DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07940226 A handout photo made available by the US Department of Defense (DOD) shows US Defense Secretary Mark T. Esper (C) meeting with members of the Afghan special forces to observe their training at Camp Commando, Afghanistan, 21 October 2019 (issued 22 October 2019). According to reports, Defense Secretary Esper said that the reduction od US forces in Afghanistan relies on a peace agreement with the Taliban.  EPA/STAFF SGT. BRANDY NICOLE MEJIA/US DEPARTMENT OF DEFENSE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

US-Verteidigungsminister Mark Esper trifft sich mit Spezialeinheiten der Afghanischen Armee, um ihr Training zu beobachten. Bild: EPA

CIA-Todesschwadronen in Afghanistan: Die lange Liste der Kriegsverbrechen

In Afghanistan werden paramilitärische Truppen von der CIA ausgebildet und finanziert. Exekutionen, willkürliche Bombardements und andere Gräueltaten: Die Liste der Anschuldigungen ist lang.



Sie heissen NDS 01, NDS 02, Khost Protection Force oder Kandahar Strike Force. Sie überfallen Krankenhäuser und töten dort das medizinische Personal. Sie eröffnen das Feuer auf wegrennende Zivilisten. Sie lassen Menschen verschwinden, töten Senioren und ordern US-Luftangriffe an, die ganze Familien eliminieren. Sie sind das Erbe der CIA in Afghanistan.

Moment mal schnell, um was geht es genau?

Um Kriegsverbrechen. Die amerikanische NGO «Human Rights Watch» veröffentlichte kürzlich einen Bericht über missbräuchliche, sogenannte «Night Raids», was soviel wie Nachtangriffe heisst. Dabei sollen zahlreiche Verbrechen gegen das humanitäre Völkerrecht und das Kriegsrecht begangen worden sein.

Offiziell dienen diese Angriffe der Bekämpfung von al-Kaida. Seit Ende 2017 stieg die Anzahl dieser nächtlichen Angriffe stark.

Night Raids werden von paramilitärischen, afghanischen Streitkräften durchgeführt. Dabei erhalten sie Unterstützung der CIA. Der US-Geheimdienst bildet die Truppen aus und finanziert sie auch.

Was sind das für paramilitärische Kräfte und wieso gibt es sie?

Afghanische paramilitärische Streitkräfte gehören auf dem Papier der Afghanischen Nationalen Sicherheitsdirektion (NDS) an, dem Geheimdienst des Landes. Die Streitkräfte fallen jedoch weder unter die übliche Befehlskette innerhalb der NDS noch unter normale afghanische oder US-amerikanische Befehlsketten.

Sie wurden grösstenteils von der CIA angeworben, geschult, ausgerüstet und beaufsichtigt. Angefangen hat dies nach den Anschlägen vom 11. September 2001, als die CIA anfing, afghanische Milizen zu rekrutieren. Sie sollen als eine Art Bollwerk gegen al-Kaida und den «Islamischen Staat» dienen.

Bei Tötungs- oder Entführungsoperationen sind oft US-Spezialkräfte an ihrer Seite. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Army Rangers, die zur CIA abdetachiert wurden.

Die paramilitärischen Truppen führen Operationen mit logistischer Unterstützung der USA durch und sind bei der Zielerfassung auf US-Geheimdienste und -Überwachung angewiesen. Seit 2017 können sie sogar Luftangriffe von US-Kampfflugzeugen anordnen.

Was wird diesen Truppen konkret vorgeworfen?

Human Rights Watch listet in ihrem Bericht verschiedene Verbrechen auf:

Das sind keine Einzelfälle. Human Rights Watch zählt alleine zwischen Ende 2017 und Mitte 2019 14 Fälle auf, bei denen Kriegsverbrechen verübt wurden.

Was fordert Human Rights Watch?

Ein Ende der Gewalt gegenüber der Zivilbevölkerung. In ihrem Bericht schreibt die NGO:

«Im Zuge der Untersuchung beschrieben afghanische Beamte, Aktivisten der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte, afghanische und ausländische Beschäftigte im Gesundheitswesen, Journalisten und Älteste in der Gemeinde, dass missbräuchliche Razzien und wahllose Luftangriffe für viele Gemeinden zur alltäglichen Realität geworden sind – häufig mit verheerende Folgen.»

Die Verbrechen, die oftmals wegen Falschinformationen, die von gefolterten Taliban-Familienmitgliedern stammen, verübt werden, werden oftmals nicht untersucht.

Weder das afghanische Militär noch die Regierung haben bedeutende Ressourcen zur Verfügung gestellt, um mögliche Verstösse zu untersuchen. Es fehlt ihnen sowohl die Fähigkeit als auch der politische Wille, Vorfälle zu untersuchen, an denen diese von der CIA unterstützten paramilitärischen Kräfte beteiligt sind.

Human Rights Watch fordert alle involvierten Parteien auf, das humanitäre Völkerrecht und das Kriegsrecht einzuhalten. Ob das etwas bringen wird, ist fraglich.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Friedensnobelpreis Malala Yousafzai

1 / 17
Friedensnobelpreis Malala Yousafzai
quelle: getty images north america / andrew burton
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Trump will den Krieg in Afghanistan verschärfen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

Abu Subaida war der erste Terrorverdächtige, der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 die «erweiterten Verhörtechniken» der CIA kennenlernte. Für einen Bericht seines Anwalts hat Subaida Zeichnungen der Foltermethoden angefertigt.

Ein rotes Handtuch um den Hals, ansonsten ist Abu Subaida nackt. Füsse und Hände stecken in metallenen Fesseln. Ein Gefängniswärter zieht mit festem Griff an dem Tuch und hämmert Subaidas kahlen Kopf gleichzeitig gegen die Wand. Sein Gesicht ist schmerzverzerrt, der Mund offen zum Schrei.

Diese Foltermethode nennt sich «Walling». Eine von vielen, denen Abu Subaida über die Jahre ausgesetzt war. Sie wurden unter der Bezeichnung «erweiterte Verhörtechniken» bekannt. Seine Peiniger: Agenten …

Artikel lesen
Link zum Artikel