DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Israel-Palästina-Eskalation im Mai 2021 in Bildern

1 / 17
Die Israel-Palästina-Eskalation im Mai 2021 in Bildern
quelle: keystone / mohammed saber
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Über 1000 Raketen und nur wenige Einschläge – dieses Abwehrsystem schützt die Israelis

Die Hamas hat in den letzten zwei Tagen über 1000 Raketen nach Israel abgefeuert. Die meisten davon fing Israels «Iron Dome» ab. Wir erklären, wie er funktioniert – und warum es trotzdem zu Todesfällen kommt.



Was ist der «Iron Dome»?

Bei der sogenannten «Eisernen Kuppel» handelt es sich um ein israelisches mobiles Raketenabwehrsystem, genannt C-RAM (Counter Rocket, Artillery and Mortar System). Wie das System in Betrieb aussieht, zeigten am Dienstag und Mittwoch zahlreiche Videos auf Social Media. Folgendes Video wurde von dem israelischen Militär (IDF) gezeigt.

So sieht das System in Aktion aus:

Je nach Quelle wehrt das System bis zu 90 Prozent der Raketen ab, schreibt etwa der Journalist Emanuel Fabian der «Times of Israel» auf Twitter.

Wie funktioniert der «Iron Dome»?

Eine «Iron Dome»-Batterie besteht aus einem Radarsystem, einem Kontrollzentrum und bis zu vier Starteinheiten. Eine Starteinheit ist jeweils mit 20 Abfangraketen bestückt.

epa08568535 An Israeli farmer walks next to an Israeli Iron Dome missile defense system, designed to intercept and destroy incoming rockets and artillery shells, deployed in Hula Valley, North Israel near the border with Lebanon and Syria, 27 July 2020. Reports state that Israeli army deployed several iron dome batteries along the northern border for a possible retaliation by Hezbollah.  EPA/ATEF SAFADI

Auf dem Bild sieht man zwei Starteinheiten in Nordisrael an der Grenze zum Libanon. Bild: keystone

Wenn das Radar einen Raketenstart lokalisiert, berechnet es automatisch die Flugbahn und den möglichen Einschlagpunkt. Befindet sich der Einschlagpunkt innerhalb einer definierten Schutzzone (wie zum Beispiel eine Wohnsiedlung), werden bis zu zwei Abfangraketen gestartet. Die Daten werden dem Radarsuchkopf der Rakete übermittelt und im besten Fall wird die feindliche Rakete abgewehrt.

Das System sorgt am Nachthimmel für eindrückliche Bilder:

Die Abfangraketen basieren auf einer Luft-Luft-Rakete und sind mit einem Steuerleitwerk ausgerüstet. Wie manövrierfähig die Raketen sind, ist auf einigen Videos an den Kondensspuren ersichtlich.

Die Batterien sind mobil und können zum gewünschten Einsatzort gebracht werden. Das hat auch den Vorteil, dass der Feind den genauen Standort nicht erfährt. Ein System kann etwa 150 Quadratkilometer schützen und bis zu sechs anfliegende Objekte gleichzeitig erfassen.

Die Kosten pro Abfangrakete erscheinen auf den ersten Blick hoch: Eine Rakete kostet 20'000 bis 50'000 Dollar, weil jeweils deren zwei abgefeuert werden, kostet die Abwehr eines Objekts bis zu 100'000 Dollar. Im Vergleich zu anderen Abwehrsystemen ist das aber ein tiefer Preis. So tief, dass auch die Amerikaner Interesse an einem Kauf des Systems haben.

Wo ist das Limit?

Der «Iron Dome» ist zur Abwehr von Kurzstreckenraketen konzipiert, das heisst, es werden vor allem Artillerieraketen mit einer Reichweite von 5 bis 70 Kilometern abgefangen. Bei Langstreckenraketen kommt das israelische Arrow-System zum Zug, bei Raketen mit einer Reichweite von 70 bis 250 Kilometern das System «David's Sling».

Warum kam es trotzdem zu Einschlägen?

Theoretisch kann der «Iron Dome» bis zu 90 Prozent der Raketen abfangen. Schwierig wird es dann, wenn das System überfordert wird. Das hat man beispielsweise gestern Abend gesehen, als über 100 Raketen in einer kurzen Zeit auf Tel Aviv abgefeuert wurden. Bei einem der Einschläge kam dort eine Frau ums Leben.

Welche Raketen besitzt die Hamas?

Bei den meisten Raketen im Besitz der Hamas handelt es sich um Artillerieraketen. Weil diese kein richtiges Steuersystem haben, sind sie relativ ungenau und leichter abzufangen.

Die Einsatzdistanzen der Raketen:

Bild

bild: wikimedia (lenzcer, CC BY-SA 3.0)

Artillerieraketen eignen sich nicht für den präzisen Einsatz, vielmehr wird ein grösseres Gebiet unter Beschuss genommen. Die logische Folge davon ist, dass es zu mehr zivilen Opfern kommt. So etwa auch gestern Nacht, als bei Lod zwei arabischstämmige Menschen ums Leben kamen.

Hier wird eine Raketen-Barrage aus dem Gazastreifen abgefeuert:

Die Herkunft der Raketen ist unterschiedlich. Während die Qassam-Raketen mit geringer Reichweite im Gazastreifen hergestellt werden, kommen etwa die Raketen des Typs Fadschr aus iranischen Waffenschmieden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Schwere Zusammenstösse in Jerusalem mit Dutzenden Verletzten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Israelische Zeitung zeigt Bilder der 67 in Gaza getöteten Kinder

Knapp eine Woche nach Beginn der Waffenruhe im Gaza-Konflikt hat eine israelische Zeitung die Bilder von 67 palästinensischen Kindern und Jugendlichen veröffentlicht, die bei dem jüngsten Waffengang getötet worden waren.

«Das ist der Preis des Krieges» schrieb die linksliberale Zeitung «Haaretz» am Donnerstag neben den Bildern auf ihrer Titelseite. Das Blatt veröffentlichte in Zusammenarbeit mit der «New York Times» Fotos, Alter und Geschichten der Opfer im Alter von sechs Monaten bis 17 Jahren.

Nach …

Artikel lesen
Link zum Artikel