Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
The oceanfront lot bought by Facebook for the site of its proposed landing spot for a submarine fiberoptic cable that would connect America with Asia is seen in Tierra del Mar, Ore., Thursday, Jan. 9, 2020. This tiny coastal village is opposing the plan. Representatives of the social media giant say Tierra del Mar is a rare spot on the U.S. West Coast that's suitable for the cable. But village residents worry vibrations from drilling for the cable landing will damage the foundations of homes and septic systems. A hearing is scheduled for Thursday. (AP Photo/Andrew Selsky)

In Tierra del Mar, Oregon, liegt das von Facebook gekaufte Grundstück mit Meeranstoss, über das ein Tiefsee-Glasfaserkabel Amerika mit Asien verbinden soll. archivBild: AP

Facebook lässt im Meer 25'000 Liter Bohrflüssigkeit und Schrott zurück

Ein Zwischenfall auf einer Unterwasser-Baustelle vor der US-Westküste hat die Behörden alarmiert. Offenbar versäumten es die Verantwortlichen, rechtzeitig zu informieren.



Facebook habe im April vor der Küste von Oregon zerbrochene Ausrüstung und Tausende Gallonen Bohrflüssigkeit auf dem Meeresgrund zurückgelassen, schreibt The Verge und beruft sich auf Berichte regionaler Medien.

Konkret geht es um eine Baustelle für ein Tiefseekabel, das durch den Pazifik nach Asien hinüberführen soll. In der US-Küstengemeinde Tierra del Mar wolle das Unternehmen Edge Cable Holdings den «Landeplatz» errichten für das Glasfaserkabel. Dann stiess man im April bei Arbeiten in 15 Meter Wassertiefe auf harten Fels und der Bohrer brach ab.

Laut Facebook ist das zur «Schmierung» der Bohrstelle verwendete Material Bentonit biologisch abbaubar und ungiftig. Die gut 24'000 Liter Flüssigkeit stellten keine direkte Bedrohung für die Umwelt dar. Allerdings wurden die Behörden im US-Bundesstaat offenbar erst sieben Wochen nach dem Zwischenfall informiert, was nun für heftige Kritik sorgt.

Die zuständige Behörde verlangt nun laut einem lokalen Medienbericht von Facebooks Tiefseekabelfirma, eine umfassende Analyse der potenziellen Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltauswirkungen vorzulegen.

Bedenken der Anwohner

Die Bewohner von Tierra del Mar hatten seit Bekanntgabe des Tiefseekabel-Projekts 2018 befürchtet, dass es zu Problemen für Einheimische und Umwelt kommen könnte.

Eine der grössten Bedrohungen bei einem Vorfall wie diesem sei gemäss Experten die Freisetzung von Bohrflüssigkeit, die das Leben auf dem Meeresgrund schädigen und das Grundwasser kontaminieren könnte. Je nachdem, welche Chemikalien in der Flüssigkeit enthalten sind.

«Facebook sollte eine hohe Geldstrafe auferlegt werden, um alle Kosten des Staates im Umgang mit diesem hässlichen Fiasko zu decken», forderte die gemeinnützige Interessenvertretung Oregon Coast Alliance in ihrem Juli-Newsletter.

Amazon ist beteiligt

Facebook wollte gegenüber The Verge nicht sagen, ob es die Unfallstelle mit den zurückgelassen Materialien weiter überwache und ob es für allfällige Schäden aufkomme.

Es ist laut Verge-Bericht nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen bei Unterwasser-Bohrungen kaputte Ausrüstung zurücklassen, wenn das Ausgraben kostspieliger wäre oder noch mehr Zerstörung verursachen könnte.

Facebook plane, den Bau im Jahr 2021 fortzusetzen. Es werde der Endpunkt für das «JUPITER»-Tiefseekabelsystem, das die USA mit Japan und den Philippinen verbinden solle. Amazon und SoftBank besässen auch Teile des Kabels.

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Facebook und Microsoft verlegen High-Speed-Kabel im Meer

Ein acht Kilometer langer Müll-Teppich

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie steht es ums Amazonasgebiet? Die 10 wichtigsten Antworten zu den Waldbränden

Im Amazonasgebiet brennen seit Tagen grosse Flächen Regenwald. Doch was passiert in Brasilien eigentlich? Und werden die Feuer überhaupt bekämpft? Hier die 10 wichtigsten Fragen und Antworten, damit du einen Überblick über die Waldbrände kriegst.

Gewaltige Brände wüten derzeit im Amazonas-Regenwald in Brasilien, Paraguay und Bolivien. Bilder aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zeigen das Ausmass des Waldbrandes. Wie schlimm die Situation tatsächlich ist und was dagegen getan wird, erfährst du hier:

Die Brände wüten nicht nur in Brasilien, sondern auch in anderen Staaten Südamerikas, allen voran Venezuela, Bolivien und Kolumbien.

Gleichwohl liegt das Epizentrum der gegenwärtigen Katastrophe im grössten Staat Südamerikas, namentlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel