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Rizin, Samenkapseln

Tödliche Samenkapseln: Rizin ist ein äusserst giftiges Protein aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis).  Bild: Wikimedia

Rizin im Essen: Seniorin mischt Gift und testet es im Altersheim



Eine 70-jährige Amerikanerin hat laut Anklage Gift aus Pflanzensamen gewonnen und die Wirkung an Mitbewohnern ihres Altersheims in Shelburne (US-Bundesstaat Vermont) ausprobiert. Ein Spital hatte die amerikanische Bundespolizei FBI alarmiert, diese stellte ein Fläschchen mit der Aufschrift «Rizin» in der Wohnung der Seniorin sicher.

Bei der Vernehmung gab die Frau an, die Samen auf dem Grundstück des Altersheims gesammelt, das Rizin nach Anleitungen im Internet gewonnen und den Speisen und Getränken von Mitbewohnern beigemengt zu haben.

Wunderbaum, Ricinus communis

Blätter des Wunderbaums (Ricinus communis).   Bild: Wikimedia/Moy Lawrence

Sie erklärte der Polizei weiter, dass sie sich mit dem Rizin am Ende selbst Schaden zufügen wollte. Um mögliche Erstwirkungen zu erkunden, ging sie ins Spital und liess sich gründlich untersuchen, wie es am Samstag auf der Webseite des US-Bundesgerichtes in Vermont hiess.

Freimütig erzählte die Frau Ärzten und Schwestern von ihrem Plan. Diese alarmierten das FBI. Laut Gericht befindet sich die alte Dame in Haft und soll am Mittwoch einem Richter vorgeführt werden.

Derweil ergaben die Ermittlungen, dass niemand im Heim an den geheimen Rizin-Dosen erkrankte. Nur bei einer Nachbarin seien Spuren des Gifts im Blut festgestellt worden.

Rizin ist ein Protein aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis). Für eine tödliche Dosis kann die in wenigen Samenkörnern enthaltene Menge reichen. (sda/dpa)

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Szene aus der Serie «Breaking Bad»: Walter White stellt Rizin aus Samenkapseln her.  Video: YouTube/iMCSxHostle

Giftmord des Geheimdienstes

Rizin wurde schon von Geheimdiensten verwendet, um missliebige Personen aus dem Weg zu räumen. Bekanntestes Beispiel ist das sogenannte «Regenschirmattentat»: Ein  Mordanschlag mit Rizin auf den bulgarischen Schriftsteller und Dissidenten Georgi Markow in London 1978. 

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