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Malala ist zurück: «Es war immer mein Traum, nach Pakistan zu reisen»



Mehr als fünf Jahre nach einem Attentat der radikalislamischen Taliban ist die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai zum ersten Mal in ihr Heimatland zurückgekehrt. Gleich zu Beginn ihres viertägigen Besuch wurde die 20-Jährige am Donnerstag von Regierungschef Shahid Khaqan Abbasi empfangen.

In this photo released by the Press Information Department, Pakistani Nobel Peace Prize winner Malala Yousafzai, left, and her parents pose for a photograph with Shahid Khaqan Abbasi, second from left, Prime Minister of Pakistan in Islamabad, Pakistan, Thursday, March 29, 2018. Yousafzai on Thursday said she was excited to be back in Pakistan for the first time since she was shot in 2012 by Taliban militants angered at her championing of education for girls. (Press Information Department via AP)

Malala, ihre Eltern und Regierungschef Shahid Khaqan Abbasi (2.v.l.)  Bild: AP/Press Information Department

In einer Ansprache im Regierungssitz in der Hauptstadt Islamabad sagte Malala unter Tränen, die Rückkehr nach Pakistan sei schon immer ihr «Traum» gewesen.

Die Kinderrechtsaktivistin war am frühen Donnerstagmorgen in Begleitung ihre Eltern überraschend auf dem Flughafen von Islamabad gelandet. Das pakistanische Fernsehen zeigte Bilder von Malala, wie sie unter strengen Sicherheitsvorkehrungen aus dem Flughafen eskortiert wurde.

«Es war immer mein Traum, nach Pakistan zu reisen und dort in Frieden und ohne Angst durch die Strassen laufen zu können, Menschen zu treffen und mit ihnen zu reden», sagte Malala in ihrer Ansprache, die vom pakistanischen Fernsehen übertragen wurde. In Pakistan gebe es «fantastische Frauen», sagte Malala, die ihre Landsleute aufforderte, Bildung und kritisches Denken zu fördern.

epa06635105 Pakistani activist for female education and Nobel Peace Prize laureate Malala Yousafzai  (in black vehicle) arrives at a hotel in Islamabad, Pakistan, 29 March 2018. Malala Yousafzai was shot by Taliban militants in her hometown of Swat, Pakistan on 09 October 2012 in responce to her struggle for female education, which the Taliban banned after seizing control of the Swat valley. Malala Yousafzai is returning to Pakistan for the first time in 6 years and is expected to meet with Pakistan's Prime Minister Shahid Khaqan Abbasi.  EPA/SOHAIL SHAHZAD

Malala auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel in Islamabad. Bild: EPA/EPA

An dem Treffen mit Abbasi nahmen noch mehrere weitere Regierungsmitglieder teil, wie die Regierungspartei PML-N im Onlinedienst Twitter mitteilte. Einzelheiten zu Malalas Reise wurden aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben. «Wir heissen Malala willkommen. Sie ist wieder zu Hause», sagte ein Ministeriumssprecher, der die Aktivistin als «eine unserer jungen und brillanten Töchter» würdigte.

Bekannt wurde Malala mit einem Blog für den britischen Rundfunksender BBC, den sie 2009 im Alter von elf Jahren zu schreiben begann. Darin beschrieb die Tochter eines Schulleiters ihr Leben unter den radikalislamischen Taliban im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans und machte sich für den Schulbesuch von Mädchen stark.

Am 9. Oktober 2012 wurde Malala im Alter von 15 Jahren bei einem Taliban-Attentat schwer verletzt. In ihrem Heimatort Mingora stiegen mehrere bewaffnete Männer in den Schulbus, in dem Malala sass. Einer der Taliban-Kämpfer fragte: «Wer ist Malala?» und schoss ihr dann gezielt in den Kopf.

Friedensnobelpreis 2014

Malala überlebte schwer verletzt und wurde zur Behandlung ins britische Birmingham ausgeflogen, wo sie seitdem mit ihrer Familie lebt und auch ihren Schulabschluss machte. 2014 wurde Malala mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Mit 17 Jahren war sie die mit Abstand jüngste Preisträgerin. Obwohl sie mittlerweile an der Universität Oxford studiert, setzt Malala ihre Kampagne unter dem Motto «Bildung für jedes Kind» fort.

Viele Pakistaner freuten sich in sozialen Medien am Donnerstag über ihre Rückkehr – aber in den mächtigen konservativen bis islamistischen Kreisen des Landes gilt Malala als eine Agentin des Westens, die unislamische Werte verbreitet.

Ein TV-Moderator schrieb auf seiner Facebook-Seite: «Malala hat in ihrem Buch den Islam beleidigt, das Land und das Militär. Was steckt hinter ihrem Besuch?» Ein BBC-Reporter twitterte, dass einer Analyse des Senders zufolge die Reaktionen auf sozialen Medien in Urdu zu 60 Prozent negativ seien.

Im Swat-Tal sorgte ihr Besuch für grosse Freunde. «Ich hätte nicht gedacht, dass sie jemals zurückkommen würde», sagte Rida Siyal, die nach eigenen Angaben vor dem Attentat eine gute Freundin von Malala war. Malala habe «die dunkle Macht der Angst besiegt». Ahmed Shah, ein Freund ihres Vaters, sagte, Malala sei ein «Symbol für Mut». «Sie hätte schon viel eher nach Hause kommen sollen.» (sda/afp/dpa)

Mädchen, die die Welt verändern

Video: srf

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