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epa06722693 Israeli army officers walk after their meeting with the Chief of the General Staff, Lieutenant general Gadi Eisenkot at the army headquarter at the Israeli-Syrian border in the Golan Heights, 09 May 2018. Tensions have increased between Israel and Syria after Damascus accused Israel of carrying air strikes against a missile base south of its capital, resulting in two Israeli missiles being shot down by Syrian air defenses in the Kiswah area on 08 May, media reported. Israel has alleged that 'irregular Iranian activity' was detected in the occupied Golan Heights.  EPA/ATEF SAFADI

Israelische Soldaten schlagen zurück.  Bild: EPA/EPA

Der Krieg im Krieg eskaliert weiter: Israel rächt iranischen Angriff in Syrien

Die seit Monaten sich aufbauenden Spannungen zwischen Israel und iranischen Einheiten in Syrien haben sich nochmals verschärft: Israel beantwortete jetzt iranische Angriffe auf die besetzten Golanhöhen mit Attacken auf Ziele in Syrien.



Die israelische Armee warf dem Iran vor, von Syrien aus rund 20 Geschosse auf israelische Stellungen im besetzten Golan abgefeuert zu haben. Ein Teil der Geschosse sei von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. Opfer gab es demnach nicht, die Schäden seien begrenzt.

Die Raketen seien kurz nach Mitternacht Ortszeit von den iranischen Al-Kuds-Brigaden abgefeuert worden, sagte Israels Armeesprecher Jonathan Conricus. Die Armee stufe «diesen iranischen Angriff auf Israel als sehr schwerwiegend» ein, sagte er. Auch Israels Verteidigungsminister bestätigte den Beschuss iranischer Stellungen.

Die Golanhöhen liegen zwischen Israel und Syrien. Der grösste Teil des Plateaus wird von Israel besetzt.

epa06722692 A general view of Israeli Merkava tanks deployed near the Israeli-Syrian border in the Golan Heights, 09 May 2018. Tensions have increased between Israel and Syria after Damascus accused Israel of carrying air strikes against a missile base south of its capital, resulting in two Israeli missiles being shot down by Syrian air defenses in the Kiswah area on 08 May, media reported. Israel has alleged that 'irregular Iranian activity' was detected in the occupied Golan Heights.  EPA/ATEF SAFADI

Die Golanhöhen an der syrisch-israelischen Grenze. Bild: EPA/EPA

Israels Antwort waren Angriffe auf Ziele in Syrien. Dabei seien «dutzende» iranische Militäreinrichtungen getroffen worden. Israel versicherte zugleich, keine militärische «Eskalation» mit dem Iran anzustreben.

Die israelischen Angriffe hätten auf die Abschussorte der iranischen Raketen, Geheimdienst- und Logistikeinrichtungen sowie Lagerstätten und Fahrzeuge abgezielt, sagte Sprecher Conricus.

Radar und Waffenlager

Zuvor hatten syrische Staatsmedien berichtet, die syrische Luftabwehr habe «dutzende» Raketen aus Israel abgefangen. Die Angriffe hätten darauf abgezielt, Luftabwehr- und Radarsysteme zu zerstören, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Ein Radar wurde demnach durch israelische Raketen zerstört.

Die Angriffe hätten zudem auf syrische Militärbasen und Waffenlager abgezielt, hiess es in den Berichten weiter. Einige Raketen hätten ihr Ziel erreicht und Militärstützpunkte sowie ein Waffenlager getroffen.

This photo provided early Thursday, May 10, 2018, by the government-controlled Syrian Central Military Media, shows missiles rise into the sky as Israeli missiles hit air defense position and other military bases, in Damascus, Syria. The Israeli military on Thursday said it attacked

Dieses Foto soll die jüngsten israelischen Angriffe in Damaskus zeigen.  Bild: AP/Syrian Central Military Media

Aus syrischen Armeekreisen verlautete, ein Luftwaffenregiment nahe Dumeir nordöstlich von Damaskus sowie die Brigade 38 bei Daraa seien getroffen worden. Die syrische Luftabwehr habe überdies erfolgreich Raketen abgefangen, die auf den Flughafen von Damaskus abgezielt hätten. Ein AFP-Journalist in Damaskus berichtete in der Nacht von schweren Explosionen in Damaskus sowie massiven Flugbewegungen über der Hauptstadt.

Hisbollah-Stützpunkte im Visier

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge trafen die israelischen Raketen zudem Stützpunkte der mit Iran verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz südwestlich von Homs sowie in Maadamijat al-Scham westlich von Damaskus. Dort seien iranische, syrische und Hisbollah-Kämpfer stationiert.

Der israelische Militäreinsatz war einer der grössten der vergangenen Jahre und der bislang grösste gegen iranische Ziele. Conricus versicherte jedoch, Israel strebe keine militärische «Eskalation» mit dem Iran an. Ein weiterer israelischer Armeesprecher hatte zuvor gewarnt, jeglicher Versuch Syriens, auf das israelische Vorgehen zu reagieren, werde «unnachgiebig niedergeschlagen».

Bereitschaft auf Golanhöhen

Die Lage hatte sich in den vergangenen Tagen immer weiter verschärft: Aus Sorge vor einem iranischen Angriff hatte die israelische Armee bereits am Dienstag die Behörden auf den besetzten Golanhöhen angewiesen, die dortigen Schutzbunker zu öffnen und in Bereitschaft zu versetzen. Die Anweisungen seien eine Folge von «irregulären Aktivitäten der iranischen Kräfte in Syrien», hatte die Armee erklärt.

Israel hatte in der Vergangenheit bereits wiederholt Ziele des Iran in Syrien angegriffen. Der Iran kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Regierungstruppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Israel fühlt sich durch die Präsenz des Iran im Nachbarland Syrien massiv bedroht. (sda/afp)

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