Gesellschaft & Politik
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An anti-government protester rises his fist behind burning barricades in Kiev's Independence Square February 19, 2014. Ukrainian President Viktor Yanukovich accused pro-European opposition leaders on Wednesday of trying to seize power by force after at least 26 people died in the worst violence since the former Soviet republic gained independence.  REUTERS/Yannis Behrakis (UKRAINE - Tags: CIVIL UNREST POLITICS)

Ein Regierungsgegner mit geballter Faust auf dem Maidan in Kiew. Bild: X00025

Live-Ticker zur Ukraine

Präsident und Opposition einigen sich auf Waffenstillstand

Hoffnungsschimmer in Kiew: Präsident Viktor Janukowitsch hat bei einem Treffen mit Oppositionsführern einen Waffenstillstand in der Ukraine zugesagt.



Live-Stream des ukrainischen Privatsenders Espreso TV. Video: YouTube/ЕСПРЕСО ТВ

Ein weiterer Live-Stream. Youtube/Washington Post

Liveticker: Krawalle in Kiew

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Daria Wild
Ukraine ist fast zahlungsunfähig
Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat angesichts der Krise in der Ukraine die Kreditwürdigkeit des Landes erneut herabgestuft. Standard & Poor's senkte die Note am Freitag um eine Stufe von CCC+ auf CCC, was einem Land kurz vor der Zahlungsunfähigkeit entspricht.

Die politische Situation in der Ukraine habe sich «erheblich verschlechter»t, hiess es in einer Erklärung. Der Ausblick bleibe negativ, weil es «Ungewissheit» darüber gebe, ob Russland dem Land im Laufe des Jahres weiter finanzielle Hilfen zur Verfügung stellen werde.

Deshalb habe sich die Fähigkeit der ukrainischen Regierung, ihre Auslandsschulden zu finanzieren, verschlechtert. Kiew muss in diesem Jahr Schulden in Höhe von 13 Mrd. Dollar zurückzahlen.
Ende des Live-Tickers
Mit der Aussicht auf eine vorläufige Beruhigung der Lage in der Ukraine beschliessen wir für heute diesen Live-Ticker.
22:43 Blutvergiessen soll beendet werden
Es sollen nun Verhandlungen aufgenommen, um das Blutvergiessen zu beenden. Diese dürften schwierig werden. Janukowitsch weigerte sich laut Oppositionskreisen, über eine Beteiligung der EU oder der USA an den Verhandlungen zu sprechen. Die Gegenseite wiederum lehnt einen Einbezug Russlands ab.
22:34 Demonstranten harren aus
Auf dem Maidan harrten am Abend weiter Tausende Demonstranten aus. Ein Ring aus brennenden Barrikaden sollte den Platz gegen mögliche Räumungsversuche sichern. Vereinzelt warfen Protestierer Brandsätze auf Polizisten oder schossen Feuerwerkskörper ab. Die inhaftierte Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko rief zum Aufstand gegen Janukowitsch auf: «Wir müssen die Diktatur beseitigen jetzt und für immer», hiess es in einer Mitteilung der früheren Regierungschefin.
22:22 Janukowitsch verkündet Waffenstillstand
Präsident Viktor Janukowitsch hat nach Oppositionsangaben einen Waffenstillstand in der Ukraine zugesagt. Das teilten die Regierungsgegner Arseni Jazenjuk und Vitali Klitschko nach einem Treffen mit dem Staatschef mit. Ein angeblich geplanter Sturm von Sicherheitskräften auf den zentralen Unabhängigkeitsplatz Maidan in Kiew sei abgesagt, betonten sie.
21:53 Kein Sturm auf den Maidan?
Das Treffen zwischen Wiktor Janukowitsch und den Oppositionsführern dauerte offenbar nur kurz. Laut Vitali Klitschko soll der Präsident versprochen haben, dass es nicht zu einem Angriff auf die Regierungsgegner kommt.

21:37 Burkhalter schlägt Vermittler vor
Die Schweizer OSZE-Präsidentschaft hat die ukrainische Führung aufgerufen, alles zu tun, um die Lage im Land zu deeskalieren. Sie schlug am Mittwochabend ein Vermittlungstandem vor, bestehend aus einem neutralen internationalen «Fazilitator» und einer angesehenen ukrainischen Persönlichkeit. Zudem soll ein internationales Expertenteam die Fakten über die gewalttätigen Ereignisse und Menschenrechtsverletzungen in Kiew sammeln.

«Es ist höchste Zeit für alle Betroffenen, alles mögliche zu tun, um die aktuelle Lage von der Gewalt weg zu einer politischen Lösung zu führen», wird der Schweizer Aussenminister und amtierende OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter im Communiqué zitiert. Die OSZE prüfe zurzeit alle Optionen, um diese Entwicklungen in eine friedliche Richtung zu lenken.
21:16 Kathedrale bietet Schutz
Die St-Michaels-Kathedrale in der Nähe des Maidan ist zu einem Zufluchtsort und behelfsmässigen Lazarett für die Regierungsgegner geworden.
A clergyman walks as people rest inside Mikhailovsky Zlatoverkhy Cathedral ( St. Michael's Golden-Domed Monastery ), which serves as a temporary shelter and a first-aid post for anti-government protesters, in Kiev February 19, 2014. The injured, bloodied and bandaged, lay beneath icons and candles on the floor of St. Michael's Golden-Domed Monastery. As the death toll climbed from Ukraine's bloodiest day in two decades of independence, the wounded sought refuge on Wednesday beneath the bell tower of a sympathetic Kiev church.      REUTERS/David Mdzinarishvili (UKRAINE - Tags: POLITICS CIVIL UNREST RELIGION)
21:12 Klitschko bei Janukowitsch
Das angekündigte Treffen zwischen Wiktor Janukowitsch und den Oppositionsführern findet offenbar derzeit statt. Auch Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko nehme an dem eilig anberaumten Gespräch teil, schrieb seine Sprecherin auf Twitter. Zuvor hatten sich beide Seiten unversöhnlich gezeigt.
20:46 Obama warnt Janukowitsch
US-Präsident Barack Obama verurteilt die Gewalt in der Ukraine scharf und warnt die Janukowitsch-Regierung vor Konsequenzen. Eine friedliche Lösung sei immer noch möglich, betonte Obama bei einem Besuch in Mexiko. Er rief das ukrainische Militär auf, sich nicht in den Konflikt zwischen Regierung und Opposition einzumischen.
20:19 Merkel telefoniert mit Putin
Die deutsche Bundeskanzlerin hat laut ihrem Sprecher mit dem russischen Präsidenten über die Ukraine gesprochen.

20:13 Solidarität mit der Opposition
In mehreren osteuropäischen Städten fanden am Mittwochabend Solidaritätskundgebungen mit der Opposition in der Ukraine statt. In Warschau (Bild) versammelten sich mehrere hundert Menschen vor der ukrainischen Botschaft.
epa04086740 Several hundred people from Poland, Belarus and Ukraine took part in a demonstration in front of Ukraine Embassy in Warsaw, Poland, 18 February 2014  in support of anti-government protest in downtown Kiev (Ukraine) , where today, nine people have been killed in clashes between security forces and protesters, seven of them civilians.  EPA/Jakub Kaminski POLAND OUT
20:06 Neue Gespräche zwischen Präsident und Opposition?
Andrij Kljujew, Leiter der Präsidialverwaltung und einer der reichsten Männer der Ukraine, verhandelt offenbar derzeit mit dem früheren Aussenminister Arseni Jazenjuk, einem der führenden Köpfe der Opposition. Am späten Abend könnte es noch zu neuen Gesprächen zwischen Präsident Janukowitsch und den Oppositionsführern kommen, sagte Kljujew laut der Nachrichtenagentur Interfax.
19:44 Wir wollen frei sein!
Kraftvolles Statement einer jungen Ukrainerin auf dem Maidan:


19:22 Neuer Armeechef ernannt
Präsident Viktor Janukowitsch hat den Armeechef des Landes entlassen. In einer kurzen Erklärung teilte der Staatschef am Mittwochabend mit, er habe Wolodimir Samana durch Juri Iliin ersetzt. Eine Begründung wurde nicht angegeben. Zuvor hatten die Sicherheitsdienste einen landesweiten «Anti-Terror»-Einsatz angekündigt. Am Abend teilte das Verteidigungsministerium mit, die Streitkräfte hätten dabei das Recht zum Schusswaffengebrauch. Zudem hätten die Soldaten das Recht, «den Verkehr von Fahrzeugen und Fussgängern einzuschränken oder zu untersagen».
19:04 Österreich für Sanktionen
Österreich unterstützt die EU-Sanktionspläne gegen die Ukraine. Aussenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sagte am Mittwoch, «dass wir für zielgerichtete Sanktionen sind gegen jene, die für die Gewalteskalation verantwortlich ist». Die Aussage ist nicht ohne Pikanterie, denn es ist ein offenes Geheimnis, dass Präsident Janukowitsch und seine Mitstreiter Österreich als Drehscheibe für ihre millionenschweren Finanz- und Immobilien-Deals nutzen.
18:46 Abtrünnige Elitesoldaten?
Dieses Video zeigt angeblich Mitglieder der berüchtigten Spezialeinheit Berkut (Steinadler), die sich in der Stadt Ternopil im proeuropäischen Westen mit dem Volk verbünden.

18:27 Putin spricht von «Staatsstreich»
Der russische Präsident Wladimir Putin machte «Extremisten» für die tödlichen Strassenschlachten in Kiew verantwortlich. Putin verurteile die Gewalt scharf und betrachte die Vorgänge als versuchten Staatsstreich, sagte dessen Sprecher Dmitri Peskow. Putin habe in der Nacht mit seinem ukrainischen Kollegen Viktor Janukowitsch telefoniert.
18:23 Ein Land driftet auseinander
Gegner von Präsident Janukowitsch haben die 750'000-Einwohner-Metropole Lwiw (Lemberg) für politisch autonom erklärt. Medien berichteten von ähnlichen Vorgängen in mehreren anderen westukrainischen Städten, wo Regierungsgegner ebenfalls öffentliche Gebäude besetzt hielten. Im mehrheitlich prorussischen Osten des Landes verübten Unbekannte in mehreren Städten hingegen Brandanschläge auf Büros von Oppositionsparteien.
18:03 Obama und Kerry sprechen: mögliche Sanktionen der USA?
Laut CNN wird sich US-Präsident Obama zur Lage in der Ukraine äussern. Ebenfalls soll Aussenminister John Kerry sich bald zu möglichen US-Sanktionen äussern.


18:00 Sicherheitskräfte: Niederschlagung des Widerstands «mit allen Mitteln»
Laut einer ukrainischen Korrespondentin hätten die Sicherheitskräfte der Regierung die Order den Aufstand «mit allen Mitteln» niederzuschlagen.
17:53 Russisches Staatsfernsehen kennt bei Gewaltdarstellung keine Grenzen
Das russische Staatsfernsehen übertrug auch die Gewalt am Maidan, dem Unabhängigkeitsplatz, in Kiew. Traditionell sollen Bilder von revolutionärem Chaos und Blut - auch aus anderen Teilen der Welt - die Russen abschrecken, schreibt die SDA. Derweil gehört es auf dem Maidan zu den schlimmsten Befürchtungen, dass Russland sich mit Scharfschützen oder Söldnern am Vorgehen gegen die Opposition beteiligen könnte.
17:47 Ukraine als Einflussgebiet Russlands
Russland betrachtet seinen ehemaligen Bruderstaat immer noch als sein Einflussgebiet. Auch in der gestrigen Krawallnacht sollen Russlands Präsident Putin und sein Ukrainischer Amtskollege Viktor Janukowitsch telefoniert haben. Die Ukraine ist praktisch Konkurs. Die Gewalt in Kiew eskalierte, nachdem Russland der ukrainischen Führung die nächste Tranche zugesagter Milliardenhilfen in Aussicht gestellt hatte. Moskau verlangt im Gegenzug für seine Investitionen klare Verhältnisse beim Nachbarn. Ein einflussreicher russischer Parlamentarier wirft dem Westen derweil vor, in der Ukraine die falschen Kräfte zu unterstützen. Er warnte zudem vor ähnlichen Zuständen wie in Libyen und Syrien.
17:39 Janukowitsch mit Blut im Gesicht
In ukrainischen Internet-Kreisen macht dieses mit Photoshop bearbeitete Bild von Viktor Janukowitsch die Runde. Er hat nicht Blut an den Händen, sondern im Gesicht.


