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Händeschütteln in St.Petersburg: Macron will «gemeinsame Initiativen» mit Putin



Russland und Frankreich wollen ihre Bemühungen um ein Ende des Syrien-Krieges künftig enger abstimmen. Das sagten die Präsidenten Wladimir Putin und Emmanuel Macron am Donnerstag nach mehrstündigen Gesprächen in St. Petersburg.

Sie nannten dabei den von Moskau mit dem Iran und der Türkei initiierten Astana-Prozess und die sogenannte Small Group wichtiger westlicher und arabischer Staaten. Macron sprach von einem «Koordinierungs-Mechanismus» und sagte: «Das ist für mich ein sehr bedeutender Fortschritt.»

Russian President Vladimir Putin, right, gestures as he shakes hands with French President Emmanuel Macron after their joint news conference following the talks at the Konstantin palace with the statue of the Peter The Great in the background just outside St. Petersburg, Russia, Thursday, May 24, 2018. Macron's talks with Putin are set to focus on the U.S. exit from the Iranian nuclear deal, as well as conflict in Syria and Ukraine. (AP Photo/Dmitri Lovetsky)

Macron und Putin in St. Petersburg. Bild: AP/AP

Russland und Frankreich sind beide Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat. Der Franzose erwiderte mit seinem Besuch beim Internationalen Wirtschaftsforum in Putins Heimatstadt dessen Besuch vom Mai 2017 in Versailles. Am Freitag wollen beide Präsidenten vor den Teilnehmern des Forums reden.

Im Beisein der Staatschefs schlossen Frankreich und Russland eine Reihe von Vereinbarungen. Unter anderem steigt der Energiekonzern Total mit 10 Prozent in dem 21.7 Milliarden Euro teuren Flüssigerdgasprojekt Arctic LNG-2 im Norden Russlands ein.

Wie der Mechanismus zu Syrien konkret aussehen soll, sagte Macron nicht: «Unsere Teams werden ihn in den kommenden Wochen gestalten.» Ziel sei es, eine «parallele aber gemeinsame Diskussions-Agenda» für die zwei Gruppen zu haben und «gemeinsam die Übereinstimmungen zu schaffen, (...) die hoffentlich diese politische Lösung ermöglichen werden». Der französische Präsident setzt sich schon länger dafür ein, die beiden Gesprächsformate zusammenzuführen.

Russland und der Iran sind wichtige Verbündete der syrischen Regierung. Zur Small Group gehören neben Frankreich die USA, Grossbritannien, Saudi-Arabien und Jordanien. Im April hatte erstmals auch Deutschland an einem Treffen der Gruppe teilgenommen.

Auch Ostukraine ein Thema

Die Präsidenten sprachen auch über den Konflikt in der Ostukraine, in dem seit 2014 mehr als 10 000 Menschen getötet worden sind. Dort kämpft die ukrainische Armee gegen prorussische Separatisten, hinter denen sich die russische Militärmacht verbirgt. Es sei wichtig, dazu in den kommenden Wochen ein neues Gipfeltreffen im sogenannten Normandie-Format mit Russland, der Ukraine, Frankreich und Deutschland einzuberufen, sagte Macron.

Die Staatschefs sprachen sich dafür aus, das Atomabkommen mit dem Iran auch nach der einseitigen Aufkündigung durch die USA zu erhalten. Teheran erfülle die Auflagen weiterhin, keine eigenen Atomwaffen zu entwickeln, sagte Putin. Macron verwies auf die verschärften Spannungen zwischen Teheran und Israel, die eine Folge des Ausstiegs der USA aus dem Abkommen seien.

Die Beratungen des Wirtschaftsforums standen am ersten Tag im Schatten der verschärften US-Sanktionen gegen Russland. Das russische Wirtschaftswachstum drohe deshalb um einen halben Prozentpunkt schwächer ausfallen, sagte der neu ernannte Leiter des Rechnungshofs, Alexej Kudrin. 2017 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1.5 Prozent gewachsen.

Die USA hatten im April zahlreiche russische Firmen und Unternehmer auf die Strafliste gesetzt, die aus ihrer Sicht Interessen des Kremls vertreten. Sie drohen auch mit Strafen für ausländische Geschäftspartner dieser Firmen. (dwi/sda/dpa)

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