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Die königliche Familie

Harry und Meghan sind ab Frühjahr nicht mehr als "Königliche Hoheit" zu bezeichnen. Bild: EPA

Meghan und Harry verlieren ihre Titel – Experte erklärt Hintergründe

Alina Bähr, Joseph Hausner / watson.de



Gut eine Woche ist der royale Paukenschlag nun her: Am Mittwoch vergangener Woche hatten Meghan und Harry verkündet, sich von ihren royalen Verpflichtungen grösstenteils zurückzuziehen und stattdessen «finanziell unabhängig» werden zu wollen. Das Wort «Megxit» war geboren.

Nun, ein paar Tage nach dem Krisentreffen zwischen Harry und der Queen, folgt der nächste Hammer: Meghan und Harry geben überraschend ihre Titel »Königliche Hohheit« ab. Auf Englisch: »His Royal Highness«, beziehungsweise »Her Royal Highness". Damit soll im Frühjahr 2020 Schluss sein, wie der Buckingham Palast am Samstagabend verkündete.

Was hat das zu bedeuten? Und wie ist die Ankündigung zu verstehen, dass Meghan und Harry keine öffentlichen Gelder mehr für royale Auftritte erhalten werden? Watson sprach mit dem renommierten Adelsexperten Jürgen Worlitz.

Warum geben Harry und Meghan ihre Titel ab?

«Dass Harry und Meghan ihre 'Königliche Hoheiten'-Titel freiwillig abgeben, zeigt, dass sie nach wie vor versuchen, den Spagat zwischen bürgerlichem Leben und dem Königshaus zu finden», erklärt Worlitz.

Dieser Spagat hat bislang dazu geführt, dass Harry in eine «Doppelmoral» verfallen sei, erklärt der Adelsexperte: «Werbe ich als Prinz für meine Charity-Organisation, darf die Presse gerne kommen. Steht ein Paparazzi vor der Tür und fotografiert meine Frau, beklage ich, von der Presse 'gejagt' zu werden.»

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Adelsexperte Jürgen Worlitz berichtete unter anderem für die ARD über alle großen europäischen Königshäuser. bild: twitter/Kieler StadtKultur

Der Verlust des Titels «Königliche Hoheit» schiebt Meghan und Harry also ein Stück weiter weg vom Royalen – hin zum Privaten. Übrigens: Herzog und Herzogin von Sussex bleiben die beiden weiterhin.

Bekommen Harry und Meghan jetzt gar kein Geld mehr?

In der Mitteilung des Buckingham Palace heisst es weiter: «Sie erhalten keine öffentlichen Mittel mehr für königliche Pflichten.» Wird Harry und Meghan damit der Geldhahn abgedreht?

Nein, erklärt Worlitz:

«Sie werden nach wie vor von Charles unterstützt. Da wäre schon ein klarerer Cut nötig, um die Verbindungen zum Königshaus zu kappen.»

Zum Hintergrund: Prinz Harry erhielt bis dato rund zwei Millionen Euro Apanage pro Jahr, die ihm aus dem Sovereign Grant von Seiten der britischen Regierung gezahlt wurde. Darauf wird Harry künftig verzichten müssen.

Davon unberührt bleiben jedoch Harrys Einkommen aus dem Herzogtum Cornwall, das Vater Prinz Charles verwaltet. Zu dem Herzogtum gehören riesige Ländereien und viele, viele Pachtobjekte. Charles gibt einen Teil der Einnahmen davon an Harry ab. Das zählt nicht als öffentliches Geld und dürfte dem Experten zufolge auch in Zukunft fliessen.

Wie viel Geld müssen Harry und Meghan jetzt zurückzahlen?

Theoretisch könnte Harry und Meghan niemand dazu zwingen, doch die beiden haben angekündigt, einiges an Steuergeldern zurückzuzahlen.

In der Mitteilung des Palastes heisst es: «Der Herzog und die Herzogin von Sussex haben ihren Wunsch geteilt, die Ausgaben für staatliche Zuschüsse für die Renovierung von Frogmore Cottage zurückzuzahlen, das ihr britisches Familienheim bleiben wird.»

FILE - In this Jan. 4, 2020 file photo, Frogmore Cottage, the home of Prince Harry and Meghan, Duchess of Sussex, on the Home Park Estate, Windsor, England. Buckingham Palace says Prince Harry and his wife, Meghan, will no longer use the titles

Frogmore Cottage in Windsor. Bild: AP

Frogmore Cottage ist ein historisches Gebäude im Park von Windsor Castle, Harry und Meghan wollen dort auch in Zukunft leben. Kürzlich noch hatten die beiden das Haus mit zweieinhalb Millionen Euro an Steuergeldern renovieren lassen – deswegen waren viele Briten besonders sauer, als das Paar den «Megxit» verkündete. Diese zweieinhalb Millionen Euro wollen Harry und Meghan nun offenbar zurückzahlen.

Ist der Fall Harry und Meghan einzigartig?

Adelsexperte Wortlitz zeigt sich im Gespräch mit watson nicht sonderlich überrascht vom Schritt, dass Harry und Meghan ihre Titel abgeben. «Er erinnert an zwei weitere europäische Königshäuser, die ganz genau das gleiche Dilemma hatten, als es ums Geldverdienen ging: Madeleine von Schweden und Märtha Louise von Norwegen. Beide haben sich von den Royals abgekapselt», sagt der Experte.

epa04244902 (L-R) Mr Christopher O'Neill, Princess Leonore and Princess Madeleine of Sweden wave to the crowd outside the church after the christening ceremony in the Drottningholm Palace church outside Stockholm, Sweden, 08 June 2014. Princess Leonore, Duchess of Gotland was born on 03 February 2014. EPA/JONAS EKSTROMER SWEDEN OUT

Prinzessin Madeleine von Schweden mit ihrem Mann Christopher O’Neill und ihrer Tochter Leonore. Die beiden leben in den USA. Bild: EPA

«Märtha Louise hat Bücher geschrieben und gut verdient, Madeleine einen Unternehmer geheiratet. Zuletzt hat ihr Vater ja sogar ihren Kindern den royalen Titel aberkennen lassen.» Heisst: So etwas kommt auch mal in anderen Königshäusern vor.

Ist die Aberkennung des Titels die richtige Entscheidung?

Was Experte Worlitz angesichts des Titelverlusts von Meghan und Harry kurios findet: Skandal-Prinz Andrew trägt nach wie vor den Titel «Königliche Hoheit». Andrew war gezwungen, sich von seinen royalen Aufgaben zurückzuziehen, nachdem er ein TV-Interview gegeben hatte, das zum PR-Desaster für das Königshaus wurde. Es ging dabei um seine engen Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Worlitz sagt: «Ob Harry und Meghan noch Königliche Hoheiten heissen oder nicht, ist nicht sonderlich relevant. Was besser wäre: ihn Prinz Andrew nach seinen Eskapaden abzuerkennen!»

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Kommentar

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