17:31 Rund 5000 Menschen auf Unabhängigkeitsplatz
Wieder haben sich etwa 5000 Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz versammelt. Die Polizei versucht, die Menge mit starken Wasserwerfern auseinanderzutreiben. Die Demonstranten haben hunderte Kisten mit präparierten Molotow-Cocktails angeschleppt.
17:28 800 Verletzte im Krankenhaus
Die Zahl der Verletzten ist in den vergangenen Stunden rasant gestiegen: Laut Angaben des stellvertretenden Leiters des Ermittlungsausschusses des Innenministeriums Oleg Tatarow wurden bisher knapp 800 Menschen verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Darunter befanden sich 350 Polizisten. «83 Sicherheitsleute leiden an Schussverletzungen und befinden sich noch in einem kritischen Zustand», wird er von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert.
17:22 Ungarn ist besorgt über mögliche Flüchtlingswelle
Laut dem Regierungssprecher Andras Giro-Szasz bereitet sich Ungarn auf eine mögliche Flüchtlingswelle aus der Ukraine vor. Ungarn beobachte die Lage im von Unruhen geschüttelten Nachbarland auch mit Blick auf die Lage der rund 150'000 dort als Minderheit lebenden ethnischen Ungarn.
Bislang habe der Reiseverkehr aus der Ukraine nach Ungarn nicht zugenommen.
17:19 Deutscher und französischer Aussenminister wollen ebenfalls vermitteln
Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Amtskollege Laurent Fabius reisen am Donnerstagmorgen gemeinsam nach Kiew. Die beiden wollen demnach den polnischen Aussenminister Radoslaw Sikorski begleiten, der sich bereits heute auf den Weg nach Kiew begab.
17:16 Gewaltbereite Regierungsgegner: Kein Kompromiss mit Janukowitsch
Militante Regierungsgegner über Präsident Janukowitsch: «Mit einem Diktator kann es keinen Kompromiss geben. Er muss gehen.»
17:12 Auch Polizei wirft mit Molotov-Cocktails
Die Polizei braucht nicht nur Gummigeschosse. Sie wirft von hohen Gebäuden auch Molotov-Cocktails auf die Regierungsgegner.


16:59 Polizei gibt Namen und Bilder der getöteten Polizisten frei
Unter den 26 Toten von gestern sind auch 10 Polizisten. Nun sind die Namen bekannt.


16:39 Stellt die Schweiz nun ihre guten Dienste zur Verfügung?
Bundesrat Didier Burkhalter hatte sich kürzlich im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz mit Vertretern der ukrainischen Regierung und der Opposition getroffen. Er erneuerte dabei das Vermittlungsangebot, das er als Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bereits an die Konfliktparteien gerichtet hatte. Seither scheint nichts mehr gegangen zu sein.
16:32 Schwedischer Aussenminister: ein düsterer Tag für Europa
Der schwedische Aussenminister Carl Bildt schreibt in einer Botschaft, es sei ein dunkler Tag für Europa. Auf den Strassen einer unserer Hauptstädte würden Leute getötet. Ihre Forderungen seien einfach und natürlich: Demokratie und Reformen. Das ganze Statement finden sie hier.
16:23 Reaktion der US-Regierung
Die US-Regierung fordert die Ukraine zu sofortigen konkreten Schritten auf. Die Bereitschaftspolizei müsse abgezogen, eine Kampfpause ausgerufen und Gespräche mit der Opposition geführt werden. Ausserdem wird im Weissen Haus laut über mögliche Sanktionen auch gegenüber Einzelpersonen nachgedacht.
16:20 UNO meldet sich zu Wort
In einer Erklärung hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon seine tiefe Anteilnahme über die Eskalation der Gewalt in Kiew geäussert. Zugleich rief er alle Seiten dazu auf, sich schnellstmöglich durch Dialoge zu einigen.
16:16 Russischer Aussenminister spricht
Der Aufstand in der Ukraine scheint sich zu einem diplomatischen Stellvertreterkrieg zwischen der EU und Russland zu entwickeln. Der russische Aussenminister Sergei Lavrov sagt, die ukrainische Regierung und die (parlamentarische) Opposition müssten sich auf einen Mediator einigen. Damit richtete er sich insbesondere gegen die EU, die mit dem polnischen Aussenminister Radoslaw Sikorski einen eigenen Vermittler nach Kiew schicken wollen.
15:51 Ukrainischer Geheimdienst beginnt mit "Anti-Terror-Aktion"
Als Reaktion auf die Strassenschlachten in Kiew hat der ukrainische Geheimdienst SBU eine «Anti-Terror-Aktion» gestartet. «Radikale und extremistische Gruppierungen stellen mit ihren Handlungen eine reale Gefahr für das Leben von Millionen Ukrainern dar», teilte der SBU mit.

Mit Waffengewalt, Brandstiftung, Entführungen und Mord versuchten sie nun, ihre Ziele durchzusetzen. «Das sind konkrete Terrorakte», hiess es am Mittwoch. Organisationen, die als terroristisch eingestuft werden, dürfen laut Gesetz «liquidiert» werden.

