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epa08419393 German Chancellor Angela Merkel gestures during a question and answer session of the German parliament 'Bundestag' in Berlin, Germany, 13 May 2020. Members of the German Bundestag question German government on regular basis.  As planned, the Chancellor would have been available for the government survey at the meeting on 25 March 2020. The agenda item was dropped at the time due to the coronavirus pandemic.  EPA/CLEMENS BILAN

Angela Merkel am Mittwoch im Bundestag in Berlin. Bild: EPA

«Ungeheuerlicher Vorgang»: Merkel macht Russland wegen Hackerangriff schwere Vorwürfe



Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf den Bundestag 2015 schwere Vorwürfe gemacht und mit Konsequenzen gedroht.

Mit Blick auf Ermittlungsergebnisse des Generalbundesanwalts sprach sie am Mittwoch im Bundestag von «harten Evidenzen» für eine russische Beteiligung und sprach von einem «ungeheuerlichen» Vorgang. «Ich nehme diese Dinge sehr ernst, weil ich glaube, dass da sehr ordentlich recherchiert wurde», sagte Merkel. «Ich darf sehr ehrlich sagen: Mich schmerzt das.»

Merkel sprach bei einer Befragung durch Abgeordnete im nationalen Parlament von einer Strategie der «hybriden Kriegsführung» Russlands, die auch «Desorientierung» und «Faktenverdrehung» beinhalte. «Die müssen wir beachten, und die können wir auch nicht einfach verdrängen», sagte die Kanzlerin. «Das ist nicht nur irgendwie ein Zufallsprodukt, das ist durchaus eine Strategie, die dort angewandt wird.»

Die Kanzlerin betonte zwar, dass sie sich weiter um ein gutes Verhältnis zu Russland bemühen wolle. Eine «vertrauensvolle Zusammenarbeit» werde dadurch aber gestört.

Massnahmen nicht ausgeschlossen

Auf die Frage nach möglichen Konsequenzen gegen Russland sagte Merkel. «Natürlich behalten wir uns immer Massnahmen vor, auch gegen Russland.»

Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien vom 5. Mai machen die deutschen Ermittler den russischen Militärgeheimdienst GRU für den grossangelegten Cyberangriff auf den Bundestag im Jahr 2015 verantwortlich.

Die Bundesanwaltschaft hat demnach in der vergangenen Woche einen internationalen Haftbefehl gegen einen jungen russischen Hacker namens Dimitri Badin erwirkt, nach jahrelangen Ermittlungen des Bundeskriminalamts. Ihm werde geheimdienstliche Agententätigkeit und das Ausspähen von Daten vorgeworfen. Der Mann werde in Russland vermutet. (sda/dpa)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MartinZH 15.05.2020 22:38
    Highlight Highlight Viele Kommentar-Schreiber haben offensichtlich nicht begriffen: Es geht hier nicht um Nachrichtendienst / Spionage (Lauschangriffe, Abhören, Ausspähen). Es geht hier ganz konkret um hybride Kriegsführung.

    Der NSA/USA-Vergleich "Abhören unter Freunden" ist eine völlig andere Sache, als was Merkel thematisiert hat.

    Die Angriffe auf die kritische Infrastruktur betrifft v.a. direkt die Bevölkerung und nicht militärische Einrichtungen.

