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epa05922886 Brigitte Trogneux (R), wife of Emmanuel Macron (L), head of the political movement En Marche! (Onwards!) and candidate for the 2017 French presidential election, watches her husband casting his ballot in the first round of 2017 French presidential election at a polling station in Le Touquet, northern France, 23 April 2017. France will hold the second round of the presidential elections on 07 May 2017.  EPA/PHILIPPE WOJAZER / POOL MAXPPP OUT

Emmanuel Macron legt seinen Wahlzettel in die Urne, beobachtet von seiner Gattin Brigitte Trogneux.  Bild: EPA/REUTERS POOL

Macron, Le Pen, Fillon oder Mélenchon? Das Rennen wird knapp!



Richtungswahl für Europa: Unter einem beispiellosen Sicherheitsaufgebot hat am Sonntag in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl begonnen. Die Wahllokale öffneten um 08.00 Uhr. Bis am Mittag zeichnete sich eine rege Wahlbeteiligung ab. 

Elf Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge des sozialistischen Staatschefs François Hollande, der nicht mehr antritt. 

Vier von ihnen haben nach Umfragen realistische Chancen, unter die beiden Bestplatzierten zu kommen und damit in die Stichwahl am 7. Mai einzuziehen: Der europafreundliche, parteilose Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, die EU-feindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen, der Konservative François Fillon und der Linkspartei-Gründer Jean-Luc Mélenchon. 

Macron stimmte am Vormittag gemeinsam mit seiner Ehefrau Brigitte im Rathaus des nordfranzösischen Ortes Le Touquet ab, wo er einen Zweitwohnsitz hat. Unter grossem Polizeischutz ging das Paar zu Fuss von seinem Haus zum 300 Meter entfernten Wahllokal, die Strecke war für den Verkehr gesperrt.

Le Pen votierte am Sonntagmorgen ebenfalls unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im nordfranzösischen Hénin-Beaumont, einer Hochburg ihrer Partei Front National. Auch Fillon und Hollande stimmten schon am Morgen in ihren Wahlkreisen ab.

CORRECTS NAME OF THE MAN - Far-right leader and candidate for the 2017 French presidential election Marine Le Pen casts her vote for the first-round presidential election while National Front Henin-Beaumont's mayor Steeve Briois, second right, looks on, in Henin-Beaumont, northern France, Sunday, April 23, 2017. French voters are casting ballots for their next president in an unusually close first-round election Sunday, after a campaign dominated by concerns about jobs and immigration and clouded by security fears following a recent attack on police guarding the Champs-Elysees in Paris. (AP Photo/Frank Augstein)

Marine Le Pen bei der Stimmabgabe in Hénin-Beaumont. Bild: Frank Augstein/AP/KEYSTONE

Knappes Rennen zeichnet sich ab

Die letzten Wahllokale schliessen am Abend um 20.00 Uhr, damit fällt auch die Nachrichtensperre in Frankreich. Weil sich ein ungewöhnlich knappes Rennen abzeichnet, war unklar, wann tatsächlich erste Ergebnisse öffentlich werden.

Allerdings könnten schon vorher erste Zahlen durchsickern: Medien in der Schweiz und in Belgien hatten beim vergangenen Mal schon am späten Nachmittag erste Trends verkündet.

Mit ausschlaggebend bei dieser Abstimmung könnte das Mass der Enthaltungen sein. Kurz vor der Wahl zeigte sich noch rund ein Drittel der Wähler unentschlossen. Das wäre ein neuer Höchststand.

Die Wahlbeteiligung lag bis zum Mittag bei rund 28,5 Prozent und damit in etwa so hoch wie vor fünf Jahren. Dies ging aus Zahlen des Innenministeriums hervor. 2012 lag die Wahlbeteiligung am Ende bei rund 79,5 Prozent.

Die französischen Überseegebiete, die teils schon am Samstag votiert hatten, sind bei den Zwischenständen nicht eingerechnet. Sie machen aber nur einen sehr kleinen Teil der Wähler aus.

Macron gegen Le Pen am wahrscheinlichsten

Unter den sechs Varianten für die Stichwahl in zwei Wochen gilt ein Duell von Macron gegen Le Pen als am wahrscheinlichsten – und damit eine Abstimmung für oder gegen die EU. Allerdings könnte es auch zu einer Wahl der Extreme kommen, wenn die Rechte Le Pen auf den Altlinken Mélenchon trifft.

Zum Kampf um die Mitte käme es bei einem Rennen zwischen Macron und Fillon. Fillon und Le Pen wiederum würden beide versuchen, mit «Law and Order» zu punkten. Die schwächelnde Sozialistische Partei des Amtsinhabers Hollande wird den Elysée wohl nicht verteidigen: Ihr Kandidat Benoît Hamon ist in den Umfragen weit abgeschlagen. (sda)

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