Der SBU hatte zuvor mitgeteilt, wegen versuchten Staatsstreichs gegen «einzelne Politiker» zu ermitteln. (sda)
15:47 Menschenrechtsorganisation Amnesty meldet sich zu Wort
Die deutsche Sektion von Amnesty International meldet sich zu Wort: Sie ruft die Polizei zu besonnenem Handeln auf.
15:39 Video zeigt die die brutalen Auseinandersetzungen von heute
Achtung: gewalttätige Szenen. Beide Seiten gehen gemäss den Bildern von Russia Today mit exzessiver Gewalt vor. Polizisten werden vom wütenden Mob regelrecht zusammengeschlagen.
15:32 Merkel und Hollande für Sanktionen
Deutschland und Frankreich treten gemeinsam für Sanktionen gegen die Urheber der Gewalttaten in der Ukraine ein. Dies teilte Frankreichs Präsident François Hollande bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris mit.
15:28 Opposition auf dem Vormarsch
Neues von der Front: Die Regierungsgegner melden die Eroberung des Staats-Fernsehens.


15:24 Opposition hat keine Kontrolle über radikale Regierungsgegner
Vitali Klitschko berichtete über das gestrige Gespräch mit Staatschef Janukowitsch, dieser hätte den Abbruch des Polizeieinsatzes abgelehnt. Janukowitsch sei entschlossen, den Platz zu räumen.

Klitschko fordert die Demonstranten auf, Maidan weiter zu verteidigen. Laut SDA ist der Opposition die Kontrolle über militante Regierungsgegner längst entglitten.
15:15 EU-Ratspräsident bestätigt Sanktionen
EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat bestätigt, dass die EU-Aussenminister bei einem Sondertreffen am Donnerstag «finanzielle Sanktionen und Visabeschränkungen» gegen die politische Führung der Ukraine beschliessen werden.

Die EU werde «auf die Verschlechterung der Lage an Ort und Stelle mit gezielten Massnahmen reagieren».
"Die EU ist bereit, die Ukraine in ihren Bemühungen um Reformen und eine Stärkung der Demokratie und der Wirtschaft zu unterstützen", heisst es weiter. Wichtig sei nun vorallem eine Deeskalation.
15:06 Ausschreitungen erinnern an Krieg
Die Meldungen der ukrainischen Opposition klingen mittlerweile wie aus dem Krieg. Soeben habe man das zentrale Postgebäude eingenommen.


15:00 Schlägertruppen der Regierung in der Hafenstadt Odessa
3 Busse sind in Odessa, einer Stadt im Süden der Ukraine, angekommen. Die Leute im Innern haben Stöcke, Schläger und Schilde dabei. Offenbar sind es Titushki, die für die Regierung bei lokalen Ausschreitungen als Schlägertruppen fungieren.
14:54 Feuerwand trennt zwei Lager in Kiews Zentrum
Aktuelle Situation auf dem Maian: Die Polizei kontrolliert ca. einen Drittel des Platzes rund um das Parlament. Der Rest wird von den Regierungsgegnern kontrolliert, die laufend Zulauf von ausserhalb des Platzes erhalten. Getrennt werden die beiden Lager durch brennende Barrikaden.
14:49 Drohnenbilder
Bilder einer zerstörten europäischen Stadt. Aktuelle Aufnahmen einer Drohne finden sie hier.
14:34 Demonstranten setzen auf gewalttätige Selbstverteidigung
Regierungsgegner bereiten sich vor, indem sie Pflastersteine «herstellen»:


14:32 Trotz Medienfokus
Die Demonstrationen finden nicht nur in Kiews Zentrum statt. Auch in anderen Städten der Ukraine wurde demonstriert.
14:27 Friedliche Demonstrationen sehen anders aus
Teile der Regierungsgegner bereiten sich momentan auf den Abend vor, indem sie Molotow-Cocktails herstellen.
14:19 Innenminister: Polizei benutzt keine scharfe Munition
Offizielle Angaben des ukrainischen Innenministers: 26 Tote, 236 Verletzte. Die Polizei habe keine scharfe Munition verwendet. Die Demonstranten hätten sich selber erschossen.
14:15: Schwarze Armbänder für ukrainische Olympia-Teilnehmer
Die Teilnehmer in Sotschi aus der Ukraine wollten zu Ehren der Toten schwarze Armbänder tragen. Das IOC hat es verboten.
14:11: Propagandaschlacht
Russlands Staatsmedien beschuldigen Deutschland das Massaker in Kiew eskalieren zu lassen.
14:08: Opposition behauptet: Angriff der Polizei steht bevor
Laut dem Oppositions-Hauptquartier ist ein Angriff der Polizei auf das Zentrum Kiews um 18 Uhr Ortszeit geplant.
14:03 Konfrontation geht weiter
Laut einer AP-Korrespondentin gibt es Explosionen auf den Barrikaden
14:00: Das heutige Hauptquartier der Regierungsgegner – und wie es früher aussah

13:56: Schröder: Europa hat Fehler gemacht
Der deutsche Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder schlägt für eine Vermittlerrolle in Kiew die UNO vor. «Europa hat den Fehler gemacht, sich auf eine Seite zu schlagen.»
13:40: Demonstranten legen Feuer auf Maidan
Polizei und Regierungsgegner stehen sich momentan in gespenstischer Stille gegenüber. Es trennt sie nur eine Feuerwand.


13:28: Polens Aussenminister soll im Auftrag der EU vermitteln
Polens Aussenminister Radoslaw Sikorski soll im Auftrag der Europäischen Union im Konflikt in der Ukraine vermitteln. Er werde demnächst nach Kiew reisen, erklärte Sikorski am Mittwoch. Dies geschehe «auf Aufforderung» der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton.
13:19: EU-Sanktionen wahrscheinlich morgen
Gezielte Sanktionen stehen offenbar vor der Tür: Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton hat dazu für Donnerstagnachmittag ein Sondertreffen der Aussenminister einberufen.
13:16: Lebensrettende Systeme für Verletzte abgestellt
Laut Opposition wurden lebensrettende Systeme für in der letzten Nacht in einem Spital operierte Regierungsgegner abgestellt. Die Polizei habe die Leute in unbekannte Richtung abgeführt.
13:13: Erneute Zusammenstösse
Die Ruhe ist vorbei: Laut den Regierungsgegnern sind die Zusammenstösse offenbar wieder ausgebrochen.


