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epa04970608 Syrian refugees react upon their arrival in an overloaded rubber dinghy from Turkey on the Greek island of Lesvos, after having crossed the Aegean Sea, Greece, 09 October 2015. A recently agreed European Union plan to relocate tens of thousands of asylum seekers from Italy and Greece elsewhere in the bloc will start at the end of this week, a top EU official said 06 October. Lesbos - the third-largest Greek island and home to nearly 90,000 people - has been overwhelmed with migrants from Syria, Afghanistan and Iraq trying to reach Europe. More than 200,000 refugees arrived on the island this year alone, according to the UN refugee agency. Many of the refugees begin their journey to Lesbos across sparkling Aegean waters in Turkey.  EPA/YANNIS KOLESIDIS GREECE OUT

Flüchtlinge bei ihrer Ankunft auf der griechischen Insel Lesbos. Bild: EPA/ANA-MPA

Griechische Polizei setzt Tränengas gegen Flüchtlingskinder ein



Die griechische Polizei hat bei Protesten in einem überfüllten Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos Tränengas gegen Flüchtlingskinder eingesetzt.

Wie die griechische Nachrichtenagentur Ana berichtete, beteiligten sich am Mittwoch rund 300 unbegleitete Minderjährige an Protesten im berüchtigten Lager Moria und verlangten ihre Verlegung aufs Festland. Als die Flüchtlinge Mülleimer in Brand setzten, setzte die Polizei demnach Tränengas ein.

Das Lager von Moria steht seit Jahren in der Kritik, da es chronisch überfüllt ist. Nach der Ankunft von 3000 neuen Flüchtlingen im August hatte sich die ohnehin schwierige hygienische Situation in dem inmitten von Olivenhainen gelegenen Zeltlager weiter verschlechtert.

«Wir haben Moria in der Hoffnung auf etwas Besseres verlassen»

Ende August lebten nach Uno-Angaben fast 11'000 Menschen in dem Lager, das eigentlich nur für ein Viertel davon ausgelegt ist. Viele Flüchtlinge leben schon seit Monaten in Moria, da sich ihre Asylverfahren in die Länge ziehen. Die neue konservative Regierung in Athen entschied nun aber, die Berufungsmöglichkeit abzuschaffen, um die Verfahren zu beschleunigen.

EU-Hilfe für Flüchtlinge auf Lesbos

Die EU-Kommission hat Griechenland inzwischen Hilfe bei der Verlegung der Flüchtlinge von Lesbos angeboten. Am Dienstag verlegten die griechischen Behörden die ersten tausend Flüchtlinge aus Moria aufs Festland.

Sie wurden mit Fähren zunächst in die Hafenstadt Thessaloniki und dann ins Lager Nea Kavala bei Kilkis in Nordgriechenland gebracht. Doch auch dort sind die Bedingungen alles andere als optimal. Neuankömmlinge klagten am Mittwoch unter anderem über Engpässe bei Wasser, Strom und Zelten.

«Wir haben Moria in der Hoffnung auf etwas Besseres verlassen», sagte der 20-jährige Sasan aus Afghanistan. «Letztendlich ist es sogar schlimmer.»

Wie aus dem griechischen Ministerium für Bürgerschutz verlautete, gibt es in Nea Kavala derzeit nur 200 Zelte für tausend Bewohner. Die nächsten Flüchtlinge aus Moria sollen demnach in andere Lager gebracht werden.

EU-Flüchtlingsdeal mit der Türkei

Die Türkei hatte der EU im Flüchtlingsdeal von März 2016 im Gegenzug für finanzielle Hilfe bei der Versorgung der Syrer im Land zugesagt, alle abgelehnten syrischen Flüchtlinge aus Griechenland zurückzunehmen.

In der Folge sank die Zahl der Überfahrten drastisch. Allerdings wurden bis heute nur wenige Flüchtlinge von den griechischen Inseln in die Türkei zurückgebracht. (sda/afp)

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