu Beginn der Geschichte auf den ersten Blick noch anscheinend eine ganz ausgewogene Teenie-Vergangenheit besitzt, hat Tyler eine viel bewegendere Ausgangslage. Tyler wurde nämlich ursprünglich als Mädchen geboren, fühlte sich aber schnell im falschen Körper. Heute ist er ein junger Mann, der nach vielen Jahren der Abwesenheit endlich seine Schwester wieder umarmen kann.

Warum er genau so lange abwesend war und welche Irrungen und Wirrungen er bestreiten musste, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, auch wenn diese Fakten schon in den ersten Spielstunden enthüllt werden. Aber «Tell Me Why» funktioniert am besten, wenn man mit so wenig Vorwissen wie möglich in die Geschichte einsteigt.

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Das Haus am See lässt viele Nostalgie-Gefühle hochkommen. bild: zvg

Zwischen Konfrontationskurs und Emotionen zügeln

In unterschiedlichen Szenarien schlüpft man abwechselnd in die Rolle der Zwillinge und steuert Alyson und Tyler durch festgelegte Innen- und Aussenräume. Entweder müssen dabei ganz simpel einzelne Gegenstände gefunden oder ein Gespräch mit einer Figur geführt werden, bis diese die nötige Information preisgibt, damit sich die Geschichte weiterentwickeln kann.

Bei den Dialogen gibt es verschiedene Vorgehensweisen, wie man sich gegenüber der Person verhalten kann. Gehe ich auf Konfrontationskurs oder zügle ich meine Emotionen? Wie ich mich auch entscheide, es hat Auswirkungen auf das weitere Verhältnis der Protagonisten und kann auch zu einem anderen Ende der Geschichte führen.

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Schon als Kinder hielten die Zwillinge immer fest zueinander. bild: zvg

Spielerische Herausforderungen bleiben klein

Auch das Übersinnliche hat im neusten Spiel von Dontnod wieder seinen festen Platz. Die Zwillinge können nicht nur telepathisch miteinander kommunizieren, sondern werden regelmässig mit Echos aus der Vergangenheit konfrontiert. Trifft man auf solche Vergangenheits-Vibes, wird auf Knopfdruck eine Erinnerung freigeschaltet, die wiederum eine neue Erkenntnis liefert. Zwischendurch gibt es ein paar Rätsel zu knacken, die mit Geduld und mit der Hilfe von gefundener Lektüre gelöst werden können.

Spieltechnisch lässt dieses interaktive Drama also etwas zu wünschen übrig. Die Herausforderungen an die Spielenden sind klein. Hin und wieder können Sammlungsgegenstände gefunden werden und wer mag, kann beim Stöbern in den einzelnen Spielabschnitten noch tiefer in die Vergangenheiten der einzelnen Figuren abtauchen, um der Geschichte noch mehr Drama-Substanz zu verschaffen.

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Immer wieder treffen die Zwillinge auf persönliche Erinnerungen, die sie verarbeiten müssen. bild: zvg

Viele Fragen und starke Atmosphäre

Dass «Tell Me Why» spieltechnisch äusserst marginal ausfällt, tut der Atmosphäre aber keinen Abbruch. Denn diese zieht euch schnell in ihren Bann. Im Verlaufe der Reise tauchen so viele Fragen und mysteriöse Begebenheiten auf, dass man kaum mehr davon los kommt.

Was genau geschah damals mit der Mutter? Warum haben die Zwillinge unterschiedliche Erinnerungen und wer ist eigentlich ihr Vater? Diese und ähnliche Fragen fesseln vor allem ab dem zweiten Kapitel an den Controller. Zusätzlich gibt es immer wieder Entscheidungsmöglichkeiten, die am eigenen Gewissen nagen. Habe ich mich jetzt richtig entschieden? Das alles schreit nach einem erneuten Durchspielen.

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Alyson hat teilweise ganz andere Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter als Tyler. bild: zvg

Eine Formel mit Herz

Fazit: Wer die Dontnod-Videospiele mag, wird auch mit diesem jüngsten Streich sehr zufrieden sein. Die Entwicklerinnen und Entwickler sind sich bei ihrer Formel mit Herz sehr treu geblieben.

Spieltechnisch gibt es kaum eine grosse Herausforderung, dafür überzeugt die bewegende Geschichte der Zwillinge. Das Schicksal der beiden, das sich immer mehr in eine Krimigeschichte verwandelt, bleibt spannend und gewinnt vor allem im letzten Kapitel an intensiver Fahrt.

Auch audiovisuell darf man zufrieden sein, wenn auch einige Nebenfiguren unterschiedliche Animations-Qualitäten aufweisen und der Kitsch-Filter in einigen Szenen doch bisschen gar stark aufgetragen wurde. Doch wenn der atmosphärische Soundtrack von «Tell Me Why» nach dem Spielende in der Endlosschleife läuft und noch lange über das Erlebte sinniert wird, haben die Macherinnen und Macher sehr viel richtig gemacht.

«Tell Me Why» ist erhältlich für Xbox One und PC. Kapitel 1 und 2 sind bereits erhältlich. Das dritte und letzte Kapitel erscheint am 10. September. Freigegeben ab 12 Jahren.

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