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Proteste gegen Familienpolitik

Zehntausende demonstrieren in Spanien gegen Abtreibung



Zehntausende Abtreibungsgegner haben in Madrid gegen die Familienpolitik der spanischen Regierung protestiert. Die konservative Führung des Landes müsse ihr Wahlversprechen einhalten und die Abtreibung «abschaffen», forderten die Demonstranten.

Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy war von einer ursprünglich geplanten Verschärfung der Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch abgerückt.

An der Kundgebung vom Samstag nahmen nach Polizeischätzung 60'000 Menschen teil, die Organisatoren sprachen von 1,4 Millionen. Unter den Teilnehmern waren nach Medienberichten mehr als 20 Abgeordnete von Rajoys Volkspartei (PP) sowie auch die ebenfalls der PP angehörenden Bürgermeisterin der Hauptstadt, Ana Botella.

Bis zur 14. Woche zugelassen

Die Organisatoren der Kundgebung drohten Rajoy mit einer «Bestrafung» bei den Parlamentswahlen im Herbst 2015. Laut einer Umfrage erwägen 30 Prozent der PP-Wähler, wegen des Rückziehers in der Abtreibungs-Politik einer anderen Partei ihre Stimme zu geben.

Ähnlich wie in den meisten Ländern Europas sind Abtreibungen in Spanien bis zur 14. Schwangerschaftswoche zugelassen. Rajoys PP hatte in ihrem Wahlprogramm angekündigt, diese 2010 von den Sozialisten eingeführte Regelung aufzuheben und Abtreibungen grundsätzlich zu verbieten. Wegen des Rückziehers war Justizminister Alberto Ruiz-Gallardón im September zurückgetreten. (sda/dpa)

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