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So kämpft Russland gegen die Diesel-Katastrophe in Norilsk



epa08464352 An undated handout photo made available on 04 June 2020 by the press service of the Marine Rescue Service of Russia (MRS or Morspassluzhba in Russian) shows booms installed by oilskimmer rescues at the site of oil products spill into the Ambarnaya river outside of Norilsk, Russia. About 20,000 tonnes of oil products leaked on 29 May 2020 and soiled the waters of Ambarnaya and Daldykan rivers after an accident at a heat and power station, a Norilsk Nickel subsidiary, in the industrial city of Norilsk located above the Arctic Circle, reports state.  EPA/Marine Rescue Service press service / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: keystone

Nach dem Ölleck in einem Kraftwerk am Nordpolarmeer versuchen Russlands Behörden die Umweltschäden in den Böden und Gewässern der Region einzudämmen.

Zur Beseitigung der riesigen Dieselmengen von mehr als 20 000 Tonnen Brennstoff habe er bereits spezielle Einsatzkräfte in die Region geschickt, sagte der Zivilschutzleiter Jewgeni Sinitschew am Donnerstag in Norilsk. «Die wichtigste Frage ist jetzt, wie wir das Leck beseitigen. Ich denke, wir haben eine Lösung gefunden.»

Details nannte er nicht. Präsident Wladimir Putin rief zuvor den nationalen Notstand aus.

Die Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace gehen jedoch davon aus, dass Absperrungen nur einen kleinen Teil des Brennstoffes abfangen können. «Man muss davon ausgehen, dass fast der ganze ausgelaufene Diesel in der Natur bleiben wird», sagte Wladimir Tschuprow von Greenpeace. Er schätzt, dass sich die Umweltschäden alleine in den Gewässern auf mehr als sechs Milliarden Rubel (rund 83.2 Millionen Schweizer Franken) belaufen könnten.

Im Hohen Norden Russlands liefen Ende Mai in einem Werk des Nickelherstellers Nornickel (Norilsk Nickel) mehr als 20 000 Tonnen Diesel aus. Der Brennstoff lief zum grössten Teil in die umliegenden Gewässer, besonders der Fluss Ambarnaja ist betroffen.

Rund 5000 Tonnen Diesel sollen im Boden versickert sein. Der Fluss mündet direkt in die Karasee, die Teil des Grossen Arktischen Schutzgebietes ist. Umweltschützer warnen vor einer Gefahr für das sensible Ökosystem in der Arktis.

epa08464351 An undated handout photo made available on 04 June 2020 by the press service of the Marine Rescue Service of Russia (MRS or Morspassluzhba in Russian) shows a tank for collecting oil-water mixture from the water surface installed by oilskimmer rescues at the site of oil products spill into the Ambarnaya river outside of Norilsk, Russia. About 20,000 tonnes of oil products leaked on 29 May 2020 and soiled the waters of Ambarnaya and Daldykan rivers after an accident at a heat and power station, a Norilsk Nickel subsidiary, in the industrial city of Norilsk located above the Arctic Circle, reports state.  EPA/Marine Rescue Service press service / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: keystone

Putin hatte vorgeschlagen, die Lage mit chemischen Bindestoffen in Griff zu bekommen. Die Giftstoffe im Boden werden dabei mit speziellen Mitteln herausgefiltert und dann in einem eigenen Depot gelagert. Spezialisten nahmen diese Arbeit bereits auf.

Die Generalstaatsanwaltschaft leitete weitere Untersuchungen ein. Der Kraftwerksleiter wurde festgenommen. Putin kritisierte, dass die Behörden zu spät über das Ausmass der Lage informiert hätten.

Die Umweltaufsicht betonte, dass der Einsatz von speziellen Ölsperren und Baumstämmen, die die Dieselmengen in den Gewässern auffangen, wirksam sei. «Wir glauben, sie sind zuverlässig genug, um die weitere Ausbreitung einzudämmen», sagte Behördenleiterin Swetlana Rodionowa. (aeg/sda/dpa)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alice36 05.06.2020 08:34
    Highlight Highlight Ein wenig Aktivismus und danach geht's weiter wie gehabt.
    Die Umwelt geht dem Russen Zaren da vorbei wo ich am höchsten bin wenn ich mich bücke.
  • Der Rückbauer 05.06.2020 07:11
    Highlight Highlight Schade um das schöne Oel, das einfach so versickert oder verwässert. Oder gut, weil die Oelbarone dann wieder mehr fördern und verkaufen können? Wie der ehemalige CEO von Exxon, der sagte, es sei gut für die Konsumenten, wenn das Eis am Nordpol schmelze, man komme dann billiger an das Oel ran.
    Ich weiss, Sarkasmus kommt hier nie gut an.
    Etwas weiss ich: Das Geschäftsmodell, das wir für unsere leidende Erde parat haben, ist zerstörerisch und gibt ihr den Rest.
  • DerHans 05.06.2020 06:32
    Highlight Highlight Man stelle sich vor ein E-Auto hätte gebrannt, die Kommentarspalte wäre proppen voll. Aber bei auslaufendem Diesel kräht kein Hahn.
  • Enzasa 05.06.2020 00:35
    Highlight Highlight Die Behörden wurden zu spät informiert - typisch Diktatur
  • Unicron 04.06.2020 23:52
    Highlight Highlight Er hat Schwein dass grad alle mit Corona und Mörder Polizei beschäftigt sind. Das geht total unter. In normalen Zeiten wäre das eine Titelseitenstory.
    • Bildung & Aufklärung 05.06.2020 05:30
      Highlight Highlight "In normalen Zeiten wäre das eine Titelseitenstory."

      True.

      Aber dann auch 2 Tage später von allen schon wieder vergessen und verdrängt.

      "E-Autos sind imfall extrem schlecht für die Umwelt, Öl ist wenigstens umweltschonend, der Strom kommt ja nicht aus der Steckdose!!1!"
  • Bildung & Aufklärung 04.06.2020 17:56
    Highlight Highlight Nicht schlimm. Passiert andauernd. Zig tausende Pipelines etc. lecken und vergiften die Natur/Umwelt mit Öl.

    Deepwater Horizon Katatastrophe (um nur eine von vielen zu nennen) hat heute noch schlimme Auswirkung auf das gesamte Ökosystem und all seine BewohnerInnen.

    Dafür gibts Unmengen spottbilliges Öl und gewisse machen sehr viel Geld damit, was die absolute Hauptsache ist.

    Konsum gibt immer auch gewisses Steuergeld, die Natur und all die Lebewesen zahlen aber gar keine Steuern! Warum also sollte man es betrauern, wenn wieder ein paar Millionen Liter Öl in Böden und Gewässer landen?!

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