13:08: Polizei verhaftet Verletzte
Laut Berichten aus Kreisen der Opposition versuchen Polizisten derzeit offenbar Verletzte in einem Spital zu verhaften.
12:54: Link-Liste zu den Ereignissen in Kiew
User Grégory Plancherel hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass Le Monde momentan eine Link-Liste zu den Ereignissen in der Ukraine zusammenstellt.
12:50: Regierungsgegner geben nicht auf
Die Oppositionellen versammeln sich seit dem Morgen laut SDA erneut im Zentrum Kiews, auf dem Maidan. Viele kommen maskiert, in Tarnanzügen, mit Pflastersteinen und Molotow-Cocktails.
12:46: Zahl der Todesopfer steigt offenbar auf 26
Unter den Toten sollen sich auch 10 Polizisten befinden.
12:35: Erneuter Gewaltausbruch verunsichert Investoren
Der ukrainische Finanzmarkt gerät unter Druck. Versicherungen gegen Ausfälle ukrainischer Staatsanleihen verteuerten sich massiv. Zinsen für Darlehen an den Staat haben sich ebenfalls erhöht. Die Landeswährung Hrywnja verlor gegenüber dem US-Dollar den zweiten Tag in Folge deutlich an Wert.
12:27: Vorbereitungen für neue Zusammenstösse
Die Demonstranten machen sich offenbar auf neue Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften gefasst. Die brennenden Barrikaden dienen dazu, diese abzuwehren.


11:22: EU-Sanktionen immer wahrscheinlicher
Nachdem sich Polen und Belgien klar für Sanktionen ausgesprochen haben, gibt es aus Frankreich Hinweise, dass die EU «wahrscheinlich» Sanktionen verhängen werde, so Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius. In diese Richtung gehen auch die Statements des EU-Kommissionspräsidents José Manuel Barroso und der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton.
12:19: Janukowitsch erklärt Donnerstag zum Tag der Trauer
Janukowitsch erklärte den Donnerstag zum landesweiten Tag der Trauer für die Opfer der Strassenschlachten in Kiew. Der Ministerpräsident Serhij Arbusow bezeichnete die Proteste vom Vortag als Umsturzversuch. Dieser Ansicht schloss sich Russland an. Die Opposition solle unverzüglich und ohne Bedinungen mit der Führung des Landes den Dialog aufnehmen.
12:12: Liste der 59 Verhafteten aufgetaucht
Auf Facebook ist eine Liste der 59 Verhafteten mit Namen und (wo möglich) mit Geburtsdatum. Darunter befinden sich auch Minderjährige. Sollte die Liste korrekt sein, ist die jüngste verhaftete Person erst 8 Jahre alt.


12:08: EU-Aussenministerin ruft zur Beendung der Gewalt auf
Catherine Ashton, die EU-Aussenbeauftragte, liess heute in einer Mitteilung ausrichten, sie rufe alle «Verantwortlichen» in der Ukraine dazu auf, sofort die Gewalt zu beenden. Alle politischen Kräfte hätten ihre Verantwortung wahrzunehmen für eine schnelle De-Eskalation.
12:01: Viele Oppositionelle strömen aus dem ganzen Land nach Kiew
Laut BBC Radio 4 werde die Situation immer schlimmer. Oppostionelle strömten in Scharen in die ukrainische Hauptstadt. Sie bereiten sich auf eine neuerliche Konfrontation mit den Sicherheitskräften vor. Weitere Informationen finden Sie bei Spiegel Online.
11:57: Sprengstoff gefunden
Die Polizei fand in einem Zug von der westukrainischen Stadt Lemberg nach Kiew offenbar explosives Material.
11:45: Ukrainischer Uni-Rektor verurteilt Vorgehen
Sergiy Kvit, Der Rektor der Nationalen Universität Kyiv-Mohyla Academy, verurteilt das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Es werde Krieg geführt gegen das ukrainische Volk, das nur seine grundlegenden Rechte und seine Würde verteidige.
11:11: EU-Länder drohen mit Sanktionen
Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Ukraine wird in der EU der Ruf nach Sanktionen immer lauter. Deutschland und Frankreich wollten sich am Mittwoch bei ihren Regierungsgesprächen in Paris absprechen. Belgien und Polen sprachen sich klar für Sanktionen aus.

Er wolle sich bei den europäischen Regierungschefs und EU-Institutionen für persönliche und finanzielle Sanktionen gegen die «Verursacher des ukrainischen Unglücks» einsetzen, sagte der polnische Regierungschef Donald Tusk. Jedes Gespräch mit der ukrainischen Führung ende mit einem Fiasko, sagte er am Mittwoch im polnischen Parlament zu der Entwicklung in Kiew. Die Verantwortung für die Gewalt trage die ukrainische Regierung. Die Entwicklung in der Ukraine werde Zukunft der ganzen Region entscheiden und auch die Sicherheit Polens beeinflussen.


«In gewissem Sinn ist der Maidan der ukrainische Tiananmen», sagte der polnische Ukraine-Vermittler des EU-Parlaments, Aleksander Kwasniewski.

Der ukrainische Oppositionsführer Vitali Klitschko kündigte unterdessen für heute ein weiteres Treffen der Opposition mit Präsident Viktor Janukowitsch an. Dieser wolle das Gespräch auch.

