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R. Kelly muss vor Gericht – es geht um schweren sexuellen Missbrauch in zehn Fällen



Nach Vorwürfen über zwei Jahrzehnte gegen R. Kelly ist der berühmte R&B-Sänger wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen angeklagt worden. Die Fälle stammen aus den Jahren 1998 bis 2010 und drehen sich um vier teils minderjährige Opfer.

Dies erklärte Chicagos Staatsanwältin Kim Foxx am Freitag (Ortszeit). Drei der Opfer waren zum Zeitpunkt des mutmasslichen Missbrauchs jünger als 17 Jahre. Die «Chicago Tribune» berichtete unter Berufung auf Gerichtsdokumente, dass gegen den 52-jährigen Sänger ein Haftbefehl vorliege.

Der Sänger stellte sich noch am Freitagabend (Ortszeit) den Behörden in Chicago. US-Sender zeigten Live-Bilder von der Ankunft von R. Kelly vor dem Polizeigebäude. Schon am Samstag sei ein Termin vor dem Untersuchungsrichter angesetzt, berichtete unter anderem der Sender CBS.

Zuvor war laut Star-Anwalt Michael Avenatti ein neues, 45 Minuten langes Video aufgetaucht, das den R&B-Sänger beim Sex mit einem minderjährigen Mädchen zeigen soll. «Nach fortlaufendem sexuellen Missbrauch und sexuellen Übergriffen gegen minderjährige Mädchen über 25 Jahre ist der Tag der Abrechnung für R. Kelly gekommen», schrieb Avenatti am Freitag bei Twitter bevor die Staatsanwaltschaft die Anklage verkündete. «Es ist vorbei.»

Kelly streitet ab

Gegen R. Kelly («I Believe I Can Fly») waren Anfang Januar in einer TV-Dokumentation Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erhoben worden. Diese reichen bis in die 90er Jahre zurück. Kelly hat die Vorwürfe mehrfach abgestritten. Sein Anwalt Steve Greenberg kommentierte die Anklage vorerst nicht. Zuvor hatte er erklärt, dass Kelly «abstreitet, illegale Handlungen jeglicher Art» vorgenommen zu haben.

Am Donnerstag hatten zwei weitere Frauen Kelly in New York zudem beschuldigt, sie missbraucht zu haben. Die heute 39 und 40 Jahre alten Frauen sollen zum Zeitpunkt der Übergriffe 15 und 16 Jahre alt gewesen sein. Sie erklärten, der Sänger habe die beiden bei einem Konzert kennengelernt und ihnen gemeinsamen Sex vorgeschlagen.

Stormy-Daniels-Anwalt involviert

Welche Rolle das neu aufgetauchte Video bei der Anklage spielte, ist unklar. Avenatti ist einer der prominentesten Anwälte der USA und vertrat zuletzt die frühere Porno-Darstellerin Stormy Daniels bei ihrer Verleumdungsklage nach einer behaupteten Affäre mit Präsident Donald Trump. Wie er an das neue Video gelangte und wen er im Rahmen der Vorwürfe gegen R. Kelly vertritt, sagte Avenatti nicht.

Die ersten Vorwürfe gegen R. Kelly wurden vor 20 Jahren bekannt, verurteilt worden ist der dreifache Grammy-Gewinner bisher nicht. Eine Ehe mit der mittlerweile verstorbenen Sängerin Aaliyah, die zum Zeitpunkt des Eheschlusses minderjährig war, wurde annulliert. 2002 wurde Kelly im Zusammenhang mit einem Sex-Video wegen des Verdachts auf Kinderpornografie festgenommen. 2008 wurden aber alle Vorwürfe gegen ihn fallengelassen. (viw/sda/dpa/afp)

Darum löscht Spotify Musik von R. Kelly aus Playlisten

Video: srf

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