International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A man kicks a tear gas canister during minor clashes between riot police and migrants near Mytilene town, on the northeastern island of Lesbos, Greece, Saturday, Sept. 12, 2020. Thousands of asylum-seekers spent a fourth night sleeping in the open on the Greek island of Lesbos, after successive fires destroyed the notoriously overcrowded Moria camp during a coronavirus lockdown. (John Liakos/InTime News)

Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Bild: keystone

Unruhen auf Lesbos – Polizei setzt Tränengas ein



Die Lage auf Lesbos bleibt auch vier Tage nach dem Grossbrand im Flüchtlingslager Moria höchst angespannt. Im Laufe des Samstags kam es immer wieder zu spontanen Demonstrationen und in der Folge auch zu Zusammenstössen zwischen Migranten und der Polizei. Die Migranten warfen mit Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein, wie Bilder im griechischen Fernsehen zeigen. Auch seien von den Migranten immer wieder Feuer entzündet worden, berichtete die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA.

Die Zusammenstösse spielen sich entlang jenes Strassenabschnitts statt, auf dem viele Migranten nach dem Brand gestrandet sind und der nun in beide Richtungen von der Polizei abgesperrt wurde. Die Polizei versucht, die Menschen daran zu hindern, in die Inselhauptstadt Mytilini zu gelangen. Vielmehr sollen sie in einem neuen, provisorischen Zeltlager untergebracht werden, das seit Freitag auf einem ehemaligen militärischen Schiessübungsplatz errichtet wird.

Dort aber wollen viele Migranten nicht hin; sie wollen die Insel verlassen. Bisher schlafen sie zu Tausende an den Strassenrändern ohne sanitäre Anlagen oder fliessend Wasser.

Das Flüchtlingslager Moria war in der Nacht zum Mittwoch nach Unruhen und Brandstiftungen fast völlig abgebrannt. Über Nacht wurden dadurch rund 12 000 Menschen obdachlos. Die Menschen wollen nicht in ein neues Lager gebracht werden, sondern weg von der Insel. Auch die Anwohner wehren sich gegen die Errichtung neuer Strukturen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Brand auf Moria

300 Menschen fordern in Bern Evakuierung von Flüchtlingslagern

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Griechenland setzt Flüchtlinge auf offenem Meer aus – und überlässt sie ihrem Schicksal

So aggressiv hat noch kein europäisches Land auf die Ankunft von geflohenen Menschen reagiert. Was die Hellenen da gerade machen, ist brandgefährlich.

Die Enthüllung der New York Times ist schockierend: Die amerikanische Zeitung berichtete am Wochenende, dass griechische Behörden in den vergangenen Monaten mindestens 31 Mal Flüchtlingsgruppen aus Auffanglagern holten, sie mitten in der Nachts aufs offene Meer hinausfuhren, in Schlauchboote setzten und sie an der griechischen Seegrenze ihrem Schicksal überliessen.

Mindestens 1072 Menschen haben sich die Griechen auf diesem Weg vom Hals geschafft. Die New York Times hat mit mehreren von ihnen …

Artikel lesen
Link zum Artikel