DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this undated photo, Chisako Kakehi, center, answers to a reporter's question in Sakai, western Japan. A Japanese court has sentenced the woman to hang in a serial poisoning murder case targeting elderly men, including her husband.  Kakehi, 70, was convicted Tuesday, Nov. 7, 2017,  of killing her husband and two ex-partners, as well as in attempted murder of a fourth victim between 2007 and 2013. (Kyodo News via AP, File)

Chisako Kakehi, besser bekannt als «Schwarze Witwe». Bild: AP/Kyodo News

Drei Männer vergiftet – 70-jährige Japanerin zum Tode verurteilt



Aus Habgier tötete sie ihre reichen Liebhaber – jetzt ist in Japan eine als «Schwarze Witwe» bekannt gewordene 70-Jährige zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht in Kyoto sprach die einstige Millionärin Chisako Kakehi am Dienstag schuldig, drei Männer vergiftet zu haben.

Ihr wird zudem ein Mordversuch zur Last gelegt. Der Anklage zufolge tötete Kakehi ihre Opfer, um an deren Vermögen zu kommen.

«Die Angeklagte gab den Opfern eine Zyanid-Mischung zu trinken – mit einer mörderischen Absicht in allen vier Fällen», sagte die Richterin Ayako Nakagawa laut einem Bericht des Senders NHK. Die Richterin wies die Argumente der Verteidigung zurück, Kakehi sei wegen Demenz vermindert schuldfähig.

In Anlehnung an die Spinne, die nach der Paarung ihren männlichen Partner auffrisst, wird Kakehi in japanischen Medien als «Schwarze Witwe» bezeichnet. Der Prozess gegen die alte Dame hatte in Japan grosses Aufsehen erregt, und der Fall könnte die Japaner noch weiter beschäftigen: Berichten zufolge wollen Kakehis Anwälte Berufung gegen das Urteil einlegen.

Gezielte Suche

Kakehi hatte zahlreiche Beziehungen zu Männern, die meisten ihrer Partner waren schon älter oder krank. Einige ihrer Lebenspartner lernte sie über ein Datingportal kennen, bei dem sie gezielt nach wohlhabenden und kinderlosen Männern suchte.

Bevor sie die Männer mit Zyanid tötete, liess sie sich deren Lebensversicherungen überschreiben. Auf diese Weise soll sie über zehn Jahre umgerechnet 7,7 Millionen Euro kassiert haben.

Die Polizei fand Berichten zufolge im Müll in ihrer Wohnung Spuren von Zyanid. Ausserdem besass die Frau Utensilien für die Verabreichung von Medikamenten sowie medizinische Bücher. Das Zyanid wurde in den Körpern von mindestens zwei ihrer verstorbenen Lebenspartner nachgewiesen.

Überraschendes Geständnis

Nach ihrer Festnahme hatte die Witwe zunächst ihre Unschuld beteuert und gesagt, sie sei schlichtweg «vom Schicksal verfolgt». Beim Prozessauftakt im Juni äusserte sie sich nicht. Später gestand sie dann überraschend, 2013 ihren vierten Ehemann getötet zu haben.

«Ich habe ihn getötet, weil er anderen Frauen dutzende Millionen Yen gegeben hat und mir gar nichts», sagte sie laut der Nachrichtenagentur Jiji Press vor Gericht. Später sagte die Angeklagte, sie sei bereit, gehängt zu werden. «Selbst wenn ich morgen hingerichtet werde, würde ich lächelnd sterben», sagte sie zu den Richtern.

Japan ist neben den USA das einzige grosse Industrieland, das noch die Todesstrafe vollstreckt. Trotz Protesten der EU-Staaten und von Menschenrechtsgruppen unterstützt die grosse Mehrheit der Bevölkerung die Todesstrafe. Gegner der Todesstrafe kritisieren, dass Todeskandidaten in Japan oft jahrelang in Einzelhaft auf ihre Hinrichtung warten, deren Zeitpunkt ihnen dann nur wenige Stunden vorher angekündigt wird. (sda/afp)

So viele Pilz-Vergiftungen wie noch nie

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Warum ausgerechnet Toyota das Elektroauto verhindern will

Was ist mit dem ehemaligen Vorzeigeunternehmen aus Japan los?

So lange ist es nicht her, da stellte die «New York Times» die Frage: Ist Toyota das beste Unternehmen der Welt? Die Frage war rhetorisch gemeint. Der Autokonzern aus der gleichnamigen Stadt in Japan war tatsächlich der Musterknabe der globalen Wirtschaft. Mit Just in time und Kaizen revolutionierten die Japaner den industriellen Produktionsprozess.

Bald wurde die schlanke Produktion weltweit zum Vorbild, nicht nur in der Autoindustrie. Wirtschaftsprofessoren schrieben schwärmerische Bücher …

Artikel lesen
Link zum Artikel