International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Flammeninferno bei Athen: Die Retter müssen mit Tragödien fertig werden

Der Horror will kein Ende nehmen. Immer wieder neue Leichen werden im Osten Athens entdeckt. Die Flammen haben dort alles zerstört. Die Rettungsmannschaften erleben täglich Schlimmes.



Die Szene wiederholt sich immer wieder: Feuerwehrleute und Freiwillige Helfer gehen von Tür zu Tür und suchen in den zerstörten Häusern in der Ferienregion von Rafina, Mati und Neos Voutzas im Osten Athens nach Opfern.

«Hallo! Hallo! Ist jemand da», heisst es immer wieder. Es folgt Totenstille. Langsam gehen die Feuerwehrleute in die Häuser hinein. Sie haben Schlimmes gesehen und sind auf Schreckliches vorbereitet. Fernsehbilder zeigen diese schlimmen Szenen immer wieder.

Allein in den vergangenen zwölf Stunden wurden fünf verkohlte Leichen entdeckt. Bislang sind 80 Tote gezählt worden. Eines der Opfer starb am Mittwoch an schweren Verbrennungen in einem Spital in Athen.

Waldbrände in Griechenland

Retter mit Tragödien konfrontiert

Dramatische Details  werden nach und nach bekannt. Ein etwa 13 Jahre altes Mädchen habe sich in einen Steilhang gestürzt - als es keinen Ausweg mehr gab. «Ihre Kleider brannten. Das Flammeninferno hinter ihr. Sie stürzte in die Tiefe und war auf der Stelle tot», sagte eine Augenzeugin mit Tränen in den Augen im TV.

Ebenfalls schrecklich ist das, was ein Feuerwehrmann aus der Ortschaft Mati erzählt. Er habe in einem verbrannten Auto die völlig verkohlten Leichen des Fahrers und der Beifahrerin gesehen. «Was sind das für Rucksäcke hinter ihnen, habe ich mich gefragt», sagte der Mann im Radio.

Dann stellte er schweissgebadet fest, die vermeintlichen Rucksäcke seien Kinder gewesen, die sich um den Hals ihrer Eltern offenbar in den letzten schrecklichen Minuten ihres Lebens geklammert hatten.

epa06909477 Members of a rescue team search for missing people inside a burned house, following a deadly forest fire in Mati a northeast suburb of Athens, Greece, 25 July 2018. The death toll from forest fires that raged through seaside resorts near the Greek capital Athens has increased to at least 80 while the number of injured reached 187, according to an announcement by Fire Brigade spokesperson Stavroula Malliris on 25 July.  EPA/YANNIS KOLESIDIS

Suche nach Vermissten. Bild: EPA/ANA-MPA

Dutzende Vermisste

Die bange Frage: Wie viele Tote gibt es noch in den mehr als 1000 zerstörten Häusern? Dutzende Menschen werden noch vermisst. Die Identifizierung der Opfer ist schwierig und könnte Wochen dauern. Die meisten sind nämlich verkohlt.

DNA-Tests werden in vielen Fällen notwendig sein, sagen Gerichtsmediziner immer wieder im Fernsehen. Die Bürgermeister der Region befürchten, dass die Zahl der Opfer am Ende dieses Dramas dreistellig sein könnte. Verwandte haben eine inoffizielle Seite eingerichtet und Fotos von Vermissten veröffentlicht.

epa06909479 Members of the Greek Red Cross search for missing people at a burned house, following a deadly forest fire in Mati a northeast suburb of Athens, Greece, 25 July 2018. The death toll from forest fires that raged through seaside resorts near the Greek capital Athens has increased to at least 80 while the number of injured reached 187, according to an announcement by Fire Brigade spokesperson Stavroula Malliris on 25 July.  EPA/YANNIS KOLESIDIS

Wie viele Tote gibt es noch in den mehr als 1000 zerstörten Häusern? Bild: EPA/ANA-MPA

Zerstörte Infrastruktur

Für die Überlebenden muss es nun weitergehen. Es wird aber wohl sehr lange dauern, bis die Menschen sich von dem Erlebten erholt haben - und die Region. Die Strom-und Wasserversorgung, das Telefon und Internet sind weitgehend unterbrochen.

Es könnte Wochen dauern, bis die Infrastruktur einigermassen wieder intakt ist, schätzen Bürgermeister der Region. Tausende Häuser sind unbewohnbar und müssen abgerissen werden.

Starker Wind erzeugte Flammenmeer

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft von Athen eine Untersuchung eingeleitet. Die Ursachen der Katastrophe sollen ermittelt werden. Experten sind sich jedoch weitgehend einig. Egal aus welchem Grund der Brand ausbrach - die freiwilligen Helfer, die Feuerwehr und allen voran die Einwohner von Mati, Neos Voutzas und Rafina hatten keine Chance, die Katastrophe zu stoppen.

Winde der Stärke 9 erzeugten binnen Minuten ein Flammenmeer. Wer Glück hatte, konnte sich zum nahegelegenen Meer flüchten und wurde von Fischern gerettet. (whr/sda/dpa)

Griechenland – Die Flammen sind ausser Kontrolle

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Tiger Woods in schweren Autounfall verwickelt

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Dubais Prinzessin Latifa: Neues Video aus Gefangenschaft aufgetaucht

Ihr Vater, der Herrscher von Dubai, soll sie seit Jahren gefangen halten. Nun sorgt ein Video der Scheichstocher für Aufruhr: Darin bekräftigt Latifa, sie sei eine Geisel und dürfe ihr «Gefängnis» nicht mehr verlassen. 

Die Spekulationen um eine Gefangenschaft der Tochter des arabischen Herrschers Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum sind durch ein jüngst veröffentlichtes Video des britischen Nachrichtensenders BBC erneut entfacht worden.

Die undatierten Aufnahmen sollen Latifa, die Prinzessin von Dubai, in Gefangenschaft zeigen. «Ich nehme das Video in einem Badezimmer auf, weil es der einzige Raum ist, den ich abschliessen kann», erklärt die Prinzessin. «Ich bin eine Geisel und diese Villa wurde zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel