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Demonstranten setzen iranisches Konsulat im Irak in Brand



Aufgebrachte Demonstranten haben in der irakischen Stadt Kerbela das iranische Konsulat zu stürmen versucht und dabei mehrere Kontrollposten in Brand gesetzt. Sicherheitskräfte setzten laut Augenzeugen scharfe Munition ein, um die Demonstranten am Sonntagabend auseinanderzutreiben. Mindestens zehn Menschen seien verletzt worden. In sozialen Medien war auf Videos zu sehen, wie Teile des Eingangsbereichs der diplomatischen Vertretung in Flammen stehen. Eine Stellungnahme von Behördenseite zu dem Angriff gab es am Sonntag zunächst nicht.

Hintergrund der Proteste ist die Tötung des bekannten irakischen Aktivisten Ihab Jauad al-Wasni, der Sicherheitskreisen zufolge in der Nacht zum Sonntag vor seinem Haus in Kerbela erschossen worden war. Schon zuvor hatte es eine Reihe von Angriffen auf Aktivisten im Irak gegeben, für die Demonstranten treu zum Iran haltende Milizen im Land verantwortlich machen. Die Beerdigung Al-Wasnis wurde ebenfalls von Protesten begleitet.

Ministerpräsident Mustafa al-Kasimi sagte in einer Kabinettssitzung, die Verantwortlichen würden dem «Griff der Gerechtigkeit» nicht entkommen. «Wir werden die Mörder verfolgen», versprach Al-Kasimi laut einem Bericht der Staatsagentur INA. Die US-Botschaft in Bagdad und der britische Botschafter im Irak, Stephen Hickey, verurteilten die Tötung.

Seit Oktober 2019 kommt es im Irak immer wieder zu Protesten mit teils gewaltsamen Zusammenstössen. Die Demonstranten fordern dabei immer wieder eine umfassende Reform des politischen Systems und ein Ende der grassierenden Korruption. Widerstand kommt dabei unter anderem von den pro-iranischen Milizen im Land.

Seit Beginn der Proteste wurden mehrfach Aktivisten und prominente Figuren getötet, darunter die Menschenrechtlerin Riham Jakub und der anerkannte Historiker und Terrorismusexperte Hischam al-Haschimi. Im Juli entführten Unbekannte zudem die deutsche Kuratorin und Kulturvermittlerin Hella Mewis in Bagdad, die einige Tage später befreit wurde. Al-Wasni war eine treibende Kraft bei den Protesten und hatte laut dem Nachrichtenkanal Al-Arabija im Dezember 2019 ein Attentat überlebt. (sda/dpa)

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