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epa08201822 Medical staff work in the isolated intensive care unit in a hospital in Wuhan, Hubei province, China, 06 February 2020 (issued 08 Ferbuary 2020). The nation is pulling medical resources from around the country to help the province, badly hit by the novel coronavirus outbreak.  EPA/YUAN ZHENG CHINA OUT

Innerhalb eines Tages wurden in China 3399 neue Infektionen nachgewiesen. Bild: EPA

Briten in französischem Skiort infiziert +++ Zahl der Fälle in China stabilisiert sich



Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stabilisiert. Aus der Provinz Hubei, dem Zentrum der Epidemie, sei seit vier Tagen kein Anstieg der Fallzahlen gemeldet worden, sagte der WHO-Experten Michael Ryan am Samstag in Genf.

Dies seien «gute Nachrichten». Die Entwicklung sei möglicherweise auf die strengen Schutzmassnahmen der Behörden zurückzuführen. In die Provinz Hubei stehen Millionen Menschen de facto unter Quarantäne. Ryan warnte zugleich, dass es zu früh sei, um Vorhersagen zum weiteren Verlauf der Epidemie zu treffen. Auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus mahnte zur Vorsicht.

Briten infiziert in Skiunterkunft

Fünf Briten sind in einem französischen Skiort positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Sie seien alle in der gleichen Unterkunft in dem Skiort Contamines-Montjoie nahe des Mont Blanc gewesen und dort in Kontakt mit einem kürzlich aus Singapur zurückgekehrten britischen Staatsbürger gekommen.

Die Infizierten seien im Spital, zeigten aber «keine ernsthaften Krankheitssymptome», teilte Frankreichs Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit.

Der aus Singapur zurückgekehrte Brite gehöre nicht zu den fünf jetzt festgestellten Fällen. Er sei wieder in Grossbritannien, erklärte die Ministerin. Behörden in Frankreich und Singapur versuchten nun, weitere mit ihm in Kontakt gekommene Menschen aufzuspüren.

Erste ausländische Todesopfer in China gemeldet

Nach dem Ausbruch des Coronavirus sind in China die ersten ausländischen Todesopfer bestätigt worden. Wie die US-Botschaft in Peking am Samstag mitteilte, kam ein mit dem Virus infizierter 60-jähriger US-Bürger in der besonders schwer betroffenen Stadt Wuhan am 6. Februar ums Leben. Welches Geschlecht das Opfer hat, liess die Botschaft offen.

Auch ein Japaner starb in Wuhan, wie Japans Aussenministerium mitteilte. Demnach handelte es sich um einen Mann in den 60ern, bei dem eine Infektion mit dem Virus vermutet wurde. Der Patient habe an einer schweren Lungenentzündung gelitten.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das Virus stieg bis Samstag erneut kräftig an. Die Zahl der Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, kletterte innerhalb eines Tages um 3399 auf 34'546. Das teilte die Gesundheitskommission in Peking mit.

Weitere 86 Todesopfer

Die neu nachgewiesenen Infektionen nahmen damit im Vergleich zum Vortag wieder zu, nachdem sie in den vergangenen zwei Tagen leicht zurückgegangen waren. Auch die Zahl der Toten legte erneut deutlich um 86 auf 722 zu.

Allein die Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich in der Metropole Wuhan ausgebrochen war, meldete 81 neue Todesopfer. Ausserhalb von Festland-China gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern über 270 weitere Fälle, keinen davon in der Schweiz.

Unterdessen ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen an Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama um 3 auf 64 gestiegen. Das teilte das japanische Gesundheitsministerium am Samstag mit. Eine Person befinde sich in einem kritischen Zustand.

Zwei Schweizer auf dem Schiff

Neben den bisher bekannten Fällen seien zwei Amerikaner und ein Chinese positiv getestet und in Krankenhäuser gebracht worden. Die Quarantäne der «Diamond Princess» mit rund 3700 Passagieren und Crew-Mitgliedern gilt laut japanischen Behörden vorläufig bis 19. Februar. Auch zwei Schweizer Staatsangehörige sind auf dem Schiff, sie sind wohlauf.

Die chinesische Sonderverwaltungsregion Hongkong verstärkte am Samstag ihre Bemühungen, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die Behörden verhängten eine Pflicht-Quarantäne für alle Reisenden vom chinesischen Festland. Demnach müssen Hongkonger, die aus China zurückkehren, für 14 Tage zuhause bleiben.

Andere Besucher können die Zeit in Hotels absitzen. Mit Tracking-Armbändern soll demnach überprüft werden, ob die Quarantäne eingehalten wird. Wer gegen die Bestimmungen verstösst, kann zu einer sechsmonatigen Haftstrafe und einer Geldstrafe verurteilt werden.

Bisher 37 bestätigte Fälle in Europa

Ausserhalb von Festland-China gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern über 270 weitere Fälle.

Mit dem Bekanntwerden von fünf neuen Infektionen in Frankreich stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle in Europa auf mindestens 37. Ein Kind und vier Erwachsene mit britischer Staatsbürgerschaft seien in Frankreich positiv auf das Virus getestet worden, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn mit. Die Patienten würden in Spitälern behandelt und zeigten keine Anzeichen einer schweren Erkrankungen.

In Deutschland wurden bislang 14 nachgewiesene Infektionen bekannt. Zudem gibt es nach WHO-Angaben (Stand von Freitagabend) Fälle in Italien, Grossbritannien, Russland, Belgien, Finnland, Spanien und Schweden. In der Schweiz gab es bis am Freitag rund 200 Verdachtsfälle. Keiner davon wurde positiv getestet.

(dsc/viw/sda/dpa)

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