Währenddessen liess Russlands Präsident Wladimir Putin erklären, dass seine Regierung im Ukraine-Konflikt an ihrer Linie der Nicht-Einmischung festhalten werde.
10:44: Verhaftungen
Laut der Opposition wurden gestern 59 Demonstranten verhaftet.
10:30 Hauptquartier der Opposition steht in Flammen
Das Gewerkschaftshaus (Budynok Profspilok) steht seit gestern in Flammen. Es ist eines der bekanntesten Gebäude in Kiew und steht auf dem Maidan-Platz. Es wurde von Demonstranten besetzt und zu ihrem Hauptquartier umfunktioniert. Es fungierte bis dato als Presse- und Sicherheitszentrum.


9:50: Zensur der Regierungskritiker?
Via Twitter-Account liessen die Regierungskritiker von «Euromaidan PR» verlauten, dass ihr Blog unterbrochen wurde. Die Oppositionellen geben dafür der Regierung Janukowitsch die Schuld.


8:45: Lage am Morgen etwas beruhigt
Kiew hat eine äusserst gewalttätige Nacht hinter sich: Bei den Strassenkämpfen mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Das Innenministerium in Kiew teilte am Mittwoch mit, dass neun Polizisten und mehr als ein Dutzend Demonstranten bei den Ausschreitungen starben. Zudem wurde ein Journalist von unbekannten Maskierten erschossen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden ausserdem 241 Menschen mit Verletzungen in Spitäler gebracht. Unter den Verletzten waren 79 Polizisten und 5 Journalisten.


Präsident Viktor Janukowitsch verteidigte den Einsatz von Gewalt. Die Opposition habe die Grenzen überschritten, als sie ihre Anhänger auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew zu den Waffen gerufen hätten. Es handle sich um «Kriminelle, die vor Gericht gehören». Das zentrale Gewerkschaftshaus am Maidan, das der Opposition als Hauptquartier diente, musste wegen eines schweren Brandes evakuiert werden. Augenzeugen zufolge war die Lage am Morgen zunächst etwas ruhiger. Beide Seiten standen sich weiter gegenüber, mit gelegentlichen Zusammenstössen.

Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko zeigte sich enttäuscht über den ergebnislosen Verlauf eines nächtlichen Krisentreffens. Janukowitsch reagiere unpassend auf die Lage. Der prorussische Präsident müsse die Einheiten sofort zurückziehen. Weitere Gespräche mit Janukowitsch schloss Klitschko vorerst aus. «Welche Verhandlungen kann es geben, wenn Blut vergossen wird?», sagte der Boxweltmeister.

7:32: Mindestens 25 Todesopfer
Das ukrainische Gesundheitsministerium korrigiert die Zahl der Todesopfer nach oben: 25 Menschen seien seit gestern Abend getötet worden. 241 Menschen seien ins Spital gebracht worden, darunter 79 Polizisten und fünf Journalisten.

Wie verschiedene Medien berichten, befinden sich unter den Todesopfern ein Journalist und mindestens neun Polizisten.
7:19: Es ist ruhig in Kiew
Die Lage in Kiew scheint sich in den Morgenstunden beruhigt zu haben. Waren vor der Dämmerung immer wieder laute Explosionen zu hören (auch von Feuerwerkskörpern, die die Demonstranten als Waffen einsetzen), hört man im Zentrum nicht mehr viel - nur die Stimme der Demonstranten am Mikrofon, die ihre Genossen unermüdlich antreiben.

Trotz der heftigen Zusammenstösse und einer erneuten Polizei-Offensive um vier Uhr morgens hat sich die Opposition bis jetzt noch nicht vertreiben lassen und hält sich wacker auf dem Maidan.

Wer sich selber ein Bild machen will: Der Journalist Matthew Keys hat eine Seite eingerichtet, auf der man vier Live-Streams gleichzeitig ansehen kann.
7:15: Das Hauptquartier der Opposition
So sieht das Gewerkschaftshaus, das als Hauptquartier der Opposition diente, heute morgen aus.




Feuerwehrmänner hatten sich in der Nacht zurückgezogen aus Angst, es könnte in sich zusammenfallen.

So hat es letzte Nacht ausgesehen:


6:14
Morgendämmerung auf dem Maidan-Platz
Screenshot: Espreso TV
A general view shows clashes at Independence Square in Kiev early February 19, 2014. Ukrainian riot police charged protesters occupying the central Kiev square early on Wednesday after the bloodiest day since the former Soviet republic, caught in a geopolitical struggle between Russia and the West, won its independence. REUTERS/Vasily Fedosenko (UKRAINE - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)
Foto: Reuters
5.38
Janukowitsch sagt der Opposition den Kampf an
Der ukrainische Präsident hat sich in einer Rede an die Nation gewandt und der Opposition den Kampf angesagt. Die Oppositionsführer hätten «die Grenzen überschritten», indem sie im Machtkampf auf den Druck der Strasse setzten und «die Leute zu den Waffen rufen».

Die «Schuldigen» für die Gewalt würden vor Gericht gestellt werden, sagte er. «Die Oppositionsführer haben das Prinzip der Demokratie verletzt, wonach man die Macht durch Wahlen erhält und nicht durch die Strasse», sagte Janukowitsch. Er warf der prowestlichen Opposition einen verfassungswidrigen Versuch der Machtübernahme vor.
Ukraine's President Viktor Yanukovich makes a statement in Kiev February 19, 2014. Yanukovich urged leaders of the opposition on Wednesday to dissociate themselves from radicals and warned them that otherwise he will "talk differently" with them. Yanukovich also said in a statement some members of the anti-government opposition had crossed a line when they called on their supporters to bring weapons to the demonstration in the central square of Ukraine's capital, Kiev. REUTERS/Ukraine's Presidential Press Service/Handout via Reuters (UKRAINE - Tags: POLITICS) 

ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS
5:16: Keine Lösung im Machtkampf in Sicht
Die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass über die Gescheiterten nächtlichen Verhandlungen: Klitschko habe Janukowitsch vorgeworfen, die Situation falsch einzuschätzen und völlig unangemessen zu reagieren. Die Demonstranten müssten den Unabhängigkeitsplatz (Maidan) verlassen, habe Janukowitsch laut Klitschko verlangt. Laut Klitschko will Janukowitsch an der Stürmung des Maidan festhalten.