    Zur Pipeline: Der Lieferant kann sich seine Kunden nicht aussuchen. Aber Europa kann den Öl- und Gas-Lieferanten wählen. Das sind die realen Machtverhältnisse. 😉
  • Basti Spiesser 15.05.2020 12:56
    Highlight Highlight Vielleicht wollte Putin nur ungestört mit Trump kommunizieren, und schreibt ihm jetzt süsse SMS über Merkels Handy...
  • Froggr 15.05.2020 09:16
    Highlight Highlight Und Deutschland (bzw die EU) ist so clever und verlegt eine Gaspipeline direkt von Russland nach Deutschland. Damit machen sie sich abhängig von Russland. An Schwachsinnigkeit nicht hu überbieten. Und trotzdem fragen sich Leute, warum wohl Trump Natogelder streicht. Deutschland eliminiert sich selbst.
  • Turbi 14.05.2020 21:31
    Highlight Highlight Wer so blöde ist und nicht merkt dass Daten abgezapft werden dem ist schlichtweg nicht zu helfen............
  • De-Saint-Ex 14.05.2020 15:42
    Highlight Highlight Alles nur heisse Luft... Europa ist auf Öl und Gas Lieferungen aus Russland angewiesen. Solange das so ist... aber ist doch eh vollkommen wurscht... man weiss nicht mehr, wer von allen Staatschefs am allerverrücktesten ist, egal in welche Himmelsrichtung man schaut und eins ist sicher: es wird nicht Covid19 sein, das die Menschheit auslöscht... das machen „wir“ ganz von alleine...
  • Fandall 14.05.2020 09:03
    Highlight Highlight Hmm, ihr Mobilitelefon wird von der NSA angezapft, keinerlei Konsquenzen.
    Die Russen hacken sich in die Bundestagscomputer (wie alle anderen Geheimdienste wohl auch, vor allem da sich Sicherheitslücken schnell rumsprechen) und es wird offiziell angeprangert.
    ALLE Grossmächte betreiben Desinformation und Cyberspionage, selbst der deutsche Nachrichtendienst.
    Was für eine Heuchelei!
  • Davey_ 14.05.2020 07:56
    Highlight Highlight Ich sehne mich nach dem Tag, an dem Russland unser Freund sein wird. Bin wirklich gespannt was nach Putin kommt...
    • Juliet Bravo 14.05.2020 12:06
      Highlight Highlight Etwa 2036?
  • Jagr 14.05.2020 07:01
    Highlight Highlight Ich würde zuallererst bei ihrem Freund Obama anklopfen. Letztes mal wars ja auch seine Truppe.
    Und hey, ist ja alles nicht so schlimm. "Das macht man nicht unter Freunden." Reicht und dann feste in die andere Richtung schauen.
  • dänkdra 14.05.2020 04:35
    Highlight Highlight Angies telefon wurde ja aich von den usa abghört. Das darf man nicht vergessen
  • Paolo Pinkel 14.05.2020 02:55
    Highlight Highlight Im Zusammenhang mit dem NSA-Skandal gab's nichtmal ansatzweise solch eine Entrüstung von Seiten der deutschen Regierung. Maximal ein:"
    "Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht" 🤷🏻‍♂️
  • MartinZH 14.05.2020 00:29
    Highlight Highlight Wenn bereits Deutschland so massiv unter den Cyber-Angriffen seitens Russland leidet, dass sich sogar die Kanzlerin so klar äussert, kann man sich vielleicht besser vorstellen, wie die Ukraine unter diesem Cyberkrieg leidet.

    Hier ein spannender, realer Bericht:

    WDR-Radio-Feature: "Blackout um 0:00 Uhr – Die Ukraine als Testgelände für den Cyberkrieg"

    https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/blackout-cyberkrieg-ukraine-100.amp

    2015: Einen Tag vor Weihnachten gehen bei 230'000 Menschen die Lichter aus. Ort des Blackouts: die Westukraine. Hacker können fast jeden Stromerzeuger lahmlegen.
    • Quo Vadis 14.05.2020 13:06
      Highlight Highlight Interesting 🙏
    • MartinZH 15.05.2020 22:02
      Highlight Highlight @Dragona: Absolut. Es gibt zwar auch Attacken von Kriminellen (Erpressung), aber oftmals sind es eben staatliche Akteure.

      Was viele Kommentar-Schreiber nicht begriffen haben, es geht hier nicht um Nachrichtendienst und Spionage (Lauschangriffe, Abhören, Ausspähen), sondern es geht ganz konkret um hybride Kriegsführung.

      Ganz perfid: Die Angriffe auf die kritische Infrastruktur betrifft v.a. direkt die Bevölkerung und nicht militärische Einrichtungen.

      Kyjiw hatte Glück, dass die alten, analogen Steuersysteme noch zur Verfügung standen, ein katastrophales Chaos wäre ansonsten perfekt gewesen.

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