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epa07889137 Britain's Prince Harry (R), the Duke of Sussex, and his wife Meghan (L), the Duchess of Sussex, attend a creative industries and business reception at the High Commissioner's residence in Johannesburg, South Africa, 02 October 2019. The Duke and Duchess of Sussex are on an official visit to South Africa that concludes later the same day.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Prinz Harry und seine Gemahlin Meghan. Bild: EPA

Prinz Harry reicht Klage gegen Zeitungen ein



Prinz Harry hat Klage gegen zwei britische Zeitungsverlage wegen illegalen Abhörens von Mailbox-Nachrichten eingereicht. Entsprechende Medienberichte wurden der Nachrichtenagentur DPA aus Palastkreisen bestätigt.

Die Vorwürfe richten sich nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA gegen den Verlag News Group Newspapers, zu dem die «Sun» gehört, und Reach plc, den Verlag der Zeitungsmarke «Mirror». Die beklagten Zeitungen gehören zu den auflagenstärksten Blättern Grossbritanniens.

Die Vorwürfe erinnern an einen der grössten Medienskandale in der Geschichte Grossbritanniens, in dessen Zentrum 2011 die inzwischen eingestellte Boulevardzeitung «News of the World» stand. Jahrelang hatten Journalisten Handygespräche von Verbrechensopfern und Prominenten abgehört und Polizisten bestochen.

Kritik an «skrupelloser Kampagne»

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Harry in einem emotionalen Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt, in dem er eine «skrupellose Kampagne» gegen seine Frau Meghan beklagte. Seine Frau sei «eines der jüngsten Opfer der britischen Boulevardpresse» geworden. Dabei erinnerte Harry an die Verfolgungsjagd in Paris 1997, bei der seine Mutter, Prinzessin Diana, auf der Flucht vor Paparazzi starb.

Zeitgleich kündigten die Anwälte des Paars eine Klage gegen die «Mail on Sunday» und die Mutterfirma Associated Newspapers an. Die Mediengruppe habe falsche und «vorsätzlich abfällige» Berichte über den Herzog und die Herzogin von Sussex geschrieben.

Auslöser war ein Brief Meghans an ihren Vater, den das Blatt teilweise veröffentlicht und kommentiert hatte. In dem Schreiben, das Meghans Vater Thomas Markle in Auszügen an die Presse weitergab, appelliert Meghan an ihn, nicht mehr mit der Boulevardpresse über sie zu sprechen und Lügen zu verbreiten. Ein Sprecher der «Mail on Sunday» erklärte, die Zeitung bleibe bei ihrer Darstellung und werde gegen die Vorwürfe angehen.

Harrys Mitteilung wurde gegen Ende der zehntägigen Afrika-Reise veröffentlicht, bei der das Paar auch seinen rund vier Monate alten Sohn Archie dabei hatte. In Südafrika hatten die Eltern, die sehr viel Wert auf ihre Privatsphäre legen, erstmals seit längerem wieder ihr Baby gezeigt. Bei Archies Taufe etwa gab es zur Enttäuschung vieler Fans keinen öffentlichen Auftritt der Familie.

epa07868473 Britain's Prince Harry, The Duke of Sussex (L) and his wife Meghan, Duchess of Sussex (R) holding her son Archie, have tea with Archbishop Desmond Tutu (not pictured) and his daughter Thandeka (not pictured) at the Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation in Cape Town, South Africa 25 September 2019. The Duke and Duchess of Sussex are on an official visit to South Africa. Founded in Cape Town in 2013, the Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation contributes to the development of youth and leadership, facilitates discussions about social justice and common human purposes and makes the lessons of Archbishop Tutu accessible to new generations. It is located in one of Cape Town's oldest buildings and a national landmark, The Old Granary Building.  EPA/HENK KRUGER / POOL

In Südafrika zeigte das Paar erstmals seit längerem wieder sein Baby. Bild: EPA

Unverständnis bei Medien

Auf das juristische Vorgehen reagierten Medien teils mit Unverständnis. Die TV-Moderatorin Lorraine Kelly legte Harry und Meghan in einem Kommentar in der von der Klage betroffenen «Sun» nahe, das Rampenlicht ganz zu verlassen. Beide sollten darüber nachdenken, ob die «kränkende Kritik nicht schwerer wiegt als das Potenzial, etwas zu bewegen».

Die Sky-News-Korrespondentin Rhiannon Mills, die das Paar auf ihrer Afrika-Reise begleitet hatte, reagierte düpiert auf die Offensive. Harrys scharfe Kritik an den Medien habe sich angefühlt wie ein «Schlag ins Gesicht», nachdem tagelang nur Positives über die beiden berichtet worden sei. «Es ist, als ob er den Selbstzerstörungsknopf für seine Beziehung mit einem Teil der britischen Presse gedrückt hat», schrieb Mills über Harry in einem Blog ihres Senders. (sda/dpa)

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