Auch der frühere Aussenminister und Regierungsgegner Arseni Jazenjuk äusserte sich pessimistisch nach dem Treffen. Der Präsident habe die Opposition bei der Begegnung aufgerufen, die Auseinandersetzungen zu beenden und die Waffen niederzulegen, hiess es bei Itar-Tass weiter.
5:02
Ein Journalist unter den Todesopfern
Ein ukrainischer Journalist der Zeitung «Vesti», sei im Spital an einer Schusswunde im Magen gestorben. Er sei beim Muhayliiskiy-Platz von Regierungs-Truppen getroffen worden. Dies berichtet ein Arbeitskollege des Opfers auf Facebook.
4:42
Polizei startet neue Offensive
Lokale Medien und die Nachrichtenagentur AFP melden, dass die ukrainische Polizei um 4 Uhr morgens Ortszeit (3 Uhr Schweizer Zeit) eine neue Offensive gestartet hat, um die Demonstranten auf dem Maidan-Platz zu vertreiben.

Das Feuer breitet sich weiter aus. Das Gewerkschaftshaus, der Hauptsitz der Demonstranten, steht komplett in Flammen:


4:02
Mindestens 22 Tote, mehr als tausend verletzte
Die Gefechte gehen während der Nacht weiter. Wie «Kyiv Post» meldet, erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf 22, insgesamt seien mehr als tausend Menschen verletzt worden.

So sieht der Maidan-Platz um 3.30 Uhr aus:


3:12: Kiew vom Rest der Welt abgeschnitten?
Gemäss unbestätigten Berichten auf Twitter hat die Polizei alle Autobahn-Zugänge zur ukrainischen Hauptstadt blockiert. Auch U-Bahn-Stationen sollen geschlossen worden sein.







Auch scheint das Zentrum von Kiew ohne Strom zu sein. Die Opposition sieht das als Teil eines gross angelegten Angriffs auf die Demonstranten:


2:14
USA geben Reisewarnung heraus
Die US-Regierung gibt eine Reisewarnung für die Ukraine heraus: US-Bürger sollen Demonstrationen fern und in Gebäuden bleiben, «möglicherweise für mehrere Tage». Die Situation sei «unvorhersehbar», und das «Verhalten der Polizei könne sich schnell und ohne Warnung ändern».
1:49
Ärzte bitten um Hilfe
Eine Ärztin der Demonstranten bitten ihre internationalen Berufskollegen auf Facebook um Hilfe: Sie habe ein Online-Beratungszentrum aufgebaut und brauche Unterstützung.




Verschiedene Gebäude werden als Lazarette gebraucht. Etwa die St Mikhailivskiy-Kathedrale:


1:20
Verhandlungen zwischen Klitschko und Janukowitsch scheitern: Präsident will kein Waffenstillstand
Vitali Klitschko ist zum Amtssitz von Präsident Viktor Janukowitsch gefahren, um mit ihm zu verhandeln. Vergebens. Für den Präsidenten sei ein Waffenstillstand kein Thema, er wolle die Stürmung auf dem Maidan-Platz in Kiew fortsetzen.

Stattdessen Forderte Janukowitsch, die Demonstranten sollen sich vollständig zurückziehen, berichtete Klitschko in der Nacht zum Mittwoch nach einem Treffen mit dem Präsidenten dem Fernsehsender Hromazke.


Der ukrainische Staatschef Viktor Janukowitsch will nach Angaben von Oppositionsführer Vitali Klitschko die Stürmung des Protestcamps auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew fortsetzen. Mit anderen Oppositionspolitikern hatte sich Klitschko mit dem Staatschef getroffen. 

Janukowitsch habe einen Abbruch des Polizeieinsatzes abgelehnt und die Räumung des Platzes gefordert, berichtete Klitschko in der Nacht zum Mittwoch nach einem Treffen mit dem Präsidenten dem Fernsehsender Hromazke.

Opposition leader Vitali Klitschko (C, front) talks to the media during a rally in central Kiev, February 18, 2014. Nine people died during clashes between anti-government protesters and police in Ukraine's capital Kiev on Tuesday, including seven civilians and two policemen, a police spokeswoman said. REUTERS/Andrew Kravchenko/Pool (UKRAINE - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

Noch kurz bevor die heftigen Krawalle ausbrachen betonte Vitali Klitschko, die Opposition werde nicht nachgeben. Bild: Reuters

Hauptquartier der Opposition brennt

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew steht das Hauptquartier der Demonstranten, das Gewerkschaftshaus, neben dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Flammen. Das Feuer breite sich in diesem riesigen Verwaltungsgebäude schnell aus, meldete die Agentur Interfax. 

Menschen versuchten sich mit Hilfe von Seilen aus den oberen Etagen zu retten. Andere wurden auf Tragen aus dem Gebäude getragen. Das Gewerkschaftshaus dient der Opposition seit Wochen als Stützpunkt. 

Kiews Zentrum in Flammen. Youtube/AFP

Mindestens 18 Tote

Nach Wochen angespannter Ruhe sind die Massenproteste in der Ukraine am Dienstagabend  in schwere Gewalt mit mindestens 18Toten und Hunderten Verletzten umgeschlagen. Sicherheitskräfte und Regierungsgegner lieferten sich am Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew schwere Strassenschlachten. Überall brannten Feuer, auch das Protestcamp stand in Flammen.

Bei Auseinandersetzungen waren zuvor im Tagesverlauf mindestens sieben Zivilisten sowie sechs Polizisten getötet worden. Die meisten Toten hatten Schusswunden erlitten. Auslöser der Gewalt war offenbar ein Angriff auf eine Polizeisperre am Vormittag gewesen. Als Täter wurden entweder radikale Oppositionelle oder aber Provokateure auf Seiten der Staatsmacht genannt. 

