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Epstein-Skandal: Prinz Andrews Anwälte klagen über US-Vorwürfe



Die Anwälte des britischen Prinzen Andrew (60) haben sich am Montag über Vorwürfe aus den USA beschwert, der Royal sei nicht kooperativ bei der Aufklärung des Epstein-Missbrauchsskandals. Zuvor hatte es Berichte über ein Rechtshilfeersuchen des US-Justizministeriums gegeben, um den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. (94) in der Angelegenheit befragen zu lassen. Regierungssprecher beider Länder wollte die Berichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur jedoch weder bestätigen noch dementieren.

epa08005337 (FILE) Britain's Prince Andrew, Duke of York arriving at Murdoch University in Perth, Western Australia, Australia, 02 October 2019.  Prince Andrew is facing a backlash following his Newsnight interview in which he defended his friendship with Jeffrey Epstein after lawyers who represent 10 of the billionaire predator?s victims branded the royal unrepentant and implausible and demanded that he speak to the FBI.  EPA/RICHARD WAINWRIGHT AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT *** Local Caption *** 55514586

Andrew hat sich seit einem missglückten Interview im November 2019 von seinen Aufgaben als Mitglied der britischen Königsfamilie zurückgezogen. Bild: EPA

Andrew steht seit Monaten wegen seiner Freundschaft zu dem inzwischen gestorbenen Multimillionär Jeffrey Epstein in der Kritik. Der US-Geschäftsmann hatte über Jahre hinweg Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht und zur Prostitution gezwungen. Er nahm sich im vergangenen Sommer in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben.

Andrew war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes will er nichts mitbekommen haben. Eines der Opfer, Virginia Giuffre, wirft dem Prinzen aber vor, er selbst habe sie mehrfach missbraucht. Andrew bestreitet das. Er sagte aber zu, allen zuständigen Ermittlungsbehörden helfen zu wollen.

Eine «Mauer des Schweigens»

Der zuständige US-Staatsanwalt Geoffrey Berman hatte dem Prinzen Ende Januar bei einer Pressekonferenz vorgeworfen, «null Kooperation» zu zeigen und eine «Mauer des Schweigens» aufzubauen. Anfang März wiederholte er die Kritik. Andrew habe «die Tür zu einer freiwilligen Kooperation vollständig geschlossen», so Berman. Diese Darstellung wiesen Andrews Anwälte nun als «falsch» zurück. In dem ungewöhnlich scharf formulierten Schreiben warfen sie den Ermittlern in den USA stattdessen vor, Absprachen über Vertraulichkeit gebrochen zu haben.

Der Prinz habe dem US-Justizministerium mindestens drei Mal in diesem Jahr seine Unterstützung als Zeuge angeboten, hiess es in der Mitteilung. Zudem sei ihnen von den US-Behörden versichert worden, dass der Royal nie das Ziel der Ermittlungen gewesen sei, sondern auf freiwilliger Basis mithelfen solle. «Jeglicher Versuch, ein Rechtshilfeersuchen zu stellen, wäre enttäuschend», so die Mitteilung.

Andrew hat sich seit einem missglückten Interview im vergangenen November, mit dem er eigentlich seinen Ruf wiederherstellen wollte, von seinen Aufgaben als Mitglied der britischen Königsfamilie zurückgezogen. Seitdem zeigte er sich nur selten in der Öffentlichkeit. (sda/dpa)

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