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«Ich scheiss auf euch!!!!» – Til Schweigers Kampf für Flüchtlinge gerät irgendwie ausser Kontrolle



Der Schauspieler und Filmemacher Til Schweiger hat eine Mission: Er will die Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Deutschland verbessern. Dazu äussert er sich entschieden in Facebook-Postings, spendet jeden Monat Geld – und will nun sogar ein Flüchtlingsheim bauen.

Ein hehres Ziel, keine Frage. Auf die Tatsache, dass ihm sein Engagement auch Kritik und Spott einbringt, reagiert der 51-Jährige etwas dünnhäutig – was in einer Tirade gegen die ganze Twitter-Community und «Spiegel Online» endet. Aber der Reihe nach.

Das «Gipfeltreffen»

Am 29. Juli verkündet Schweiger voller Freude auf seiner Facebook-Seite: «Bäm!!! Der Vizekanzler hat sich gemeldet!» Die Rede ist von SPD-Politiker Sigmar Gabriel. Mit diesem habe Schweiger eine halbe Stunde über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland geredet. «In einem Punkt waren wir uns sofort einig: dass die Mehrheit der Deutschen diesen Hass nicht teilt!!!!»

Es bleibt nicht beim Anruf. Vergangene Woche treffen sich die beiden in Berlin, um «Planungen für Flüchtlinge und gegen rechtsradikale Hetzer» zu besprechen. Der deutsche Vizekanzler Gabriel veröffentlicht auf Facebook folgendes Bild, mit dem Kommentar: «Ernste Gesichter zu einem ernsten Thema.»

Bild

Bild: Facebook

Die beiden ernten Lob, doch es gibt auch den einen oder anderen, der das Bild auf die Schippe nimmt. Mit Tweets wie diesem:

Oder diesem:

Das Satiremagazin «Extra3» spielt darauf an, dass Sigmar Gabriel dieser Tage die Waffenexporte in eine Krisenregion genehmigt hat.

Spiegel Online trägt fünf Tweets zu dem Thema zusammen und schreibt:

«Das ist erst mal natürlich löblich. Aber diese Konstellation? Hier ein rhetorisch eher handfester Tatort-Kommissar, der vor einigen Jahren bereits mit der politisch feinsinnigen Forderung nach einem Internetpranger für Sexualstraftäter auffiel. Und auf der anderen Seite ein um Seriosität bemühter SPD-Chef, der vor wenigen Monaten noch mit den Islamfeinden der Pegida-Bewegung diskutieren wollte?»

Da platzt Schweiger der Kragen. Auf Facebook holt er zur Breitseite gegen die «Twitter-Community (Mehrheit) und SPON (überwiegende Mehrheit)» aus. Der Post beginnt so: «Ihr seid so arm....!!!! Anstatt uns bei einer extrem wichtigen Sache zu unterstützen, giesst ihr eure Häme aus...! Schämt euch!!!» Dann schreibt sich der Schauspieler in Rage: «Ich scheiss auf euch und zieh mein Ding durch!!!!»

Bild

Das wiederum lässt «Spiegel Online» nicht auf sich sitzen. Das Medium veröffentlicht ein Till-Schweiger-Bingo voller Ausrufezeichen und spielt damit auf die Vorliebe des Schauspielers für das Satzzeichen an.

Unterdessen bekommt Schweiger Schützenhilfe von einer weiten prominenten Politikerin. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht er eine Nachricht, die ihm Claudia Roth, Vizepräsidentin des deutschen Bundestags, geschickt hat.

Die Grüne bedankt sich bei Schweiger für die grosszügige Spende für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak. Und sie spricht ihm angesichts des rauen Windes, der ihm aus dem Internet zuweht, Mut zu: «Ich möchte Danke sagen, dass Sie immer wieder so klar Stellung beziehen, für die Menschenwürde, für humanitäre Schutzverantwortung, gegen Rassismus und Fremdenhass!»

(rey)

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