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Frankreich streitet über fleischloses Essen in Schulkantinen



Die Kantine des temporaeren Bundesasylzentrums Pasture, am Donnerstag, 8. Oktober 2020, in Balerna. Das Provisorium am Standort Balerna ist mit 220 Schlafplaetzen ausgestatet. Das definitive Bundesasylzentrum mit Verfahrensfunktion in den Gemeinden Balerna und Novazzano soll 2023 in Betrieb gehen. (KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Bild: keystone

In Frankreich ist ein Streit über fleischfreies Essen in Schulkantinen entfacht. Landwirtschaftsminister Julien Denormandie forderte am Sonntag auf Twitter: «Lasst uns aufhören, unseren Kindern Ideologie auf den Teller zu legen!» Man solle ihnen geben, was sie zum Wachsen brauchen. Dazu gehöre auch Fleisch.

Pläne aus Lyon in Frankreichs Südosten hatten die Debatte ausgelöst. Ab Montag soll es in den Schulkantinen dort nur noch ein Menü für alle geben, und zwar ohne Fleisch. Wegen der Corona-Pandemie gilt dort mit dem Ende der Winterferien ein neues Hygienekonzept. In den Kantinen soll dann alles schneller ablaufen. Die städtische Beigeordnete für Bildung, Stéphanie Léger, erklärte, das Menü sei nicht vegetarisch - es enthalte etwa Fisch und Eier - und sei das einzige, das kein Kind ausschliesse. Léger betonte zudem, die Massnahme sei vorübergehend. Es habe sie bereits von Mai bis Juli in der Stadt gegeben.

Nach Willen von Landwirtschaftsminister Denormandie soll sich nun der Präfekt der Region mit dem Fall befassen. Heftige Kritik an dem Vorhaben kam auch von Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin. Auf Twitter sprach er von einer skandalösen Ideologie: Die moralistische und elitäre Politik der Grünen schliesse das einfache Volk aus und sei eine inakzeptable Beleidigung für Frankreichs Landwirte und Fleischer. Lyons Bürgermeister, Grégory Doucet, reagierte prompt und versicherte, die Massnahme, nur ein Menü anzubieten, sei aus Hygienegründen getroffen worden. (sda/dpa)

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