DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fähre vor Griechenland in Brand

Brand auf Fähre vor Griechenland

Die Rettungsaktion geht in der Nacht weiter



Bei einem Brand auf einer Fähre im Mittelmeer ist am Sonntag mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Hunderte Menschen sassen auf der brennenden Fähre fest . Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu hundert Stundenkilometern und hoher Wellengang behinderten die Rettung der 478 Menschen an Bord.

Unter den Passagieren der griechischen Fähre «Norman Atlantic» befanden sich zehn Schweizer Staatsangehörige. Bis zum späteren Nachmittag konnten sich nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sechs von ihnen auf einem Rettungsschiff in Sicherheit bringen. Das EDA bleibe in Kontakt mit den griechischen und italienischen Behörden.

An Bord der fast ausgebuchten Fähre waren 422 Passagiere und 56 Crewmitglieder. Das Schiff der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien. Nachdem es nach einem Zwischenstopp die Insel Korfu passiert hatte, funkte die Besatzung am Sonntagmorgen gegen 3 Uhr morgens «S.O.S», da auf einem der Autodecks ein Feuer ausgebrochen war.

Die Retter kamen bei stürmischem Wind und Wellen kaum voran und konnten zunächst nicht an Bord. Bis zum Abend konnten rund 165 Menschen gerettet werden, darunter eine Schwangere und mehrere Kinder.

Zudem wurde ein Toter geborgen, wie die italienische Küstenwache am Abend mitteilte. Der Mann sei vermutlich beim Sprung von Bord umgekommen.

Rettung aus der Luft

Am Nachmittag begann dann die Rettungsaktion aus der Luft. Helikopter holten Passagiere paarweise von der «Norman Atlantic», wie die Behörden mitteilten. Die Menschen wurden demnach auf ein in der Nähe kreuzendes Schiff geflogen.

Nach Angaben des italienischen Marinesprechers Riccardo Rizotto waren vier Helikopter im Einsatz. «Die Wetterbedingungen sind so schlecht, dass wir aussergewöhnlich viele Rettungskräfte brauchen», sagte er.

Am Abend gelang es einem Schlepper nach mehreren gescheiterten Versuchen, an der 186 Meter langen Fähre festzumachen. Die Hoffnungen, die Fähre so ausreichend stabilisieren zu können, um die Rettungsarbeiten zu beschleunigen, zerschlugen sich jedoch, als die Vertäuung wieder zerriss.

Am Abend meldete die Chartergesellschaft Anek, die Lage auf der Fähre sei unter Kontrolle gebracht worden. Nunmehr gebe es «nur noch Rauch», sagte ein Anek-Sprecher der griechischen Nachrichtenagentur ANA.

Als Zeitpunkt, zu dem der Brand unter Kontrolle gebracht wurde, nannte er 19.30 Uhr (MEZ). Die noch an Bord befindlichen Menschen sollte mit Strickleitern in Sicherheit gebracht werden, kündigte der Sprecher an.

«Unsere Schuhsohlen begannen zu schmelzen.»

Der Grund für den Brandausbruch blieb zunächst unklar. Das Feuer breitete sich schnell über das Schiff aus, Augenzeugen schilderten griechischen Medien die Hitze und die Verzweiflung an Bord.

«Der Boden brannte, als wir zum Rettungsboot gingen», sagte eine Frau, die gerettet wurde, dem Radiosender Skai. Ein anderer Reisender berichtete nach seiner Rettung: «Unsere Schuhsohlen begannen zu schmelzen.»

Passagiere beschrieben per Telefon dramatische Szenen. «Wir sind auf der Brücke, wir sind nass und frieren und husten wegen des Rauchs», sagte ein Mann dem TV-Sender Mega.

Zwei gerettete Frauen, eine davon schwanger, und drei Kinder kamen in ein Spital in der süditalienischen Region Apulien. Die Kinder seien halbnackt im Wasser gewesen und litten an Unterkühlung, es gehe ihnen aber den Umständen entsprechend gut, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Eltern von zwei anderen geretteten Kindern seien noch auf der «Norman Atlantic». (feb/sda/apa/reu/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mindestens 25 Tote und hunderte Verletzte bei Erdbeben in der Ägäis

In der Nacht zu Samstag wurde in der westtürkischen Metropole Izmir nach 17 Stunden eine Frau aus den Trümmern gerettet, wie CNN berichtet.

Nach dem Erdbeben in der Ägäis ist die Zahl der Todesopfer in der Westtürkei auf 25 gestiegen. Mehr als 800 Menschen seien verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Katastrophenschutzbehörde Afad.

Am Samstagmorgen gab es nach Afad-Angaben in der Region des westtürkischen Bezirks Seferihisar ein Nachbeben der Stärke 5,0. In der Nacht hatte es schon Hunderte Nachbeben gegeben.

Rettungskräfte und Helfer suchten am Freitagabend noch in den Trümmern …

Artikel lesen
Link zum Artikel