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Russischer Soldat erschiesst acht Kameraden auf Armeestützpunkt



Auf einem Armeestützpunkt in Sibirien hat ein russischer Soldat acht Kameraden erschossen und zwei weitere schwer verletzt. Der Vorfall habe sich am Freitag während eines Wachwechsels auf einem Stützpunkt in der Region Tschita ereignet, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau.

Der Soldat sei festgenommen worden. Auslöser der Tat sei offenbar ein «Nervenzusammenbruch» gewesen, der nicht im Zusammenhang mit dem Militärdienst des Mannes stehe.

Laut den Ermittlungsbehörden handelt es sich bei dem Schützen um einen Wehrdienstleistenden. Gegen ihn werde wegen Mordes ermittelt.

Der Militärstützpunkt liegt in der Stadt Gorny, die für die Öffentlichkeit gesperrt ist und nur mit spezieller Genehmigung betreten werden darf. Geleitet wird er von einer Abteilung des Verteidigungsministeriums, die für das russische Atomwaffenarsenal zuständig ist.

Andrej Kuroschkin von der Soldatenorganisation Komitee der Soldatenmütter erklärte, derartige Gewaltausbrüche in Kasernen und auf Militärstützpunkten seien im Allgemeinen die Folge von Misshandlungen und Verzweiflung.

«Die Vorgesetzten verschliessen die Augen vor Fällen von systematischem Mobbing», sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Die Opfer hätten keinerlei Möglichkeit, sich zu beschweren oder Hilfe zu holen, weil ihre Mobiltelefone eingezogen und alle Gespräche mit Verwandten überwacht würden.

Wenn Fälle von Misshandlung in der Armee doch einmal untersucht würden, «kommen Ermittler und befragen Soldaten, denen zuvor genau gesagt worden ist, was sie sagen sollen», erklärte Kuroschkin. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums lehnte auf Anfrage einen Kommentar ab. In Russland gilt Wehrpflicht für alle Männer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren. (bal/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 26.10.2019 09:10
    Highlight Highlight Vermutlich wurde der Amokläufer von seinen "Kameraden" zu sehr geplagt?
    Dies ist eine Warnung an alle Mobbing-Täter:
    Passt auf vor "dem schweigsamen Schüler in der hintersten Reihe"! Auch wenn er "ruhig gestellt" scheint, ist er in Wahrheit wie eine geladene Bombe!
    Seid froh, wenn ein von Euch geplagter laut und jähzornig tobt und um sich schlägt!
    Da wisst Ihr nämlich, was Ihr mit Eurer Plagerei angerichtet habt, auch wenn ihr Euer Opfer dann erst recht plagen werdet.
    Der scheinbar coole, selbstbeherrschte aber wird es Euch irgendwann heimzahlen. Und seine Rache wird sehr grausam sein...
  • Neruda 26.10.2019 00:39
    Highlight Highlight Bin ehrlich gesagt recht überrascht, dass das in der Schweiz noch nie passiert ist. Oder auf jeden Fall schon länger nicht mehr. Von Bewaffneten eine erniedrigende Hamburgertaufe zu fordern z. B. ist ja wirklich nicht das Schlauste. Zum Glück ist dies heute wohl nur noch sehr selten.

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