International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schlafende Wanderarbeiter in Indien von Zug überrollt – 16 Tote



epa08409344 Officials and police inspect at the site of train mishap in which 15 migrant workers were killed near Aurangabad, India, 08 May 2020. According to news reports, atleast 15 migrant workers were killed when they were sleeping on railway tracks and were run over by a goods train. The migrant workers were reportedly on their way back to the state of Madhya Pradesh.  EPA/STR

Der Unfallort. Bild: EPA

In Indien haben 20 Wanderarbeiter auf Zugschienen geschlafen und sind von einem Güterzug überfahren worden. Mindestens 16 von ihnen starben am frühen Freitagmorgen, einer wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Wahrscheinlich dachten sie, dass während der Ausgangssperre überhaupt keine Züge fahren», sagte er. Untersuchungen dauerten noch an. Zurzeit fahren in Indien lediglich keine regulären Passagierzüge.

Der Unfall passierte rund 390 Kilometer von der Millionenmetropole Mumbai entfernt. Die Männer seien den Schienen entlang in Richtung ihrer Dörfer gelaufen, sagte der Sprecher. Wegen der Ausgangssperre hatten Hunderttausende Wanderarbeiter ihre Arbeit in den Grossstädten verloren. Viele lebten dort als Tagelöhner und sie schickten kleinste Ersparnisse nach Hause aufs Land. Als die Arbeit plötzlich weg war, hatten viele Angst, in den vergleichsweise teuren Städten ohne Einkommen zu verhungern. Daher liefen viele zu Fuss nach Hause aufs Land – oft Hunderte Kilometer weit.

Später wurden Essensrationen verteilt, etliche wurden in staatlichen Unterkünften temporär untergebracht, denn die Regierung befürchtete, dass die Wanderarbeiter das neuartige Coronavirus genau dorthin bringen könnten, wo die Gesundheitsversorgung besonders schlecht ist. Kürzlich gab es auch einige Spezialzüge, die die gestrandeten Arbeiter heimfuhr.

Indiens Premier Narendra Modi twitterte, er sei vom tödlichen Unfall schmerzgeplagt. Doch die lange Heimreise zu Fuss endete schon für mehrere andere Wanderarbeiter tödlich. Am Donnerstag starben ein Wanderarbeiter und seine Frau kurz nach dem Verlassen ihrer Unterkunft in der Hauptstadt des bevölkerungsreichsten indischen Bundesstaates Uttar Pradesh bei einem Verkehrsunfall, wie der Fernsehsender NDTV berichtete. Ihre beiden fünfjährigen Kinder wurden demnach verletzt. Die Familie sei in den frühen Morgenstunden mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Dann hätte sie plötzlich ein Auto erfasst. Dessen Fahrer sei geflohen. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Donald Trump in Indien

Ganges: Heilliger Fluss wird stinkende Kloake

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Putin will erneut belarussischen Präsidenten Lukaschenko treffen

Sechs Monate nach Beginn der Massenproteste in Belarus (Weissrussland) will sich der Machthaber Alexander Lukaschenko erneut mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Die Unterredung sei für die kommende Woche geplant, sagte Lukaschenko am Donnerstag in der Hauptstadt Minsk der Staatsagentur Belta zufolge.

Wann genau das Treffen in Russland sein wird, war zunächst unklar. Zuletzt hatten sich die beiden Politiker Mitte September in der russischen Stadt Sotschi getroffen. Dabei …

Artikel lesen
Link zum Artikel