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This 2014 photo provided by the Argentina Navy shows the ARA San Juan, a German-built diesel-electric vessel, docked in Buenos Aires, Argentina. Argentina's Navy said Friday, Nov. 17, 2017, it has lost contact with its ARA San Juan submarine off the country's southern coast. (Argentina Navy via AP )

Die vermisste ARA San Juan. (Archivbild) Bild: AP/Argentina Navy

Vermisstes U-Boot: Am Tag des Verschwindens gab es im Meer eine Explosion



Nach tagelangem Bangen um die 44-köpfige Besatzung des verschollenen, argentinischen U-Bootes ist die Marine zu einer erschreckenden Erkenntnis gelangt: Am Tag des Verschwindens des U-Bootes gab es im Südatlantik eine «Explosion», wie Marine-Sprecher Enrique Balbi am Donnerstag bekanntgab.

Zuvor hatte die Marine nur von einem verdächtigen Geräusch in dem Gebiet gesprochen, in dem der Funkkontakt zu dem U-Boot am Mittwoch vergangener Woche abgebrochen war.

Nach dem U-Boot «ARA San Juan» mit seiner 44-köpfigen Besatzung wird seither erfolglos gesucht. Dutzende Flugzeuge und Schiffe waren im Einsatz. Zeitweise war von Notsignalen der U-Boot-Besatzung die Rede, was sich später aber als falsch herausstellte.

Die Hoffnungen schwanden, als nach einer Woche noch kein Hinweis auf die «ARA San Juan» gefunden wurde; die Sauerstoff-Vorräte in dem U-Boot reichen für eine Woche.

Angehörige der Besatzung reagierten mit harten Anschuldigungen an die Adresse der Marine, nachdem sie auf dem U-Boot-Stützpunkt in Mar del Plata von der Explosion erfuhren. Die Marine habe Informationen verheimlicht und mit Verspätung weitergegeben, hiess es. Das U-Boot habe bereits 2014 eine Panne auf hoher See erlitten, sagte die Ehefrau eines Besatzungsmitglieds dem Nachrichtensender TN.

Relatives of missing submarine crew member Celso Oscar Vallejo, react to the news that a sound detected during the search for the ARA San Juan submarine is consistent with that of an explosion, at the Mar de Plata Naval Base, in Argentina, Thursday, Nov. 23, 2017. A Navy spokesman said that the relatives of the crew have been informed and that the search will continue until there is full certainty about the fate of the submarine. He said there was no sign the explosion might be linked to any attack on the sub. (AP Photo/Esteban Felix)

Angehörige der Besatzung erheben schwere Vorwürfe an die Adresse der Marine. Bild: AP/AP

Explosion drei Stunden nach letztem Kontakt

Balbi hatte sich zunächst aber nicht auf eine Explosion festlegen wollen. Er hatte von einer «hydroakustischen Anomalie» im Südatlantik gesprochen, die am 15. November gegen 10.31 Uhr Ortszeit (14.31 Uhr MEZ) rund 60 Kilometer nördlich des letzten bekannten Standorts des U-Boots vor der Küste Patagoniens aufgefangen worden sei. Es war der Tag des Verschwindens des U-Bootes.

Nun erklärte Balbi, es habe sich um ein «anormales Ereignis, einmalig, kurz, stark und nicht-nuklear» gehandelt, das zu einer «Explosion» passe. Auf Nachfrage von Journalisten räumte er ein, dass es eine «Explosion» in dem Gebiet gegeben habe. Das verdächtige Geräusch war knapp drei Stunden nach dem letzten Kontakt zur «ARA San Juan» bemerkt worden.

Die Information zu dem Geräusch hatte Argentinien erst am Mittwoch dieser Woche von den USA erhalten. Die Analyse der Geräuschs kam nun aus Österreich. Die Besatzung hatte kurz vor dem letzten Funkkontakt ein Problem mit den Batterien gemeldet, aber keinen Notruf abgesetzt.

Drei Schiffe waren nun auf dem Weg zu dem mutmasslichen Explosionsort im Südatlantik. Sie sollten in der Nacht zum Donnerstag dort ankommen.

Ein Spital in der Hafenstadt Comodoro Rivadavia in Patagonien hatte sich auf die Behandlung der Besatzungsmitglieder nach einer Rettung vorbereitet. Unklar war bisher, ob das U-Boot nicht doch irgendwo manövrierunfähig an der Oberfläche treibt. Die grossangelegte Suchaktion war lange durch stürmisches Wetter und hohen Wellengang behindert worden.

epa06346099 A handout photo made available by the Argentine Navy shows an Argentine Air Force plane during search operations for the missing Argentine submarine ARA San Juan, at sea off the coast of Argentinia, 22 November 2017 (issued 23 November 2017). Argentine authorities, with the support of foreign forces, are searching for the submarine ARA San Juan, with 44 crew members on board with which the communication was lost on 15 November 2017.  EPA/ARGENTINE NAVY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die argentinische Luftwaffe sucht nach der Ara San Juan. Bild: EPA/ARGENTINE NAVY

Russland schickt Spezialisten

Am Donnerstag hat auch das russische Militär ihre Unterstützung zugesichert. Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe abgeordnet, mehrere Experten und ein spezielles Tauchgerät zur Suche an die argentinische Küste zu schicken.

Der Kontakt zu der «ARA San Juan» war am Mittwoch vergangener Woche um 7.30 Uhr Ortszeit abgebrochen. Das 65 Meter lange und sieben Meter breite Diesel-Elektro-Boot vom Typ TR-1700 wurde in der Werft Thyssen Nordseewerke in Emden gebaut und lief 1983 vom Stapel. 2007 und 2014 wurde die «ARA San Juan» generalüberholt. (sda/dpa/reu/afp)

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Kampf gegen die Zeit: Der Sauerstoff wird knapp

Video: srf

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