FILE -  In this Thursday, Dec. 19, 2013 file photo Ukrainian President Viktor Yanukovych speaks during a press conference in Kiev, Ukraine. Ukraine's embattled president Viktor Yanukovych is taking sick leave on Thursday, Jan. 30, 2014, as the country's political crisis continues without signs of resolution. A statement on the presidential website Thursday said Yanukovych has an acute respiratory illness and high fever. There was no indication of how long he might be on leave or whether he would be able to do any work. (AP Photo/Mykhailo Markiv, Pool)

Präsident Viktor Janukowitsch ist nicht an einem Waffenstillstand interessiert.  Bild: AP/Pool

Das Innenministerium hatte kurz vor Beginn des abendlichen Einsatzes die noch zu Tausenden versammelten Regierungsgegner zum Verlassen des Platzes aufgefordert. Es folge eine «Anti-Terror-Operation», hiess es. Die Oppositionsführung rief Frauen und Kinder in ihren Reihen auf, den Platz zu verlassen. 

Schwere Strassenschlachten

Bereits im Tagesverlauf war es zu schweren Strassenschlachten gekommen. Mindestens 184 Polizisten wurden nach Behördenangaben verletzt, mehr als 100 von ihnen schwer. Zudem war von mehr als 200 verletzten Regierungsgegnern die Rede. Am Abend war ein Ultimatum der Staatsmacht zur Räumung des Maidan abgelaufen. 

Die ukrainische Protestbewegung wollte den seit November besetzten Platz nicht freigeben. «Wir sind hier auf dem Maidan und geben ihnen nicht die Möglichkeit, ihn zu säubern», sagte Klitschko vor dem abendlichen Einsatz der Polizei. Zugleich kündigte er neue Verhandlungen mit Präsident Janukowitsch an. Es dürfe zu keinem weiteren Blutvergiessen kommen, forderte Klitschko. 

Auch in anderen ukrainischen Städten gab es Proteste und Berichte über Angriffe auf Regierungsgebäude. Die ukrainische Führung forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Gewalt von Regierungsgegnern zu verurteilen.

Monuments to Kiev's founders burn as anti-government protesters clash with riot police in Kiev's Independence Square, the epicenter of the country's current unrest,  Kiev, Ukraine, Tuesday, Feb. 18, 2014. Thousands of police armed with stun grenades and water cannons attacked the large opposition camp in Ukraine's capital on Tuesday that has been the center of nearly three months of anti-government protests after at least nine people were killed in street clashes. (AP Photo/Efrem Lukatsky)

Heftige Ausschreitungen auf dem Maidan in Kiew. Bild: AP/AP

Aus der Krise scheint kaum ein Ausweg möglich. Die Wut vieler Protestierer, die seit Monaten im Stadtzentrum in Zelten ausharren, ist gewaltig. Die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko rief aus ihrer Haft heraus dazu auf, keine Kompromisse mit der «Bande» um Janukowitsch einzugehen. Ihre Anhänger sprachen von Verrat und Niederlage.

Und auch die regierende Partei der Regionen heizte den Konflikt an. Beharrlich weigerte sich die Janukowitsch-Partei, eine Rückkehr zur parlamentarisch-präsidialen Verfassungsordnung von 2004 zu diskutieren, wie die Opposition fordert.

Drohung mit harten Strafen 

«Heute tragen die Oppositionsführer persönlich Verantwortung für die neue Etappe der Verschärfung des Konflikts», schimpfte Justizministerin Jelena Lukasch. Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka drohte mit harten Strafen – auch für die prominentesten Regierungsgegner Arseni Jazenjuk von der Timoschenko-Partei und Klitschko, den Chef der Partei Udar. 

Ihnen ist es nach Ansicht von Kommentatoren nicht gelungen, die Gewaltbereiten zurückzuhalten, die im Kampf den einzigen Ausweg sehen. Und Kritiker werfen ihnen vor, keinen eigenen Plan für eine Krisenlösung zu haben.

Präsident Janukowitsch ist derweil wie vom Erdboden verschluckt. Der Staatschef meldet sich nicht zu Wort. Seine Weigerung auf Druck Russlands ein enges Abkommen mit der EU zu unterzeichnen, hatte am 21. November 2013 die Demonstrationen ausgelöst.

Internationale Besorgnis

Die Entwicklung löste international Besorgnis aus. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zeigte sich «ernstlich besorgt». «Ich appelliere an alle Seiten, auf Gewalt zu verzichten und rasch den Dialog wieder aufzunehmen», teilte er in Brüssel mit. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zur «Zurückhaltung» und zu einem «wirklichen Dialog» auf.

Die französische Regierung verurteilte die neuen Ausschreitungen und die «willkürliche Anwendung von Gewalt». Die USA forderten Staatspräsident Viktor Janukowitsch auf, den Konflikt umgehend zu entschärfen. «Wir verurteilen weiterhin die Gewalt auf der Strasse und den übermässigen Einsatz von Gewalt auf beiden Seiten», sagte Regierungssprecher Jay Carney am Dienstag in Washington.

Burkhalter «schockiert und traurig»

Auch der Schweizer Bundespräsident und OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter äusserte seine tiefe Besorgnis über die Entwicklung in Kiew. «Ich war schockiert und traurig, als ich über das Blutvergiessen in den Strassen von Kiew erfuhr», liess sich Burkhalter in einem Communiqué der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zitieren. «Das ist eine sehr besorgniserregende Entwicklung.»

Burkhalter besprach die Lage in Kiew auch per Telefon mit dem ukrainischen Aussenminister Leonid Kozhara. Er bot dabei die Unterstützung und Expertise der OSZE an. «Alle Seiten sollten anerkennen, dass politische Diskussionen der einzige Weg sind, um diese Krise zu lösen.» (pbl/rey/sda)

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