DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV --- ZUR BMK 2018 VON SALT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG, AM MITTWOCH, 13. MAERZ 2019 --- A sales assistant uses a smart phone, in the Salt store in the Niederdorf of Zurich, Switzerland, on May 22, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Verkaeuferin benutzt ein Smartphone, in der Salt Filiale im Zuercher Niederdorf, am 22. Mai 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Was die Zahl der Schlichtungsverfahren betrifft, gibt es einen klaren Verlierer ... Bild: KEYSTONE

Swisscom, Sunrise, Salt oder UPC? So viel Ärger verursachen die Schweizer Provider

Die Schweizer Mobilfunk-Provider haben mit einer stattlichen Zahl von Kundenbeschwerden zu kämpfen. Nun sind pikante Details publik geworden.



Nicht nachvollziehbare Rechnungen für Handy-Verbindungen, SMS-Abofallen: Wenn Mobilfunk-Nutzer Ärger haben mit ihrem Provider, können sie sich an die Schlichtungsstelle der Schweizer Telekombranche wenden, Ombudscom genannt.

Wie häufig das passiert und wie die Streitfälle ausgingen, war bislang ein gut gehütetes Geheimnis. Doch nun hat die SRF-Redaktion vor Bundesverwaltungsgericht gewonnen und konnte die Ombudscom-Daten einsehen.

Dank eines aktuellen Berichts bei srf.ch wissen wir, wie oft die wichtigsten Provider, namentlich Swisscom, Sunrise, Salt und UPC, solche Schlichtungsverfahren durchlaufen mussten. Und zwar über den Zeitraum der vergangenen vier Jahre.

Die Auswertung zeige, dass in den letzten fünf Jahren über 6000 Schlichtungsverfahren durchgeführt wurden. Mit Abstand am meisten Verfahren fielen auf Salt, schreibt SRF, «insbesondere, wenn man die kleine Kundschaft im Vergleich zu den anderen Anbietern in Betracht zieht».

«Das ist kein gutes Zeugnis, das ist weit unter unseren Ambitionen.»

Salt-CEO Pascal Grieder quelle: srf.ch

Salt habe sich seither massiv verbessert, versichert der Geschäftsführer. Allerdings gebe es zu 2019 von Seiten der Ombudscom noch keine Zahlen, konstatiert SRF, «den Beweis für Grieders Aussage muss Salt somit noch erbringen».

Die Hauptärgernisse aus Kundensicht:

Immerhin: Die Gesamtanzahl der Fälle nimmt seit 2015 kontinuierlich ab. Und dieser Trend werde 2019 weitergehen, hat Ombudsmann Oliver Sidler gegenüber SRF verraten.

Lohnt sich eine Beschwerde bei der Ombudscom?

Ja, findet SRF.

Dass sich ein Gang vor die Schlichtungsstelle lohnen könne, zeige die Statistik. «Bei einer grossen Mehrheit der Fälle, die nicht vom Antragsteller zurückgezogen werden, kommt eine Schlichtung zustande.»

Rund die Hälfte aller Fälle werden laut Bericht schon vor einer Schlichtung vom Kunden zurückgezogen: Wohl weil der betroffene Provider dem Beschwerdeführer entgegenkommt und versucht, den Fall selber zu lösen.

Warum sträubten sich die Provider gegen Transparenz?

Solche Beschwerdefälle sind natürlich keine gute Werbung. Und sie kosten Geld, wie der «Beobachter» 2017 berichtete.

«Die Kosten für dieses Verfahren muss der Anbieter zahlen, für den Kunden kann höchstens eine Behandlungsgebühr von bis zu 20 Franken verrechnet werden. Die Gebühren betragen zwischen 200 und 3000 Franken. Wegen dieser hohen Kosten versuchen Anbieter oft, ein solches Verfahren zu vermeiden.»

quelle: beobachter.ch

Die Ombudscom hatte vor Gericht argumentiert, sie unterstehe nicht dem Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip in der Verwaltung (BGÖ) und könne die von der SRF-Redaktion verlangten Daten daher nicht veröffentlichen. Daraufhin zog SRF den Fall vor das Bundesverwaltungsgericht, das im März 2019 im Sinne von SRF urteilte. Ein juristischer Sieg, der Transparenz bringt. Die SRF-Redaktion schreibt:

«Somit können Privatpersonen wie auch Journalistinnen und Journalisten Einblick in die Statistiken der Ombudscom und weitere Dokumente verlangen. Die Ombudscom muss dann die betroffenen Anbieter kontaktieren.»

Alle Daten und die Methodik hinter der Auswertung seien nun auf dem Open-Data-Portal von SRF Data zu finden.

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die turbulente Geschichte des Schweizer Mobilfunks

1 / 30
Die turbulente Geschichte des Schweizer Mobilfunks
quelle: keystone / martin ruetschi
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Zuviel am Handy? Dr. Watson weiss, woran du leidest

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Im Netz kursieren Verschwörungstheorien über das 5G-Netz – 14 Fakten, die du kennen musst

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen 5G-Netz.

Die Schweizer Mobilfunkanbieter rühren die Trommel für das Mobilfunknetz der 5. Generation. Sunrise und Swisscom gehören weltweit zu den ersten Mobilfunkfirmen mit einem 5G-Netz. Salt zieht in der zweiten Jahreshälfte nach.

Doch was die einen freut, verunsichert andere: Wie viele neue Antennen braucht es? Steigt mit 5G die Strahlenbelastung? Kann das neue Netz gar Krebs verursachen?

Nebst Warnrufen von seriösen Ärzten kursieren im Internet auch abstruse Verschwörungstheorien, die nur ein Ziel …

Artikel lesen
Link zum Artikel