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epaselect epa08210776 Armed men stand next to the burning remains of an alleged Syrian army helicopter that was shot down in the village of Qaminas, some four kms east of Idlib, Northern Syria, 11 February 2020. According to local media reports and witnesses the helicopter was downed in the middle of the day on 11 February and two pilots were killed.  EPA/YAHYA NEMAH

Am Dienstag wurde ein syrischer Armeehelikopter in der Provinz Idlib abgeschossen. Bild: EPA

Türkei und Russland steuern auf Konfrontation zu – 4 Punkte zur neuen Eskalation in Syrien



Was ist passiert?

In Syrien steuern Russland und die Türkei auf eine offene Konfrontation zu. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte am Dienstag den von Russland unterstützen syrischen Truppen, sie würden einen hohen Preis für Angriffe auf Soldaten seines Landes zahlen.

Die Regierung in Moskau forderte dagegen, alle Angriffe auf russische und syrische Kräfte in der Rebellen-Provinz Idlib müssten eingestellt werden. Das syrische Militär erklärte, man werde auf türkische Angriffe antworten.

epa08194680 Russian President Vladimir Putin speaks during a ceremony to receive credentials from newly appointed foreign ambassadors to Russia in the Kremlin in Moscow, Russia, 05 February 2020.  EPA/ALEXEY NIKOLSKY / SPUTNIK / KREMLIN POOL MANDATORY CREDIT

Wladimir Putin Bild: EPA

Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete, Russlands Präsident Wladimir Putin wolle noch am Dienstag mit Erdogan telefonieren.

Wie kam es zur Eskalation?

Am Montag hatte sich die Situation zugespitzt, nachdem bei einem Angriff syrischer Truppen fünf türkische Soldaten getötet worden waren. Zudem endeten türkisch-russische Gespräche zur Beendigung der Kämpfe ohne konkretes Ergebnis. Erdogan kündigte an, er werde am Mittwoch einen Plan für Idlib vorstellen.

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan speaks during a meeting in Ankara, Turkey, Tuesday, Feb. 11, 2020. Erdogan on Tuesday warned the Syrian government that it will

Recep Tayyip Erdogan. Bild: AP

Am Dienstag konnten syrische Truppen die strategisch wichtige Fernstrasse M5 zwischen Aleppo und Damaskus unter ihre Kontrolle bringen. Diese wurde seit 2012 von Rebellen beherrscht.

Von der Türkei unterstützte Rebellen starteten daraufhin einen Gegenangriff und rückten auf die Stadt Nairab vor. Ein Vertreter des türkischen Militärs erklärte, die Rebellen hätten einen «ausgewachsenen Angriff» auf einen Knotenpunkt der M5 gestartet.

Auf welchen Seiten stehen die Türkei und Russland genau?

Der ganze Konflikt in Syrien ist sehr kompliziert. Wer gegen wen genau kämpft, ist oft nicht so ganz klar. Grundlegend lässt sich sagen: Die Türkei unterstützt Rebellen in Idlib, während Russland und der Iran an der Seite der Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stehen.

Durch die Entwicklung wird im Übrigen auch der von Russland und der Türkei vereinbarte Waffenstillstand ausgehebelt.

Hier findest du weitere Informationen über die türkische Offensive:

Wird es jetzt zu einer neuen Flüchtlingswelle kommen?

Vielleicht. Die Uno warnte angesichts der Kämpfe vor einem Anschwellen der Flüchtlingswelle in Idlib im Nordwesten Syriens.

Durch den 2011 ausgebrochenen Bürgerkrieg sind bislang 3.6 Millionen Syrer in die Türkei geflohen. Nach den Worten Erdogans kann sein Land keine weiteren Menschen aufnehmen. In den vergangenen zehn Wochen sind allerdings mehr Menschen vertrieben worden als jemals zuvor.

«Das ist die am rasantesten wachsende Vertreibung, die wir je in diesem Land gesehen haben», sagte Jens Laerke von der Uno-Hilfsorganisation Ocha. Seit Dezember seien fast 700'000 Menschen geflohen, hauptsächlich Frauen und Kinder. Sollten die Kämpfe in den Gebieten um Idlib und Aleppo andauern, könnten weitere 280'000 Menschen folgen. (dfr/sda/reu)

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Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien

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